Neue Wildnis Dämmerwald

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Die „Wildnisfenster“ zum Dämmerwald sind bisher noch in Planung, doch sollen sie -sobald fertig- allen Interessierten einen neuen Blick auf die Natur vermitteln. Infotafeln vermitteln dabei gebietsbezogene Informationen. (Foto: Privat)
 
Karte des Naturparks Hohe Mark (samt Dämmerwald) von Bürgerreporterin Gitte Hedderich aus Herten. (lokalkompass.de/645959) (Foto: Gitte Hedderich)

Im Jahr 2013 wurden in NRW sogenannte Wildnisentwicklungsgebiete (WEG) ausgewiesen, für die auch ein gesetzlicher Schutz vorgesehen ist. Ziel ist es, einen Beitrag zum Natur-, Arten- und Klimaschutz zu leisten und 5 bis 10 Prozent Waldwildnis im Sinne der „Biodiversitätsstrategie NRW“ zu erreichen.

Hundert alte Wälder werden zu Kernen neuer Wildnis. Doch neue Wildnis braucht Zeit, um Vielfalt auszubilden. Über den Weg dorthin ist wenig bekannt und die Bevölkerung soll die Wildnisentwicklung möglichst hautnah miterleben können. Ausgewählte Wildniskerne sollen besucherorientiert erschlossen werden.


Neue Wildnis

Das Projekt „Neue Wildnis Dämmerwald“ ist das Pionierprojekt für die Erschließung der WEG in NRW und ist bewusst modellhaft angelegt, um eine Übertragbarkeit, ein einheitliches Erscheinungsbild und eine gemeinsame Vermarktung der WEG zu gewährleisten. Die Idee hierzu ist im Rahmen des Projektes WALDband der Regionale 2016 in NRW gewachsen. Auf modellhafte Art und Weise sollen Naturschutz und Wildnis- bzw. Umweltbildung vereint werden.

Dämmerwald in Schermbeck

Der „Dämmerwald“ in Schermbeck ist eines der wenigen unzerschnittenen Waldgebiete im Osten der Niederrheinischen Sandplatten. Der rund 1.500 Hektar große Staatsforst zieht mit einem ausgedehnten Wegenetz Radfahrer und Wanderer an. Er ist eines der meist besuchten Waldgebiete im Westen des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland, besitzt somit neben seiner hohen Relevanz für den Naturschutz auch eine große touristische Bedeutung für die Region.

Kooperation mit der Gemeinde

Hervorzuheben ist die enge Kooperation zwischen dem Regionalforstamt Niederrhein, das die Projektidee im Rahmen eines Wettbewerbes mit dem Büro cognitio vorbereitet hat, und der Gemeinde Schermbeck.

Wildnisweg

Ausgehend von dem vorhandenen Wanderparkplatz an der Malberger Straße, der ebenso wie der gesamte vorhandene Wegeverlauf für die Erholungsnutzung barrierearm instand gesetzt werden muss, wird das WEG über einen 2,5 Kilometer langen „Wildnisweg“ erschlossen. Die Markierung des „Wildnisweges“ soll überwiegend durch Baummarkierung in Form von gedruckten Plaketten mittels Spezialklebstoff erfolgen.

Wildnisfenster

Am Parkplatz werden die Besucher von einem neu zu errichtenden „Wildnistor“ begrüßt. Hier werden über Infotafeln gebietsbezogene Informationen zur Entstehungsgeschichte, zur Landschafts- und Waldgeschichte, Waldentwicklung und potenzieller natürlicher Vegetation sowie den realen Waldtypen vermittelt.
An sechs Infopunkten entlang des Rundweges, den „Wildnisfenstern“, bekommt der Besucher Einblick in die werdende Wildnis, wobei Entwicklungsstadien und Wildnisstrukturen gezeigt und erläutert werden.

Wildnisstation

Eine „Wildnisstation“ ermöglicht als Anlaufpunkt mit Schutzhüttencharakter weitere Beobachtungen der Wildnisentwicklung mit Informationen zu biologischer Vielfalt. Infos und Interpretationen zu den Beobachtungen vermitteln die Kernbotschaften. Die „Wildnisstation“ ersetzt die bestehende Grillhütte.

Auch die begleitenden Kommunikationsinstrumente für das Projekt haben Modellcharakter, sollen Grundlage für weitere der Öffentlichkeit zugänglich zu machende WEG sein. Eine Internetseite, eine Wildnis-App, ein Wildnis-Flyer, Projektmaterialien für Schulklassen und ein Leitfaden für Führungen sind Bestandteil des Projektes.

Leitziel des Projektes ist
Wildnis zulassen,
mit Wildnis leben
und Wildnis erleben.


Wer den Wandel zu den Urwäldern von morgen erleben möchte, ist demnächst eingeladen zum Abenteuer Wildnis im Dämmerwald bei Schermbeck.
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