Adventskalendergeschichte: Das Lächeln des Rentieres (Tor 4)

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Rentiermops Murphy wünscht schöne Weihnachten. (Foto: jape)

Eine Weihnachtsgeschichte in 24 Teilen. Fast so glücklich machend wie Schokolade, aber dafür kalorienarm.

23.12.2013 | 17 Uhr.
„Wir brauchen erst einmal Geschenke. Dann Schokolade! Ganz viel Schokolade!“
„Nein! Keine Geschenke, keine Schokolade.“
„Wir brauchen auch einen Tannenbaum. Mit ganz vielen Kugeln und einem Stern oben drauf.“
„Ich werde hier bestimmt keinen Baum hinstellen. Der nadelt alles voll und ich darf täglich staubsaugen.“
„Dann dieses lange Glitterschlange da. Ich komme nicht auf den Namen ..“
„Lametta.“
„Ja, genau! Das brauchen wir auch!“
„Keine Geschenke, keine Schokolade, kein Tannenbaum, keine Kugeln, kein Stern und vor allem kein Lametta!“
„Das klingt nach einem ziemlich blöden Weihnachten.“
„Tja. Aber so wird dein Weihnachten aber dieses Jahr aussehen. Ich mache den Firlefanz nicht mit, nur weil deine Mutter unbedingt über Weihnachten ins Krankenhaus musste. Ist doch scheiße, so ein Timing!“
Malte guckt Peter lange an und fragt sich, ob es sich um einen misslungenen Scherz handelt. Malte ist 8 Jahre alt und für die nächsten paar Tage Gast bei Peter, seinem weihnachtshassenden Onkel. Eigentlich verabscheut Peter noch viel mehr als Weihnachten und alles, was dazugehört. Er hasst Lärm, Menschenansammlungen und eigentlich generell alles, was andere mögen. Sein persönlicher Albtraum wäre demnach ein Justin Bieber Konzert.
Maltes Mutter, Petra, stürzte gestern beim Dekorieren eine kleine Trittleiter hinab; sie landete so unglücklich, dass sie mit einem komplizierten Bruch über die Feiertage im Krankenhaus bleiben muss. Petra bat ihren Bruder Peter (Ihre Eltern fanden das lustig), Malte über Weihnachten zu sich zu holen, um mit ihm zu feiern. Maltes Vater war schon lange ausgeflogen und schickt allerhöchstens mal eine Karte, auf der der Empfänger meist falsch geschrieben wird: Mahlte.
Peter wehrte sich natürlich vehement, da er einfach vergessen hat, wie man Weihnachten überhaupt feiert. Zumal er mit der Präsenz des cleveren Jungen massiv überfordert ist.

„Meine Mama sagte mir bereits, dass du manchmal rumzickst.“
„Deine Mama ist ja so schlau! Deshalb fällt sie auch beim Schmücken von der Leiter.“
„Wenigstens hat sie geschmückt. Du hast ja nicht mal eine Kerze.“
„Wozu Kerzen? Ich zahle meine Stromrechnung.“
„Peter, ich bin vielleicht erst acht Jahre alt, aber ich bin nicht doof.“
„Ach ja?“
„Ja. Ich weiß zum Beispiel, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gibt.“
„Na und?“
„Das bedeutet, dass DU mir die Geschenke bringen musst. Sonst sage ich das meiner Mama.“
„Aber ...“
Peter unterbricht sich selbst. Denn wenn er etwas noch mehr hasst als Weihnachten, dann ist es ein Streit mit seiner Schwester.

Fortsetzung folgt.
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