Dinslakens Bürgermesiter Dr. Michael Heidinger: Zurück aus Washington

Bürgermeister Dr. Michael Heidinger.
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Bürgermeister Dr. Michael Heidinger berichtet im NA- Talk von seiner Teilnahme am „Transatlantic Urban Climate Dialoge“ in Northern Virginia im
Großraum Washington. Wo als er als Mitglied der deutschen Delegation mit Politikern und Wirtschaftsvertretern beider Kontinente über regenerative Energien sprach und den Standort Dinslaken vorstellte.

Dinslaken. Arlington / Alexandria. Hier im Großraum Washington, nicht weit vom amerikanischen Heldenfriedhof Arlington, wo auch John F. Kennedy begraben ist, trafen sich Vertreter aus Deutschland und Amerika zum „Transatlantic Urban Climate Dialogue“ TUCD.

An diesem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten und wissenschaftlich u.a. von der Alexander von Humboldt-Stiftung der FU-Berlin vorbereiteten Austausch nahmen knapp vierzig Fachleute aus Politik und Energiewirtschaft beider Länder teil.

Dabei als Referent Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger und sein Nachbar-OB Bernd Tischler, der seine „Innovation City Bottrop“ in den USA vorstellte. Heidinger präsentierte den staunenden Amerikanern, darunter Chefs von Versorgungsriesen wie der Washington-Gas und -WGL-Holding als letzter Vortragender des Vormittags sein Dinslakener Modell: „Creative Quarters Dinslaken – a new concept, place of debates – a new model, Biomass / Metahne / Solar Energy“ stand als keynote Nr. 3 auf dem Programm der „Fall-Studie Ruhrgebiet“ in Arlington.

Dinslakener Modell präsentiert

Dass Dinslakens Stadtwerke schon seit 20 Jahren erfolgreich in Sachen klimafreundlicher Fernwärme tätig sind, u.a. den Kölner Flughafen mit Strom und Klimatechnik versorgen, inzwischen richtig Geld damit verdienen und
auch noch die Umwelt schonen, konnten sich die Amerikaner gar nicht vorstellen. Und wurden entsprechend neugierig: „Umweltschutz hat in Amerika den Ruf, immer mit teuren staatlichen Subventionen verbunden zu sein. Das Modell Dinslaken zeigt, dass das nicht stimmt“, so Heidinger zum NA: „Wir wollen ja Dinslakens altes Zechenviertel Lohberg samt Kreativ.Quartier zum CO2-neutralen Musterstadtteil umbauen. Dort können wir im Prinzip die unterschiedlichsten regenerativen Energien darstellen, die derzeit diskutiert werden. Das ehemalige Zechengelände mit seinen Potentialen wie Grubenwasser, Grubengas, Erdwärme, Sonne oder Wind kann mit den entsprechenden Techniken einmal gewinnbringend nutzbar gemacht werden.“

Auch in Northern Virgina wurde der Lohberg-Plan mit großem Interesse zur Kenntnis genommen. Ein „Plus-Energie-Standort“ soll in Lohberg entstehen, der mehr Energie herstellt, als er verbraucht. Die drei Tage in Northern Virginia wurden von den Klimadialog-Teilnehmern auch zu interessanten Besichtigungen genutzt: Auf dem Progamm standen auch große Steuerungszentralen (Washington Gas HQ Facility), die eine Vielzahl von privaten und öffentlichen Gebäude intelligent mit allem Nötigen energiesparend versorgen. Denn in Amerika wird im Sommer, wegen der dort überall üblichen Klimatisierung, mehr Energie verbraucht als im Winter.

Energiewende in Schulen fördern

Besonders beeindruckt zeigte sich Heidinger auch von einem Besuch einer städtischen Grundschule in Alexandria, wo „Drittklässler und ihre Lehrer“ die Besucher über ihre Umweltschutz- und Klima-Projekte zum Nutzen der ganzen Schule informierten: „Mit soviel Begeisterung und tollen eigenen Ideen. Die sind stolz auf ihre Schule und Engagement ist dort selbstverständlich.“

Das imponierte auch dem Bürgermeister aus dem fernen Germany: „In Dinslaken sollen bald viele Schulen auch energetisch saniert werden. Da können wir uns, was die Einbindung der Schüler und Schülerinnen angeht, bei den amerikanischen Schulen eine Scheibe abschneiden. Da ist sicher auch bei uns Einiges machbar. Kinder sind die Energiebotschafter der Zukunft und müssen auch jetzt schon praktisch miteingebunden werden. Im Unterricht und in ganz konkreten Projekten für ihre Schule.“

NA: Wie schätzen Sie die Chance einer wirklichen Energiewende in den USA ein?

Dr. Michael Heidinger: Das wird sich nur entwickeln können, wenn die Energiepreise weiter drastisch steigen. Und es ist noch sehr viel Überzeugungsarbeit nötig.

Der transatlantische städtische Klimadialog TUCD geht übrigens weiter: Workshops sind im November 2012 in Stuttgart und 2013 in der Provinz Ontario (Canada) geplant.

Dr. Michael Heidinger: Das sind weitere gute Gelegenheiten, Dinslaken als Zukunftsstandort in der Welt bekannt zu machen. Auch der Kontakt zu Bernd Tischler und der „Innovation City Bottrop“ wird enger werden.

NA: Herr Bürgermeister, wir danken für das interessante Gespräch, auch im Namen unserer Leser. (Erschienen im Niederrheinanzeiger KW 20/12)

Autor:

Caro Dai aus Essen-Werden

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