Ständig wach gegen Rechts

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Zwei Tage lang setzen sich Schüler des Jahrgangs 9 der Gesamtschule Wulfen mit dem Thema Rechtsextremismus auseinander und lernen dort, wie sich Rechtsextreme zu erkennen geben und wie sie darauf verantwortungsvoll reagieren müssen. Ingo Gerle, Beratungslehrer der Jahrgänge 9 und 10 (r.) und Christian Krebs vom Jugendamt der Stadt Dorsten (2.v.r.) haben den Parcours gegen Rechts organisiert. (Foto: Privat)
GSW-Schüler setzten sich mit Rechtsextremismus auseinander

Wulfen. „Rechtsextremismus passt sich an. Umso wichtiger sind ständige Wachheit, rechtzeitige Vorbeugung und konsequente Abwehrmaßnahmen. Machen wir uns nichts vor. Der Weg ist lang. Aber die Demokratie und die offene Gesellschaft sind es wert“, sagt Johannes Kratz, Leiter der Gesamtschule Wulfen. Kinder und Jugendliche bräuchten ein Gespür für rechtes Gedankengut.



„Unser Parcours gegen Rechts erklärt an vier Stationen die Hintergründe zu modernen rechten Symbolen, entlarvt rechtes Gedankengut in Schülerzeitungen, Musik und anderen Veröffentlichungen und bietet Gegenar­gumente gegen rechten Populismus“, sagen die beiden Initiatoren Christian Krebs von der Jugendförderung der Stadt Dorsten und GSW-Beratungslehrer Ingo Gerle. An mehreren Stationen zu verschiedenen Schwerpunktthemen setzten sich 160 Schüler des 9. Jahrgangs der Gesamtschule Wulfen an zwei Tagen intensiv mit dem Thema Rechtsextremismus ausein­ander.

„Freie Kameradschaften und autonome Nationalisten richten sich mit ihren Veranstaltungen und mit verschiedenen Methoden gezielt an Jugendliche. Das Ziel sind dabei oftmals auch die Pausenhöfe von Schulen“, so Johannes Kratz weiter. Er wies darauf hin, dass die Gesamtschule Wulfen engagierter Kooperationspartner im Netzwerk "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" sei.

„Die Arbeitsweise im Parcours zeichnet sich dadurch aus, die Teilnehmenden an möglichst vielen Stellen aktiv mit einzu­beziehen und methodisch abwechslungsreich zu agieren“, erklärte Christian Krebs. Rechte Gruppierungen würden sich durch bestimmte Kennzeichen zu erkennen geben. Viele dieser Signale wären den Schülern aber unbekannt, so der Mitarbeiter der Stadt weiter.
Ingo Gerle unterrichtet selbst Gesellschafts­lehre und sieht in dem „Parcour gegen Rechts“ eine sinnvollvolle Ergänzung zum Unterricht: „Viele Aussagen politisch Rechtsextremer sind aus der Luft gegriffen und weder belegbar noch existent, sondern dienen nur dem Schüren von Ängsten. Unsere Schüler schauen künftig bewusster hin und können solche Parolen schneller entlarven.“

Der „interaktive Parcours gegen Rechts“ ist ein seit 2008 angebotenes Projekt des Bezirksjugendwerkes der AWO Westliches Westfalen, dessen geschulte Mitarbeiter es vor Ort begleiten. Das Bezirksjugendwerk ist der eigenständige Kinder- und Jugendverband der Arbeiterwohlfahrt und Träger der freien Jugendhilfe.
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