„Die Kraft zum neuen Beginn“ – Grußwort von Bürgermeister Tobias Stockhoff

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Bürgermeister Tobias Stockhoff. (Foto: Archiv)
Dorsten: Altes Rathaus |

Dorsten. An dieser Stelle richtet Bürgermeister Tobias Stockhoff das Grußwort unter dem Titel "Die Kraft zum neuen Beginn“ an alle Stadtspiegelleser.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in den letzten Tagen habe ich mich oft bei den Nachrichtensendungen gefragt: „Warum bekommen die Mächtigsten der Welt nicht endlich Frieden in Syrien hin?“ Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass ich mit dieser Frage nicht alleine bin. So regen wir uns auf über die „politischen Zwänge“, die einen Frieden in diesem von Krieg und Leid geplagten Land so unendlich weit erscheinen lassen.

Der Vorabend zum vierten Advent hat mir ganz persönlich einen neuen Impuls zur Beantwortung dieser Frage gegeben. Ich durfte den Friedenslicht-Gottesdienst der Pfadfinder in der St. Agatha-Kirche mitfeiern. Ganz anders als die üblichen Adventsgottesdienste. Lauter, ja vielleicht sogar schriller, mit Band, mit Lichteffekten, mit Wunderkerzen… ganz anders eben. Ein Gottesdienst, der im positiven Sinne in festgefahrenen Strukturen kraftvoll aneckt und unerwartet anstößt.

So unerwartet, wie für mich die Begegnung mit einem syrischen Flüchtling, der mit seiner kleinen Tochter neben mir in der Kirche saß, mir in fast perfektem Deutsch von seiner Heimat erzählte und bei dem ich spürte, wie wichtig ihm als Moslem der Besuch dieses christlichen Friedensgottesdienstes war.

Ja, wir brauchen diese unerwarteten und ungewöhnlichen Wege für Frieden – für einen neuen Beginn.

Für ein friedliches Miteinander, nicht nur in der großen Weltpolitik, auch in unseren Familien, Nachbarschaften, Vereinen, in der Schule, am Arbeitsplatz und in unserer Stadtgesellschaft. Wir alle sind gefordert, denn auch im Kleinen, in unseren Familien und an anderen Stellen unseres Alltags gibt es diese „politische Zwänge“, die uns im Streit festfahren und erstarren lassen.

Das Weihnachtsfest und das Kind in der Krippe, das Licht der Welt, können uns neue Kraft geben, diese Starre, unsere persönliche Halsstarrigkeit zu lösen.

Ich möchte uns daher vier Zeilen aus einem Lied aus diesem Gottesdienst schenken:

So wie die Nacht flieht vor dem Morgen,
so zieht die Angst aus dem Sinn,
so wächst ein Licht in dir geborgen,
die Kraft zum neuen Beginn.

Und so wünsche ich uns von Herzen die weihnachtliche Kraft zu neuem Beginn, ein frohes Weihnachtsfest sowie ein gesegnetes Jahr 2017!

Ihr Tobias Stockhoff
Bürgermeister
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