Konfirmandenarbeit als Baukasten zur Lebensorientierung

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Immer noch aktuell: Die Teilnahme am Konfirmandenunterricht- neun von zehn Jugendlichen besuchen das Angebot ihrer Kirchengemeinde. (Foto: Privat.)

Dorsten. Die Monate April und Mai sind traditionell in den Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten die Monate der Konfirmationen.

Dieser Zeitpunkt erinnert an die lange Geschichte des kirchlichen Unterrichts. Die Schulzeit endete für die meisten noch bis in die 1970er Jahre nach der achten Klasse mit den Osterferien. Die Konfirmation (Bekräftigung) begleitete den Übergang in das Berufs- und Erwachsenenleben.

„Heute sind die Rahmenbedingungen andere, aber der kirchliche Unterricht (KU) ist eine Vorbereitungszeit geblieben“, erklärt Superintendent Dietmar Chudaska. Im Kern gehe es sicherlich darum, die Frage zu beantworten: „Was heißt es heute als Christ in dieser Welt zu leben? Oft werden aber auch Haltungen eingeübt, die die Basis für das gelingende Miteinander in der Zivil- und Stadtgesellschaft darstellen.“ So sei der KU schon immer inklusiv gewesen.

„In der Konfirmandenarbeit kommen sehr unterschiedliche Jugendliche zusammen“, sagt der leitende Geistliche des Kirchenkreises. Darunter seien Schüler verschiedener Schulformen, Jugendliche mit Handicap oder besonderer Begabung. Jungen und Mädchen aus Familien mit Evangelischem Hintergrund oder distanziertem Verhältnis zur Kirche. „In der Konfirmandenarbeit erfahren sie, dass Jesus Christus sie zu einer Gemeinschaft zusammenbringt. Und sie sollen wissen, das jeder ungeachtet seiner Herkunft, seiner Geschichte ein liebenswerter Gedanke Gottes ist“, so der Superintendent. Die Erfahrungen, die Jugendliche aus ihrer Konfirmandenzeit mitnehmen, seien elementar für den weiteren Weg in die Kirche, ist sich Chudaska sicher. „Hier liegt oft die Voraussetzung für ehrenamtliches Engagement.“

Von einem klassischen (Frontal-)Unterricht mit einer abschließenden Angst machenden Prüfung ist man heute weit entfernt. Im Kirchenkreis wird insgesamt nach einem halben Dutzend unterschiedlicher Konzepte gearbeitet: KU 3/8, Blockunterricht, Lern- und Erlebniswochen in den Ferien und vieles mehr. Grundlegende Themen wie die Beschäftigung mit den Zehn Geboten, Gleichnissen Jesu, dem Glaubensbekenntnis und dem Gebet sind geblieben. „Wie sollte man auch sein Christsein in unserer Welt praktizieren können, ohne diese Essentials?“, fragt Chudaska. Nur gehe es um mehr als das Kennen oder gar Auswendiglernen. „So sind etwa die Zehn Gebote eben bis heute ein Baukasten zur Lebensorientierung.“ Wichtig sei, dass die Jungen und Mädchen die Erfahrung machen, dass sie in der Kirchengemeinde willkommen seien und ihre Beteiligung gewollt sei, betont der Superintendent.

Zwei Studien aus 2009 und 2016 belegen den Angaben nach eine jahrzehntelange stabile Teilnahme der Evangelischen Jugendlichen an der Konfirmandenarbeit. Neun von zehn besuchen die Konfi-Angebote ihrer Kirchengemeinde, das sei ein Drittel der 14-Jährigen. Die Jugendlichen seien laut den Studien ins Nachdenken darüber gekommen, was gut oder schlecht für ihr Leben sei.

„Geldgeschenke als Motivation?“ fragt Superintendent Chudaska. „Es wäre doch unverständlich, wenn man sich nicht darüber freut.“ Dennoch hätten Rückfragen in Gemeinden gezeigt, wie wichtig es den Jungen und Mädchen ist, an ihrem Konfirmationstag Achtung und Respekt zu erleben.
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