Fairtrade für mehr Menschlichkeit, Respekt und bessere Arbeitsbedingungen

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Eine Frage des Gewissens sagten die Veranstalter der Aktion.
 
Ebru Eserli und Lisa Maier erklären das Prinzip "fairtrade". Foto: RKS

"Wenn Kinder beginnen, die Eltern zu erziehen, dann beginnt eine Bewusstseinsveränderung, dann beginnt Nachhaltigkeit lebendig zu werden", erklärt Stephanie Grefen, stellvertretende Abteilungsleiterin Wirtschaft und Verwaltung des Berufskollegs Dinslaken. Worum es geht? Fairer Handel, das "Große Ganze" und vor allem Menschlichkeit.

Denn die Arbeitsbedingungen könnten nicht unterschiedlicher sein. Auf der einen Hälfte der Welt gibt es Sozial- und Krankenversicherungen, Mindestlöhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen, auf der anderen Kinderarbeit, Niedrigstlöhne und oftmals Arbeitsbedingungen, die krank machen. Und wofür? Damit der Konsument immer mehr - weil immer günstiger - einkaufen kann.
Doch nicht alle wollen sich dem Massen- und Konsumwahn hingeben und untestützen nun die Aktion der Kooperation aus Stadt, Verbraucherzentrale und Berufskolleg Dinslaken, die im Rahmen der Fairtrade-Woche auf die krummen Geschäfte der Weltwirtschaft aufmerksam machen möchten. "Wir wollen Produkte, die dafür sorgen, dass die Menschen, die sie herstellen, auch davon leben können", so Ulrike Grabowski von der Verbraucherzentrale NRW. Es müsse noch mehr Geld in die Infrastruktur und die Kooperationen mit Fairtrade-Händlern gesteckt werden, so dass deren Produkte auch eine reelle Chance bei der breiten Bevölkerung finden. "Natürlich hilft auch ein Discounter wie Lidl, das Bewusstsein für fair gehandelte Produkte zu verbreiten. Kostet die Schokolade dann vielleicht ein Euro mehr, ist die Schwelle nicht allzu hoch, sich dafür zu entscheiden, als wenn die Preisdifferenz deutlich gravierender ist", so Grabowski weiter.
Und auch Bürgermeister Dr. Michael Heidinger nimmt sich dieses Themas an. "Dinslaken ist stolz auf so viel Engagement und wir blicken hier auf eine lange Tradition zurück. Denn ein soziales Bewusstsein und Stadtentwicklung im Sinne von Nachhaltigkeit zeigen sich an vielen Beispielen in der Stadt, nicht zuletzt im Bereich der regenerativen Energie, auf die Dinslaken baut."
"Darüber hinaus sind wir die 8. ,Fairtrade-town' in Deutschland", so Heidinger weiter. Dabei betont er die Bedeutung der Schulen im Umgang mit diesem Thema. "Denn erst, wenn Menschen begreifen, dass sie selbst entscheiden, welche Politik, welche Wirtschaft und welches gesellschaftliche Konzept sie unterstützen, wenn sie ihre eigene Handlungsfähigkeit begreifen, verändert sich die Wahrnehmung in Richtung Ganzheitlichkeit."
Und auch die mitwirkenden Schülerinnen des Berufskollegs Dinslaken Ebru Eserli, selbst Mutter einer kleinen Tochter, und Lisa Maier erläutern den Passanten leidenschaftlich den Gedanken von fairtrade. "Für mich ist das eine Herzensangelegenheit, selbst meine Eltern habe ich bereits angesteckt", sagt Maier. "Man sollte viel mehr fairtrade Produkte kaufen, auch im Bekleidungssegment, die Arbeitsbedingungen der Menschen stärken und für mehr Gerechtigkeit sorgen", ergänzt Eserli. "Wenn ich mit meiner Tochter in den Supermarkt gehe, dann ruft sie: ,Mama, können wir nicht das mitnehmen, da ist das Zeichen drauf'", so Eserli weiter und gibt den Worten Grefens ein Gesicht. Schön, dass die zukünftigen Fremdsprachenassistentinnen die Welt als "eine" Welt begreifen und mit ihrer Aktion zeigen, wie wichtig es ist, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Genießen ohne schlechtes Gewissen. Kaffee, Schokolade, Orangensaft, Bananen und vieles mehr können schmecken, ohne den bitteren Beigeschmack von Ausbeute zu hinterlassen.
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Sarah Dickel aus Moers | 06.10.2016 | 19:41  
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