Schermbeckerin Laura Bahr auf der UNO-Konferenz in New York

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(Foto: Privat)

National Model United Nations - Ein großer Name hinter dem noch viel größeres steckt. Anfangs konnte ich mir bei diesen vier Worten nicht mehr vorstellen, als das Studenten von überall auf den Welt eine Konferenz der Vereinten Nationen simulieren. Mit meinen Kommiltonen aus dem Fachbereich Wirtschaftsrecht und Informatik sollte ich mich nun ein Semester auf 5 anstrengende Tage in Amerikas Metropole New York City vorbereiten.



Ein Text von Laura Bahr

Dafür war nicht nur wichtig zu lernen, wie die UN funktioniert und aufgebaut ist, sondern auch welche verschiedenen Probleme und Hintergründe die Länder in die Konferenzen mitbringen. Um sich mit dieser Thematik vertraut zu machen, gab es einen Crashkurs für wissenschaftliche Recherche; neutral ist heute nämlich kein Bericht mehr geschrieben. In Deutschland werden wir schon stark genug manipuliert, aber bei Ländern wie der Zentral Afrikanischen Republik, ist es fast unmöglich an verlässliche Informationen zu kommen. Aber wir haben es schlussendlich geschafft, denn man muss nur wissen wo und wie man suchen muss.

Um die Landesinteressen durchzusetzen war es aber erstmal nötig sie richtig zu kommunzieren und unseren Verhandlungspartner von deren Wichtigkeit zu überzeugen. Das haben wir anfangs in unserer kleinen Delegation und später in Weimar bei der German Model United Nations immer und immer wieder geübt. Viel zu schnell haben mich gute Redner vorher eingeschüchtert, dabei ist es viel wichtiger auf den Inhalt des Gesagten zu achten und mit kritischen Rückfragen die Gesprächsführung zu erlangen. Auch ich habe es geschafft über meinen eigenen Schatten zu springen und mit anfangs wildfremden Menschen zu diskutieren, mich mit Ihnen zu beratschlagen und zu einigen.
Von den Vorbereitungen bishin zur Konferenz ist unsere Delegation zu einem richtigem Team zusammmen gewachsen. Wir haben uns gegenseitig bei unseren Reden geholfen, uns bei Müdigkeit und Niedergeschlagenheit motiviert und unser Ziel so zusammen erreicht. Dies wurde uns durch die Auszeichnung "distinguished delegation" (dt. ausgezeichnete Delegation) anerkannt.

Durch das Projekt sehe ich diese verrückte Welt nun durch andere Augen. Ich bin froh darüber an den NMUN teilgenommen zu haben und globale Zusammenhänge zu erkennen, sie zu hinterfragen und besser bewerten zu können. Anfang Oktober 2015 hätte ich nicht damit gerechnet eine spontane englische Rede vor 100 Leuten zu halten und mich dabei selbstsicher zu fühlen. Etwas, was man im Studium nicht unbedingt lernt und unfassbar wichtig für das spätere Berufsleben als auch für die eigene Persönlichkeit ist.
Und nebenbei habe ich noch Menschen aus vielen Ländern dieser Erde kennen gelernt und habe heute auf jedem Kontinent ein Sofa zum Schlafen.
Wenn ich eins gelernt habe, dann ist es, dass jeder mehr kann als er sich zutraut und ich empfehle Jedem diese Erfahrung ebenfalls zu machen.
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