Falschparker behindern Feuerwehr im Einsatz / Wichtige Zeit geht verloren

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(Foto: Bludau)
 
(Foto: Bludau)

Dorsten. Wenn die Feuerwehr oder der Rettungsdienst zu einem Einsatz alarmiert werden, geht es meist um Sekunden. In der Regel stehen Menschenleben auf dem Spiel oder es gilt Tiere und hohe Sachwerte zu retten.

So auch bei einem Feueralarm Mitte September in Hervest Dorsten: In einer Tiefgarage an der Heinrich-Wienke-Straße wurde ein Brand mit einer starken Rauchentwicklung gemeldet. Anwohner hatten die Feuerwehr per Notruf alarmiert und warteten vor Ort. Trotz der vorbildlichen Alarmierungskette dauert es lange, bis die Rettungskräfte eintrafen: Falschparker hatten die Feuerwehr unterwegs ausgebremst.

Das Problem hat die Feuerwehr fast täglich: Falschparker oder solche, die an Kreuzungen und Einmündungen den vorgeschriebenen Abstand ignorieren. In den engen Straßen mancher Wohnquartiere im Dorstener Stadtgebiet parken die Anwohner gerade da, wo es halt noch passt. „Den Falschparkern ist es oft gar nicht bewusst, dass sie Rettungswege blockieren. Sie denken meist nur in Größen eines Privatautos, das durch die Straße eben noch durchpasst. Dass ein Leiterwagen der Feuerwehr ganz andere Ausmaße hat, als ein solches Privatauto, wird oft ignoriert", erklärt Feuerwehr Pressesprecher Markus Terwellen. So auch bei dem oben aufgeführten Einsatz auf der Schachtstraße.

Aber diesmal waren es gleich mehrere Fahrzeuge, die das Abbiegen mit den großen Fahrzeugen schwer und mit der Drehleiter nahezu unmöglich machten. In Millimeterarbeit lotsten Feuerwehrleute, die eigentlich Wichtigeres zu tun hatten, ihre Kollegen vorbei, klingelten parallel dazu an den Häusern in der Nachbarschaft, um so die Falschparker ausfindig zu machen und diese Wagen dann wegfahren zu lassen. Unterdessen kam nur ein kleineres Einsatzfahrzeug durch. Zusätzlich rannten einige Feuerwehrleute zu Fuß zur Erkundung des Einsatzorts. Glück für die Falschparker: Hätte tatsächlich ein Wohnhaus in Flammen gestanden, wären
Menschen in Gefahr gewesen, dann hätte die Feuerwehr keine Rücksicht mehr
auf Lack und Blech genommen. „Tatsächlich brannten glücklicherweise aber nur
mehrere Reifen in der Tiefgarage. Aber wer kann das vorher wissen?", fragt
Feuerwehr-Sprecher Markus Terwellen

Falsch parken, um Raser auszubremsen?


In unregelmäßigen Abständen macht die Feuerwehr Kontrollfahrten mit ihren
Großfahrzeugen, auch um Anwohner zu zeigen, wie viel Platz so eine Drehleiter oder auch ein Rettungswagen braucht. Angesprochen auf die teilweise chaotischen Parksituationen, bemerken die Anwohner, dass unter anderem extra so geparkt wird, um Raser auszubremsen. Dabei denken sie nicht an einen Notfall in der Nachbarschaft. „Ein Großteil der Fahrer von Feuerwehrautos sind freiwillige Feuerwehrleute und haben einen Lkw Führerschein, um in ihrer Freizeit Menschenleben zu retten. Da fällt es doppelt schwer in stressigen Situationen durch die zugeparkten Straßen zu fahren“, berichtet der erfahrene Feuerwehrmann Jani Zimmermann vom Löschzug Hervest 1.

Fahrlässige Tötung


In Duisburg kam es zum Beispiel vor Jahren vor, dass Rettungssanitäter wegen Falschparkern zu spät zu einem Patienten kamen. Die Autofahrer wurden der fahrlässigen Tötung angeklagt, aber nicht verurteilt: Ein Gutachter hatte nachgewiesen, dass dem Herzkranken auch bei schnellerem Eintreffen der Feuerwehr nicht zu helfen gewesen wäre.

"Es könnte auch um Ihre Familie gehen"


„Wir möchten an alle Autofahrer appellieren, ihre Fahrzeuge nur so abzustellen, dass auch ein Einsatzfahrzeug problemlos hindurch kommt. Im Einsatz zählt jede Sekunde und es könnte ja auch um ihre Familie oder Freunde gehen, wenn sie da nächste Mal ein Martinshorn hören. Die anrückenden Einsatzkräfte stehen bei Einsatzfahrten sowieso schon unter Stress. Kommt es dann zu einer massiven Behinderung durch ungünstig geparkte Pkw, steigt dieser Faktor noch einmal erheblich an. Diese verlorene Zeit bei der Anfahrt, kann sich erheblich negativ auf den Einsatzerfolg der Feuerwehr auswirken“, sagt Markus Terwellen von der Feuerwehr Dorsten.

Text und Fotos: Bludau
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