Mehr als gute Vorsätze: anderen helfen - Lille macht´s!

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Die Kinder sind glücklich, dass sie da ist: Lille Deppermann. (Foto: Privat)
 
(Foto: Privat)

Dorsten./Botosani. Elisabeth Deppermann, genannt Lille, machte sich im September auf die Reise nach Botosani, Rumänien. Der Empfang in der Mission (einer Einrichtung für Kinder von 5 bis 14 Jahren aus sozialen Brennpunkten der Stadt) war sehr herzlich:“Wir wurden mit offenen Armen empfangen“, so Lille. „Ich habe mich hier so schnell zu Hause gefühlt. Das liegt zum größten Teil an den Kindern, die unglaublich freundlich sind.“

Der Arbeitsalltag von Lille sieht nun folgendermaßen aus: Jeden Morgen beginnt sie um 8.30 Uhr mit ihrer Arbeit. Manchmal geht sie schon vorher kurz auf den Markt, der direkt um die Ecke ist. „Der Geschmack von frischem Obst und Gemüse von Markt! Um Längen besser als in Deutschland!“ schwärmt sie. Sie hilft in der Küche, bereitet etwas zum Basteln vor, macht Ordnung drinnen oder draußen. Ab 10 Uhr kommen dann die Kinder, die in der Mission betreut werden. Lille hilft dann bei den Hausaufgaben, oder spielt mit den Kindern, gibt Essen aus, spült zwischendurch immer mal wieder. „Zwischen 16 Uhr und 17 Uhr sind wir dann fertig. Was wir danach machen ist unterschiedlich. Einkaufen, kochen. Wir waren auf einer Demonstration, im Stadion bei einem Fußballspiel von Botosani, wir gehen spazieren, manchmal mit, manchmal ohne Kinder, immer so je nachdem, was ansteht.“

Das hört sich erst einmal nach einem normalen Leben von Schülern im offenen Ganztag an. Das Schicksal dieser Kinder ist aber häufig ein ganz anderes. Rumänien ist ein armes Land; es mangelt an Allem. Viele Dinge lassen Lille erst einmal schlucken: „Die Wohnverhältnisse beispielsweise. Oder wie viele der Eltern nicht lesen und schreiben können, dass viele Kinder kein Selbstvertrauen haben, etwas schaffen zu können, oder dass auf dem Wunschzettel einen Siebenjährigen Jungen steht: zwei karierte Hefte für die Schule...“ Auf die Frage, was zu Hause an Dingen fehlt, kommt die Antwort: „Ein Badezimmer, Holz zum Heizen, ein Bett (weil es nur zwei Betten für fünf Personen gibt) oder eine Bettdecke, weil es nachts ohne Heizung so kalt wird.“ Ein Mädchen sagt auf die Frage, was ihre Eltern machen: „Sie trinken. Sie lieben mich nicht, sorgen sich nicht um mich, kaufen mir keine Kleidung und schicken mich dreckig zur Schule.“

Ende November ist in Wermelskirchen ein LKW mit Sachspenden nach Botosani gestartet. Die Kinder, die regelmäßig in die Mission kommen, konnten einen Wunschzettel für Weihnachten schreiben. Diese wurden zu verschiedenen Kontaktstellen geschickt, ab jetzt auch nach Dorsten. So bekommen einige Kinder zu Weihnachten ihren „persönlichen Schuhkarton“. Im März und im Sommer wird wieder ein LKW hochfahren. Spenden sind willkommen. Die Heizkosten für die Cantina der Mission können kaum aufgebracht werden. „Am Wichtigsten ist Geld, aber auch Sachen wie Spülmittel oder Schulsachen etc. helfen ungemein“, so Lille.

Am meisten berührt sie die Freundlichkeit der Kinder. „Es ist rührend, wie motiviert und engagiert die Kinder sind. Egal, ob es darum geht beim Krippenspiel mitzumachen, den Tisch abzuwischen oder zu ein bisschen zu Fegen, alle reißen sich darum mitzumachen und zu helfen.“ Da ist die sprachliche Barriere meist eine Kleinigkeit. Zudem wird Lille immer besser und die Kinder helfen geduldig weiter, wenn sie ein Wort nicht weiß oder es falsch ausspricht.

Lille ist motiviert, sie ist engagiert. Und sie erhält so viel zurück. Sie sagt: „Ich weiß, das Rumänien mich mit seinen Menschen, der wundervollen Natur und seinem Essen mich nie wieder loslassen wird.“

Missionswerk Osteuropa e.V.

Wer etwas für die Mission spenden möchte: Informationen und die nächsten LKW-Abfahrtstermine für Sachspenden erhalten Sie bei bei Inge Noack, Tel.: 02193/3361 oder sind zu finden auf missionswerkosteuropa.de.
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