Weltjugendtag - Evelyne Mikulicz aus Dorsten reist nach Krakau

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Evelyne Mikulicz (19) aus Dorsten freut sich auf den Weltjugendtag in Krakau. (Foto: Bischöfliche Pressestelle/Jürgen Flatken)

Dorsten. Rund 700 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Bistum Münster machen sich in diesen Tagen auf den Weg zum Weltjugendtag (WJT) nach Krakau. Mit rund einer Million Gleichgesinnten wollen sie ihren Glauben und das Leben feiern. Evelyne Mikulicz aus Dorsten ist eine von ihnen.



Die 19-Jährige ist ein bisschen aufgeregt. Denn für sie und ihre 20-köpfige Gruppe aus der Kirchengemeinde St. Nikolaus beginnt das Abenteuer Weltjugendtag bereits diese Woche. Sie nehmen an den vorgeschalteten „Tagen der Begegnung“ in Polen teil. Die Sprache ist es nicht, die Evelyne Kopfzerbrechen bereitet. Ihre Eltern stammen gebürtig aus Polen und Evelyne hat die polnische Sprache praktisch mit der Muttermilch aufgesogen. Aber Übersetzerin und Ansprechpartnerin für die Gruppe zu sein, das sieht sie als Herausforderung. „Ich übernehme da Verantwortung für die Gruppe“, sagt die gebürtige Dorstenerin. „Darum bin ich gerade dabei, mir noch einmal die Grammatik anzuschauen und die wichtigsten Vokabeln zu pauken.“ Sie hofft, während der Fahrt reifer zu werden, ein Stückchen zu wachsen, indem sie Verantwortung übernimmt.

Weltjugendtag statt Strandurlaub

Evelyne hat dieses Jahr ihr Abitur gemacht und könnte jetzt, wie viele ihrer Schulkollegen, feiernd am Strand liegen. „Ich wäre jetzt auch gerne auf Mallorca“, gibt die 19-Jährige zu. „Aber ich habe mich bewusst für den WJT entschieden.“ Es ist ihr erster Weltjugendtag und sie freut sich darauf, gemeinsam mit vielen Menschen unterwegs zu sein und etwas zu erleben. Evelyne möchte vor allem auch eine andere Seite Polens entdecken, das Land besser kennen lernen. „Wenn wir zu unserer Familie in Polen fahren, sind wir meistens zu Besuch auf dem Land. Jetzt komme ich auch einmal in die großen Städte und lerne neue Facetten kennen.“

Tage der Begegnung

Die erste Möglichkeit dazu bieten die „Tage der Begegnung“. Während dieser Zeit übernachten die Weltjugendtagsfahrer in Gastfamilien, um Land und Leute besser kennen zu lernen. Normalerweise.
„Hey, Du bist in meiner Familie untergebracht. Wie witzig ist das denn?!“, erreichte die Abiturientin eine Kurznachricht über Facebook. „Weißt du noch, wir haben damals zusammen in unserer Küche Apfelkuchen gegessen.“ Der Schreiber ist ein Freund, den sie 2012 bei einem Austausch mit ihrer Kirchengemeinde und dem polnischen Ort Rybnik kennen gelernt hat. „Jetzt übernachte ich bei seiner Familie. Die Welt ist wirklich ein Dorf“, freut sie sich auf das Wiedersehen und lacht. So wie sie sich drauf freut, neue, spannende und interessante Menschen zu treffen.

"Ich habe eine Kraft gespürt"

Die Religion spiele dabei nur eine untergeordnete Rolle. Dass ihre Glaubensvorstellungen Konfliktpotenzial bergen könnten, sieht sie nicht so. „Ich kann mich ja trotzdem mitreißen lassen. Die Menschen strahlen eine Energie aus. Man kann sie direkt spüren.“ Schließlich habe sie auch an der Pilgerreise des Ursulinen-Gymnasiums nach Assisi und Rom teilgenommen. „Ich habe in den Gottesdiensten nichts verstanden, weil nur Italienisch gesprochen wurde, aber trotzdem war die Energie der Menschen spürbar. Die Energie, die zwischen Menschen entsteht, wenn sie gemeinsam beten, Lieder singen. Ich habe eine Kraft gespürt.“ Das habe sie so berührt, dass sie weinen musste.
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