Der Klassiker im Mai: Maibowle. Aber: Zuviel Waldmeister kann schädlich sein!

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Die Menge macht das Gift. Auch der Waldmeister muss wohl dosiert sein, zum Beispiel in der Maibowle. (Foto: Pixabay)

Dorsten. Zum Wonnemonat Mai gehört auch die Maibowle. Eisgekühlt ist das prickelnde Getränk ein Genuss an lauen Frühlingsabenden. Die charakteristische Zutat ist neben Weißwein und Sekt der Waldmeister. Die sattgrünen Pflänzchen mit den weißen Blüten haben als Würzkraut eine lange Tradition. Schon die Germanen verfeinerten ihr Bier mit den aromatischen Blättern. Doch Vorsicht: Zu viel von dem Kraut kann auch schädlich sein.

„Den süßlich-würzigen Geschmack verdankt Waldmeister und damit die Maibowle dem Inhaltsstoff Cumaringlykosid. Durch Welken, Einfrieren oder Trocknen wird er in Cumarin umgewandelt“, sagt Nicole Oschwald, Lebensmittelchemikerin bei SGS Institut Fresenius. In größeren Mengen kann der sekundäre Pflanzenstoff allerdings Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen verursachen. Hinzu kommt: Ein kleiner Teil der Bevölkerung ist besonders empfindlich. Bei diesen Personen kann die Substanz die Leber belasten.

Wollen Hersteller und Handel wissen, welche Mengen der Substanz in ihren Produkten enthalten sind, können diese Untersuchungen im Labor von SGS Institut Fresenius durchgeführt werden. Für Privatpersonen hingegen gibt es folgende Faustregel: Für die Herstellung von sicherer Maibowle sollten nicht mehr als drei Gramm frisches Waldmeisterkraut pro Liter Bowle verwendet werden. Das entspricht etwa zwei bis drei Pflanzen – am besten mit einer Küchenwaage abwiegen. So kann der Verbraucher sowohl bei Produkten aus dem Supermarkt als auch bei der eigenen Bowle sicher sein, dass mit dem Frühlingsgetränk tatsächlich alles im grünen Bereich ist.

Cumarin ist übrigens ein natürlicher Aromastoff, der in vielen Pflanzen enthalten ist. In höheren Konzentrationen kommt er im Waldmeister oder etwa in Cassia-Zimt vor. „Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat das gesundheitliche Risiko durch Cumarin in Lebensmitteln bewertet und eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) abgeleitet“, weiß die Lebensmittel-Expertin von SGS Institut Fresenius. „Sie liegt bei 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag und gilt auch für sensible Personen.“ Ein Erwachsener mit 60 Kilogramm Körpergewicht könnte demnach bedenkenlos eine Tagesmenge von 6 Milligramm Cumarin aufnehmen. Die Behörden der Lebensmittelüberwachung und SGS Institut Fresenius untersuchen Lebensmittel häufiger auf diesen Stoff.
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