GaGu-Zwergenhilfe zurück aus Sierra Leone

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Gudrun Gerwien vor dem "Home of Hope". (Foto: Privat)
 
(Foto: Privat)

Mit sehr gemischten Gefühlen sind Gudrun Gerwien und Dieter Schmitt von der GaGu-Zwergenhilfe aus Sierra Leone zurückgekehrt. Nach zweieinhalb-jähriger Pause, auch eine Folge der Ebola-Seuche in Westafrika, haben die Schermbecker ihr „Home of Hope“ wieder besucht, das derzeit von 16 Kindern und Jugendlichen bewohnt wird.



Einerseits haben sich beide über den herzlichen Empfang, die Lern- und Entwicklungsfortschritte der Kinder gefreut. Aber in einem Krankensaal hat Gerwien Szenen gesehen, bei deren Schilderung ihr nach wie vor die Tränen kommen. Sie sei „wütend und fassungslos“. Ein Kind im Arm zu halten, das bald sterben könnte, sei eine traumatisierende Erfahrung.

Erfreulich dagegen der Stand des im Jahr 2008 gestarteten Haus-Projekts, in das die ersten Kinder im Jahr 2011 eingezogen sind. „Es sieht wohnlich und gemütlich aus“, sagen Gerwien und Schmitt, die für drei Wochen gereist sind. Den vor Kurzem verschifften Hilfscontainer haben sie dort in Empfang genommen. Gespendete elektrische und mechanische Nähmaschinen kommen in die neue Näherei. Dort und im Backhaus sollen Kinder ausgebildet werden, „die nicht zur Schule gehen konnten“. Voraussichtlich Ende April soll die Ausbildung beginnen, die offizielle Einweihung im Herbst folgen. In dem Gebäude fehlen nur noch Türen und Fenster. Vom Verkauf der Brote soll ein Ausbilder bezahlt werden, Überschüsse fließen zum „Home of Hope“. Die Bäckerei verbessere auch die Versorgung vor Ort, ergänzt Schmitt. Sonst seien lange Wege nötig. In der Näherei sollen auch Schuluniformen entstehen. Diese sind für den Schulbesuch zwingend.

„Das Leben hat wieder eingesetzt“, sagt Gerwien über die Situation nach der Ebola-Seuche. Nur: „Als Laie habe ich das Gefühl, dass ein Slum heranwächst“, denn Ebola-Waisen sollen mit Bürgerkriegs-Opfern ohne weitere Versorgung zusammenleben. Noch in Verhandlungen ist der Verein wegen eines Vorhabens, um Ebola-Waisen unterzubringen.

„Jeder Euro kommt auch wirklich an“


Ein großes Dankeschön sagen die GaGus Bürgermeister Mike Rexforth, der eine Patenschaft für die 12-jährige Aminata übernommen hat. „Ich wäre froh, wenn sich viele Schermbecker engagieren würden“, wirbt er um Nachahmer. Denn mit einer Patenschaft (25 Euro im Monat) lasse sich ein Menschenleben retten. Und: „Jeder Euro kommt auch wirklich an“, sagt der Bürgermeister über die Seriosität des Projekts. Da Rexforth im Pressegespräch spontan eine weitere Patenschaft übernommen hat, sind es jetzt 39. „Wir brauchen dringend Paten“, sagt Gerwien. Zehn weiteren Kindern soll damit geholfen werden. Noch keinen Zwischenstand will der Verein zur Wette mit Rexforth abgeben. Die GaGus wetten, dass er bis Ende Oktober keine 50.000 Euro Hilfsgeld zusammenbringen wird.

Heinrich Brinkmann, Geschäftsführer von „GaGu gemeinsam leben“, einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe, berichtet vom aktuellen Sachstand: Mit 18 Mitarbeitern im vorigen Jahr gestartet, seien es jetzt bereits 31. „Der Betrieb ist gut angelaufen.“ Ein erwirtschafteter Überschuss fließt an den Mutterverein und dessen Projekte. Und: Das „Home of Hope“ hat einen Preis als zweitbestes Haus für Kinder und Jugendliche in Sierra Leone gewonnen.

Weitere Informationen auf gagu-zwergenhilfe.com.

Text: Andreas Rentel
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