Weltwassertag am 22. März 2016 hat das Motto "Wasser und Arbeitsplätze"

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Der Flussmeister im kleinen Maschinenpark. (Foto: Privat)
 
Auch die Schreibtischarbeit gehört zum Beruf des Flussmeisters. (Foto: Privat)

Kreis Recklinghausen. Jedes Jahr am 22. März feiern die Vereinten Nationen den Weltwassertag.

In diesem Jahr lautet das Motto „Wasser und Arbeitsplätze“ – Arbeitsplätze, wie sie der Lippeverband an zahlreichen Standorten in der Region bietet. Einer davon ist der Arbeitsplatz des Flussmeisters an der Lippe. Insgesamt haben Lippeverband und Emschergenossenschaft rund 1600 Mitarbeiter. Für den Raum Haltern heißt der Flussmeister Günter Cremer.

Alles, was rund um die Lippe getan werden muss, ist Sache des Flussmeisters: Ob bei Hochwasser Gefahren abgewendet werden müssen, Deiche kontrolliert, Bäume am Gewässer beschnitten oder auch gefällt werden, Wege zu unterhalten sind oder die Lippefähre zu Wasser gelassen wird – um all diese Dinge kümmert sich der jeweilige Flussmeister als Leiter des örtlichen Bauhofes. Zwei Bauhöfe betreibt der Lippeverband im Kreis Recklinghausen: Den Bauhof Dorsten mit Flussmeister Michael Schulte Althoff und den Bauhof Haltern mit Günter Cremer und seinen 9 Mitarbeitern.

"1984 habe ich hier meine Lehre als Wasserbauer begonnen, im Jahr 2000 konnte ich die Meisterausbildung beenden“, erinnert sich Günter Cremer, „für mich ist dieser Beruf auch Berufung geworden, in bin gerne am Fluss, am Kanal, im Wald…“ Wer Wasserbauer werden will, muss naturverbunden sein, darf weder schlechtes Wetter noch harte körperliche Arbeit scheuen.

Dafür ist der Beruf überaus vielseitig: Beim Lippeverband gehört teilweise auch der Betrieb der Pumpwerke und der unterirdischen Abwasserkanäle zum laufenden Geschäft auf dem Bauhof. So kümmert sich der Bauhof Haltern sowohl um die neu gebauten Abwasserkanäle und das große Hochwasserrückhaltebecken am Dattelner Mühlenbach als auch um Pumpwerke z. B. in Waltrop, Datteln und Ahsen. Das bedeutet eine große Verantwortung, denn wenn ein kräftiger Regen übers Land geht, müssen nicht nur die Deiche in Ordnung sein. Auch die Pumpwerke müssen unter allen Umständen laufen, weil es im Bergsenkungsgebiet sonst in kürzester Zeit zu Überschwemmungen kommen kann. Das bedeutet immer wieder Rufbereitschaft nachts und am Wochenende. Der Meister ist auch dafür zuständig, solche "Stress-Situationen“ durch kluge Einteilung der verfügbaren Kollegen zu bewältigen. Vor allem im Hochwassereinsatz wird rund um die Uhr gearbeitet, da ist ausreichend Schlaf zwischendurch genauso wichtig wie tatkräftige Arbeit im Einsatz.

Daneben hat der Bauhof eine ganze Palette von Pflege- und Unterhaltungsarbeiten im Gelände zu erledigen. Dazu gehört Zaunpfähle setzen, Rückschnitt von Gehölzen und Rodungsarbeiten. Schon aus diesem Grund verfügen die Standorte Haltern und Dorsten über einen kleinen Maschinenpark: Der "Schnitt-Griffy“ schneidet selbst dicke Sträucher im Nu und die "Mini-Pelle“ schlägt angespitzte Zaunpfähle scheinbar mühelos in den Boden. Früher mussten solche Arbeiten von Hand getan werden, heute gelingt es nur mit Hilfe der Maschinen, ein so großes Pensum mit einer kleinen Mannschaft zu erledigen. "Das Ziel ist, mit unseren Spezialgeräten so viele Arbeiten selbst zu machen wie möglich, nicht nur weil wir dann flexibler und schneller sind, sondern auch um das Knowhow zu behalten“, so Günter Cremer. Mit Arbeiten, die darüber hinausgehen, werden Fremdfirmen beauftragt.

Der Bauhof Haltern hat eine Besonderheit: Er ist direkt auf dem Gelände der Kläranlage Haltern-Mitte untergebracht, teilt sich Betriebsgebäude und –Gelände mit den Kollegen von der Abwasserreinigung, die ebenfalls Mitarbeiter des Lippeverbandes sind. Zuständig ist der Bauhof für die Gewässer in Haltern, Marl, Datteln und Olfen. Um das Lippegebiet westlich davon kümmert sich der Bauhof Dorsten. Östlich schließt sich das Gebiet des Bauhofs Lünen an, der neben der Lippe auch den größten Teil der Seseke betreut.
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