Marktmusik war Startschuss für ein großartiges Projekt

Dr. Hans-Jakob Gerlings (l.) lädt zum Projektchor. Organist Dr. Martin Welzel begleitet und begeisterte jetzt schon durch sein Spiel bei der 146. Marktmusik.
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  • hochgeladen von Barbara Seppi

Herrliche Orgelklänge am vergangenen Samstag zur 146. Marktmusik in St. Agatha gaben den Startschuss zu einem großartigen Projekt: eine Entdeckungsreise in die Musik deutscher jüdischer Komponisten des 19. Jahrhunderts, allen voran Louis Lewandowski (1821-1894). Das Jüdische Museum Westfalen und die Chorgemeinschaft St. Agatha Dorsten laden ab Juni ein, Werke des Komponisten einzustudieren, der jüdische Tradition mit abendländischer Harmonik verband. Die Innovationen des großen Meisters und Reformators der jüdischen Liturgie Louis Lewandowski machten den jüdischen Gottesdienst zu einem musikalischen Ereignis. So brachten sie das neu erblühte Selbstbewusstsein der Juden im 19. Jahrhundert zum Ausdruck und verliehen der jüdischen Liturgie weltweit und überkonfessionell neue Ausstrahlung. Die Vertonung vieler Psalmen aus dem Alten Testament untermauern zudem, wie viel Christen und Juden gemeinsam haben.
Durch das Singen und Einstudieren dieser Musik wird vieles greifbarer als durch bloße Vorträge. Die Chorgemeinschaft St. Agatha unter der Leitung von Dr. Hans-Jakob Gerlings ist Gastgeber für das Studium dieser Musik und hofft auf viele Sänger und Sängerinnen, die ebenfalls Lust haben, sich diesem Thema zu widmen. Der Konzerttermin in St. Agatha steht ebenfalls fest, es ist der 26.Oktober, Abschlusskonzert zur renommierten Reihe "Stadtklänge". In der Woche vor dem Konzert wird das Jüdische Museum Westfalen einen Vortrag zum Thema anbieten. Es spricht Dr. Heinrich Simon, Direktor des Centrum Judaicum in Berlin zu Louis Lewandowski, zu dem er kürzlich auch eine Biografie veröffentlicht hat.
Als Organist für das Projekt konnte Dr. Martin Welzel aus München gewonnen werden, der im Thema der jüdischen Komponisten eingearbeitet ist. Und eben dieser Martin Welzel hat zur Marktmusik großartig auf das Kommende eingestimmt. Majestätischer Klang der Breil-Orgel zu Lewandowskis Largo e-Moll, eine Komposition zum jüdischen Zuckerfest. Romantisch monumental. Die Werke von Jaromir Weinberger und Joseph Sulzer offenbarten zarte Klänge, ja fast experimentell mit allen Registern der "Königin der Instrumente" spielend. Die 150 Besucher der Marktmusik waren insgesamt alle begeistert, Dr. Gerlings hofft, viele werden sich zum Projektchor im Sommer melden. (Anmeldungen bei Barbara Seppi, Schriftführerin Chorgemeinschaft St. Agatha barbaraseppi@gmx.de)

Autor:

Barbara Seppi aus Dorsten

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