Was hat Martin Luther mit "Man(n) trifft sich" zu tun?

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Dorsten: Martin-Luther-Kirche | Bereits vor einigen Jahren machte der Presbyter der Martin-Luther-Kirchengemeinde in Dorsten-Holsterhausen Walter Spriwald einen Versuch mit der Abkündigung, Männer aus der Gemeinde zu gewinnen, die Interesse an einem losen regelmäßigen Treffen im Gemeindehaus haben.

Diese sollten sich über ein vorher ausgegebenes Thema unterhalten, austauschen und wenn notwendig kontrovers diskutieren. Traditionell existieren in Kirchengemeinden mehrheitlich Frauenkreise über alle nur denkbaren Themenbereiche, also warum nicht einmal etwas spezielles für die Männer? Da gibt es eine Menge allgemeine Angelegenheiten, aber auch "männerspezifische" Probleme oder Inhalte, die besprechenswert sind.

Wie ist oder war das eigene Berufsleben, was wünscht man sich für den Ruhestand, was hat sich bei der deutschen Grenzöffnung für einen persönlich geändert sind nur ein kleiner Auszug von Themen, die besprochen wurden.

Leider jedoch bröckelte die Anfangs rund zehn Mann starke Truppe bei jedem vierwöchigen Termin immer weiter ab, so dass man sie schließlich mangels Masse einstellen musste. Doch Walter wäre nicht Walter, wenn er nicht nach einiger Ruhezeit einen neuen Anlauf nahm. Unterstützt durch einen lokalen Zeitungsaufruf wurde nach rund einem Jahr ein neuer Anlauf gestartet - und siehe da, es saßen auf Anhieb cirka fünfzehn Männer am Tisch des Gemeinderaumes. Einige bekannte Gesichter wurden angereichert durch neugierig gemachte Geschlechtsgenossen.

Diese neu aufgestellte Gruppe hat bis heute gut durchgehalten, so dass bei jeder Veranstaltung deutlich mehr als zehn Mitglieder zugegen sind. Es wurde fortan ein Jahresprogramm aufgestellt, so dass ein jeder wusste, welches Thema anstand. Außerdem wurden die im Gemeindehaus zu besprechenden Inhalte durch einige auswärtige Besuche angereichert. Da wurde beispielsweise eine nahe Pilzfarm, eine lokale Brennerei, ein Hindu-Tempel in Hamm oder die von bodelschwinghschen Anstalten in Bethel besucht. Man sieht an dieser kleinen Auswahl, dass die Vielfalt mehr als groß ist. Vielleicht ist dies auch das Geheimnis, dass die Gruppe diesmal wirklich Bestand hat.

Ebenso ist ab und an auch Besuch in Holsterhausen angesagt - da kommt auf einen Abend hin der Dorstener Bürgermeister und berichtet und diskutiert über die örtliche Flüchtlingsthematik oder aber ein Vertreter der Polizei gibt Tipps zur Vermeidung von häuslichen Einbrüchen. Es kann aber genauso gut, auch eine literarische Lesung über die seinerzeitigen Lutheraner im Salzburger Land sein.

So ist sich die Gruppe auch nicht zu fein, um einmal auf einem Samstag das umliegende Kirchengelände vom Unkraut zu befreien oder Stühle und Tische für eine kirchliche Veranstaltung aufzubauen. Meist wird nur über Walter Spriwald eine Rundmail an Alle verfasst und schon findet sich ein gehöriger Anteil, um etwas für unser aller Gemeinnützigkeit zu tun.

Die Männergruppe streut auch zur Jahresmitte einen gemeinsamen Grillabend sowie einen Jahresabschluss mit selbstgebackenen Plätzchen und Glühwein ein - auch das fördert den Zusammenhalt inner-halb der Gruppe. Hierbei spielt der Alkohol meist eine untergeordnete Rolle, da es ja heute für jede Getränkesorte auch eine alkoholfreie Variante im Angebot gibt.

Trotz der bisherigen Anzahl freut sich die Gruppe auch immer auf neue Interessierte, die einfach jeden zweiten Dienstag um 18:30 Uhr im Gemeindesaal der Martin-Luther-Kirche Holsterhausen dazu stoßen können. Natürlich können Sie sich auch vorher bei Walter Spriwald telefonisch (02045-960869) informieren. Er ist gleichzeitig Initiator und Führer der Gruppe, wobei jedoch sämtliche Entscheidung über Thematiken und Vorgehensweisen grundsätzlich demokratisch durch die Gruppe gefasst werden.

In diesem Zusammenhang sei noch darauf hingewiesen, dass die Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche eine untergeordnete Rolle spielt. Katholiken, Muslime oder Hindus oder Nichtgläubige sind natürlich ebenso willkommen, daher würde man sich sicherlich auch über ein Kommen von zu integrierenden Flüchtlingen freuen.

Wenn man von kirchlichen Gemeindewesen spricht und überlegt wie dies funktionieren soll, so kann man an einer solchen Gruppe nicht vorbeigehen. Miteinander regelmäßig reden, etwas gemeinsam unternehmen und dabei noch untereinander Spaß haben, das ist es doch, was unser Leben ausmacht und hier zeigt man, dass es auch realistisch und machbar ist.
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