„Wie spontan bist du?” – Ein Portrait

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Darius bei seiner jährlichen Dokumentationsreise in Äthiopien. Dieses Jahr wird er das vierte mal mit Neven Subotic hinreisen. (Foto: Patrick Temme)
 
Darius lebt seit 4 Jahren in Köln. Dorsten ist für ihn jedoch seine Heimat und er reist fast jedes Wochenende ins nördliche Ruhrgebiet zurück. (Foto: Privat)
Eine Frage, die einen neuen Faden in das Leben von Darius einweben sollte.

Darius Meyer, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Darius Marelius”, ist 25 Jahre alt und gebürtiger Alt-Wulfener. Sympathisch und ausgeglichen, ein Mensch wie Sie und ich. Mit einem Unterschied: Er hat die Kamera zu seinem Sprachrohr gemacht.

Von Dominik Fröhlich

Das arbeiten mit der Kamera war zunächst ein Hobby für Darius. Wie viele Jugendliche auch war er bei der Weiterbildungswahl hin- und hergerissen zwischen persönlichen Vorlieben und gesellschaftlichem Konsens. Schließlich wird es in einer fluktuierenden Gesellschaft zunehmend schwieriger, das Hobby erfolgreich zum Beruf zu machen. Doch seine Film-Leidenschaft machte zügig klar Schiff bei der Entscheidung. Statt Physik zu wählen, entschloss sich Darius dazu „Digital Film Making" an der Middlesex University in London zu studieren; was sich schnell bezahlt machte, denn das Kameraobjektiv war schon lange sein Tor zur Welt.

Das Filmgewerbe ist ein wildes Geschäft, welches nicht jeder zu zähmen imstande ist: Viel Konkurrenz, viel Arbeit und viel Risiko. Eine Gratwanderung, die Darius souverän ausbalanciert. Ob in der Redaktion bei „Center.TV”, als Cutter und Videojournalist bei der „RedSeven Entertainment GmbH ” – ein Unternehmen der „ProSiebenSat.1 Media SE”, wo er heute noch tätig ist –, als PR-Zuständiger der Band „Vertikal”, bei Projekten wie dem Dorstener Festival „Hinter´m Kornfeld Rechts” oder bei eigenständigen Arbeiten in der Freizeit, eine Menge Erfahrungen liegen hinter ihm. Doch was dem Helmut Schmidt seine Zigaretten, das sind ihm die Filmemacher von „Camcore”. Seit nun 10 Jahren – von Anfang an – begleiten sie ihn und umgekehrt. Durch die Gruppe hatte er damals erste konkrete Berührungspunkte mit dem Filmen. Mit Darius als „Associate Producer” produzieren sie momentan ihren neuesten Film mit Namen „Phantomschmerz”. Ein Film, in dem der junge Taxifahrer Finn den verschleierten Mord an seinem kleinen Bruder aufdecken will. Wenn alles glatt geht soll das Werk mit garantiertem „Aha-Effekt” im Frühjahr 2018 zu sehen sein.

Doch eine von Darius schillerndsten Tätigkeiten begann mit der Frage: „Wie spontan bist du?” Die Antwort auf die Frage erschließt sich schnell, denn zwei Wochen später saß er schon im Flieger nach Äthiopien. Genauer gesagt hat die Stiftung des berühmten Fußballers Neven Subotic kurzfristig einen Kameramann gesucht. Darius hatte Glück und konnte durch einen entsprechenden Kontakt vorgeschlagen werden; was im Telefonat mit besagter Frage mündete. Die „Neven Subotic Stiftung” engagiert sich mit Spendenprojekten und sorgt hauptsächlich für eine verbesserte Wasserversorgung in Äthiopien. Damit die Spender auch vom Verbleib ihres Geldes unterrichtet werden, dokumentiert die Stiftung bei ihrer jährlichen Reise nach Äthiopien die Fortschritte. Und genau da kommt Darius als ehrenamtlicher Kameramann ins Spiel. Neben der Gewissheit etwas Gutes zu tun, hat das Engagement noch einen positiven Nebeneffekt: Darius und Neven Subotic sind mittlerweile gute Freunde und treffen sich regelmäßig.

Von Dokumentation bis Spielshow, von Ehrenamt bis Freizeitarbeit, Darius Marelius steht ständig unter Strom. Künstlerische Pragmatik und Flexibilität sind laufend gefordert. Doch bereuen tut er nichts und blickt ständig nach vorne. Der Stress ist Teil seiner Arbeit und wird dementsprechend oft auch nicht als solcher empfunden. Für sein junges Alter ist er bereits weit gekommen und bestätigt junge Menschen darin, den eigenen Vorstellungen zu folgen. Vielleicht gibt es eines Tages mit ihm einen Dorstener in Hollywood? Auch wenn er dies (noch?) nicht direkt beabsichtigt, sich hohe Ziele zu stecken ist selbstverständlich wichtig. Doch genauso wichtig ist die Erkenntnis, dass zu konkrete Vorstellungen das künstlerische Werden schnell einzäunen können. Denn meist führen viele Wege zum Ziel; man muss nur bereit dazu sein, sie zu gehen. Denn eines Tages könnte bei jedem von uns unerwartet das Telefon klingeln und die folgenschwere Frage erklingen: „Wie spontan bist du?”
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