„Lass einen los“ - Gesamtschule Schermbeck schickt Luft-Botschaften zum Weltnichtrauchertag

Anzeige

„Lass einen los“ heißt das Motto unter dem die Landesinitiative „Leben ohne Qualm“ jährlich zum Weltnichtrauchertag (WNT) einlädt. Die Gesamtschule Schermbeck und die Drogenberatung Wesel unterstützen die Aktion: Am Dienstag, 31. Mai, um 13 Uhr steigen rund 250 bunte Heliumballons in den Himmel. Die Ballons tragen Kärtchen, auf denen Schüler des 6. Jahrganges und die Klassen 7c, 8c und 8e der Gesamtschule ihre persönlichen Sprüche und Botschaften zu den Vorteilen des Nichtrauchens geschrieben haben.



Wie weit die wohl fliegen? Wer wird die Botschaft finden? Und: Finden andere das cool und werden sich als Finder melden? Es bleibt spannend, denn sowohl Absender als auch die Finder können tolle Preise gewinnen.

Seit 1987 wird der Weltnichtrauchertag von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) genutzt, um weltweit auf die Gefahren des Rauchens und die Machenschaften der Tabakindustrie aufmerksam zu machen. Mit Erfolg, denn die Zahl der rauchenden Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 erreichte 2014 einen Tiefststand. (* Die Raucher-Quote lag bei den 12- bis 17-Jährigen 2001 bei 28 Prozent, 2005 bei 20 Prozent, 2008 bei 15 Prozent und sank 2014 auf knapp 10 Prozent. Mehr dazu: rauchfrei-info.de/informieren/verbreitung-des-rauchens/raucherquote-bei-kindern-jugendlichen)

Um wieder mehr jugendliche Raucher zu gewinnen, setzt die Tabakindustrie weiterhin auf Werbung. Werbung und gezieltes Marketing sind erwiesenermaßen wesentliche Instrumente, um Jugendliche zum Rauchen zu verführen und das Rauchen in Jugendkulturen zu etablieren.

Zum WNT 2016 fordert deshalb das Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR) ein umfassendes Werbeverbot für Rauchprodukte. Unter dem Motto „Kein Platz für giftige Botschaften. Stoppt Tabakwerbung jetzt!“ wollen die Akteure auf die Wirkung von Tabakwerbung auf Jugendliche hinweisen und fordern den Bundestag zum Handeln auf.

Im Zuge der Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie wurde Deutschland erst kürzlich aktiv: Zum 1. April trat eine Änderung des Jugendschutzgesetzes in Kraft. Tabakfreie Shishas und E-Produkte samt deren Behältnisse wurden ins Gesetz (§10) aufgenommen. Für sämtliche Rauchprodukte gilt seitdem: Kein Verkauf an Jugendliche unter 18 Jahre. Auch der Konsum ist erst ab 18 Jahre erlaubt. Schulen und Jugendeinrichtungen handeln seitdem mit mehr Rechtssicherheit.
Ab Mai 2016 werden zudem Bilder auf den Zigarettenschachteln die Rauchenden unsanft aufklären.

An der Gesamtschule Schermbeck werden weiterhin Aktionen den Trend und eine positive Haltung zum Nichtrauchen stärken – unter anderem mit der Teilnahme am Projekt „Be smart - Don’t Start“. Präventionsarbeit ist fester Bestandteil der Lehrpläne, insbesondere auch im Fach Biologie und allgegenwärtig im Schulalltag. „So lernen schon die Jüngsten, das Zigaretten nicht nur Tabak enthalten, sondern auch gefährliche Stoffe wie Blei, Cadmium und Ammoniak. Aber auch Schokolade, Lakritze und Zucker, die die Industrie einsetzt, um das Rauchen angenehmer zu machen“, erklärt Frau Oberkinkhaus, Koordinatorin für die gesundheitliche Präventionsarbeit an der Schule. Bei Prävention und Information zu Suchtfragen steht die Gesamtschule Schermbeck seit vielen Jahren kontinuierlich mit Frau Lübbehusen von der Drogenberatung Wesel in Kontakt.

Zum WNT werden jetzt im sechsten Jahr in Folge Schüler der Gesamtschule Schermbeck, die sich mit dem Thema Nichtrauchen schon auseinander gesetzt haben oder es gerade zeitnah im Unterricht tun, „einen ablassen“. Die Teilnehmenden verfassen auf einem Ballonanhänger einen Spruch zu den Vorteilen des Nichtrauchens. Die gebündelten Sprüche und Ballons nehmen dann den Weg zu einem unbekannten Empfänger, der die „Botschaft“ findet und hoffentlich Kontakt aufnimmt.

Mit kleinen Preisen geehrt wurden die Gewinner der Luftballonaktion „Lass‘ einen los“ im letzten Jahr. Der Luftballon von Julian W. (Klasse 7) stieg am 29. September 2015 an der Gesamtschule Schermbeck in den Himmel und flog 241 km weit bis nach Steyerberg, einem Ort in der Nähe des Steinhuder Meeres/ Osnabrück. Sein Nichtraucherspruch „Willst du länger leben, musst du die Zigaretten aufgeben“ wurde außerdem zum besten Spruch der Aktion zum Weltnichtrauchertag 2015 gekürt. Zwei weitere Ballons flogen bis in das 169 km entfernte Preußisch Oldendorf – Bad Holzhausen.

Ein besonderer Dank geht auch an die Volksbank Schermbeck, die die Aktion – wie jedes Jahr - mit einer Spende für das Heliumgas unterstützt.
Weitere Informationen unter drogenberatung-wesel.de und loq.de.


Wirkung von Tabakwerbung auf Kinder und Jugendliche


Tabakwerbung dient dazu, den Tabakkonsum zu erhöhen und die Akzeptanz des Rauchens in der Gesellschaft zu fördern. Da die meisten Raucher im Teenageralter mit dem Tabakkonsum beginnen und dann zumeist dauerhaft rauchen, sind Jugendliche die bevorzugte Zielgruppe der Tabakwerbung:

-Junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren nehmen Tabakwerbung in ihrer Umgebung in größerem Umfang wahr als ältere Personen.

-Tabakwerbung fördert bei Jugendlichen den Einstieg in das Rauchen und unterstützt den Übergang vom Experimentieren zum regelmäßigen Rauchen.

-Je mehr Tabakwerbung Jugendliche sehen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit dem Rauchen beginnen.

-Tabakwerbung kann bei Jugendlichen das Bild von rauchenden Personen und vom Rauchen selbst positiv beeinflussen.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.