Adventskalendergeschichte: Das Lächeln des Rentieres (Tor 2)

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Rentiermops Murphy wünscht schöne Weihnachten. (Foto: jape)

Eine Weihnachtsgeschichte in 24 Teilen. Fast so glücklich machend wie Schokolade, aber dafür kalorienarm.

23.12.2013 | 15:00 Uhr

Blumen, Schokolade, Parfüm.
Nein, Daniel ist ganz und gar nicht zufrieden mit diesen Vorschlägen. Blumen, Schokolade und Parfüm. Das soll alles sein? Er versucht es ein weiteres Mal und füttert Google mit „Ausgefallene Geschenke für Schwiegermutter“. In einem Forum beschreibt irgendwer einen wohltuenden Tee für das angespannte Nervengerüst. Daniel stellt sich vor, wie die Mutter seiner Freundin den Tee auspackt und sagt „Gute Idee, Du gehst mir eh auf die Nerven.“
Daniel ist 22 Jahre alt, Brillenträger und studiert. Er liebt Onlinerollenspiele, Bars und lacht viel über diverse US-Sitcoms. Außerdem liebt er Marie.
Die beiden lernten sich auf einer WG-Motto-Party kennen, wo Verkleidungen Pflicht waren. Sie ging als Cracknutte und er als Dionysos. Sie waren direkt Feuer und Flamme; tauschten zuerst Nummern und später Körpersäfte aus. Das ist ganze sieben Monate her. Nun steht das erste gemeinsame Weihnachtsfest an und Daniel wurde von Maries Eltern eingeladen. Ein Alptraum für Daniel, denn er hat keine Ahnung, was er seinen Schwiegereltern in spe schenken soll. Vor allem nicht Maries Mutter.

Daniel erinnert sich noch sehr gut an die erste Begegnung mit Ruth, Maries Mutter. Nach einer knappen Begrüßung beäugte sie ihn gefühlte 10 Minuten lang und fragte kritisch: „Bist Du ein Drogendealer oder Schlimmeres?“ In diesem Moment war er so perplex, dass er nur Unsinn vor sich hin stammelte („Nein … eh … ich bin nur … ein Magier bei World of Warcraft..“), was ihn von dem Moment an unter Generalverdacht stellte.
Er ist sich aber sicher, dass er seinen Ruf mit dem passenden Geschenk retten kann.
Aber was? Blumen verwelken, Schokolade macht dick, Parfüm stinkt.

Daniel holt sich Rat bei seiner Freundin Marie und wählt ihre Nummer.
„Ich verzweifel gerade ein wenig. Womit kann ich Deine Mutter begeistern?“
„Du könntest ihr was basteln.“
„Machst Du Witze? Ich habe zuletzt was im Kindergarten gebastelt, dabei hätte ich mir fast den Arm gebrochen.“
„Das wäre aber was von Dir. Es würde zeigen, dass Du Dir Gedanken gemacht hast.“
„Gedanken machen. Wozu gibt es denn Google?“
„Also ich bastelte ihr letztes Jahr eine Fotocollage und sie hatte sich sehr drüber gefreut.“
„Ich könnte ihr eine Collage meiner Kneipenexzesse zusammenstellen. Das würde ihr Vorurteil unterstreichen...“
„Du spinnst. Ich sage ja nur, dass etwas Persönliches vielleicht besser ankommt.“
„Hmm. Etwas Persönliches.“
Daniel legt auf und beginnt, eine Liste zu erstellen. Er schreibt übertrieben fett „Opfergaben für Ruth“ drüber und startet sein Brainstorming. Aus einem Film weiß er, dass der Weg in das Herz der Freundin über das Ohr der Mutter führt. Versagen ist demnach tabu!

Marie bekommt derweil einen weiteren Anruf, dieses Mal jedoch von ihrer Mutter.
„Sag mal, Schatz? Hast Du eine Idee, was ich Daniel schenken könnte?“

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Fortsetzung folgt
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