Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im KKRN-Verbund kooperiert mit dem Brustzentrum Kreis Recklinghausen

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Chefarzt Dr. Wilhelms freut sich über die neue Kooperation mit dem Brustzentrum Recklinghausen. (Foto: KKRN)
Dorsten: St. Elisabeth-Krankenhaus |

Dorsten/Haltern/Marl/Herten/Datteln/Kreis Recklinghausen. Mit den Unterschriften wurde es besiegelt: Seit dem 1. August ist die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Katholischen Klinikums Ruhrgebiet Nord Mitglied im Brustzentrum Kreis Recklinghausen. Wir sprachen mit Dr. Stefan Wilhelms, Chefarzt der Klinik im St. Elisabeth-Krankenhaus Dorsten sowie im St. Sixtus-Hospital Haltern am See, über die Bedeutung des Zusammenschlusses.

Interview mit Dr. Stefan Wilhelms

Herr Dr. Wilhelms: Wie kam es zu der Kooperation mit dem Brustzentrum Kreis Recklinghausen?

Wilhelms: Wir waren seit einiger Zeit auf der Suche nach einem starken Kooperationspartner, um den wachsenden Ansprüchen an eine qualitativ hochwertige Medizin gerecht zu werden. Vom Brustzentrum Kreis Recklinghausen sind wir dann mit offenen Armen empfangen worden. Neben unserer Klinik gehören dieser Einrichtung die Frauenkliniken im St. Vinzenz-Krankenhaus Datteln, im Prosper-Hospital Recklinghausen sowie in der Paracelsus-Klinik Marl als Behandlungszentrum des Klinikums Vest an. Für uns bedeutet diese enge Zusammenarbeit einen deutlichen Qualitätssprung, weil hier geballtes Know-how zur Verfügung steht. Das Brustzentrum ist übrigens eines der größten in Nordrhein Westfalen. Alle vier Standorte sind von der Ärztekammer Westfalen-Lippe zertifiziert. Dieses Qualitätssiegel geht mit besonders hohen Anforderungen an Diagnostik und Therapie einher. Und demnächst steht außerdem noch die Zertifizierung der Gesamtstruktur des Brustzentrums Kreis Recklinghausen an.

Was heißt das konkret für die Patientinnen, die Sie im St. Elisabeth-Krankenhaus, dem operativen Standort, behandeln?

Wilhelms:
 Das enorme Wissen und die große Erfahrung der vielen Ärztinnen und Ärzte, die im Brustzentrum kooperieren, kommen jeder einzelnen Patientin zugute, die wir in unserem Haus behandeln. Ein Beispiel: Jeden Freitag findet in Recklinghausen eine Tumorkonferenz des Brustzentrums statt. Dort sitzen Vertreter aller medizinischen Fachabteilungen zusammen, die an der Behandlung der Patientinnen beteiligt sind. Das sind Gynäkologen, Senologen – auf Brusterkrankungen spezialisierte Mediziner –, Onkologen, Radiologen, Pathologen und Strahlentherapeuten. Jede Patientin wird dort mit ihrem Befund vorgestellt, und dann erstellen wir gemeinsam die individuell optimale Behandlungsstrategie. Dieser festgelegte Therapieplan ist verbindlich, und sein Erfolg wird regelmäßig überprüft. Wir profitieren aber auch von den vielen angebotenen medizinischen Fortbildungen des Brustzentrums und den wissenschaftlichen Studien, an denen es beteiligt ist. Außerdem können wir für Informations- und Aufklärungsveranstaltungen, die wir bei uns anbieten, auf große logistische Unterstützung zurückgreifen.

Brustkrebs ist ja die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gibt es jährlich rund 74.000 Neuerkrankungen. Wie sieht heute die Prognose aus?

Wilhelms: In den vergangenen Jahren sind eine Vielzahl an neuen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten entwickelt worden, die die Behandlung von Brustkrebs enorm verbessert haben. Wenn der Tumor noch in einem sehr frühen Stadium entdeckt wird, dann können wir bis zu 90 Prozent unserer Patientinnen dauerhaft heilen. Und in den allermeisten Fällen können wir auch brusterhaltend operieren. Das Brustzentrum hält darüber hinaus einige Besonderheiten vor: Dazu gehört etwa ein spezieller Gentest, mit denen wir einigen Frauen die belastende Chemotherapie ersparen können. Und wir bieten in unserem Haus die Intraoperative Radiotherapie an. Denn häufig schließt sich an die chirurgische Entfernung des Tumors eine Strahlentherapie an. Die Intraoperative Radiotherapie setzt bereits während der Operation ein, senkt die Strahlenbelastung und verkürzt die Nachbestrahlungszeit.

Wer mit dieser Diagnose Brustkrebs konfrontiert ist, fällt erst einmal in ein tiefes Loch. Wie können Sie Betroffene auffangen?

Wilhelms: Unser Anspruch ist, keine Frau mit ihren Sorgen und Nöten allein zu lassen und sie von der Aufnahme über die Entlassung bis hin zur Nachsorge umfassend zu betreuen. Deshalb gehören zu unserem Team nicht nur Mediziner, sondern auch Psychoonkologinnen, Mitarbeiter des Sozialdienstes, Seelsorger und vor allem die Breast Care Nurses, die die Frauen von Anfang an begleiten. Sie fungieren als Bindeglied zwischen den Ärzten sowie allen an der Pflege und der Behandlung beteiligten Personen und koordinieren für die Patientinnen die Kontakte. Nicole Racenski, unsere Breast Care Nurse im St. Elisabeth-Krankenhaus, ist außerdem zertifizierte MammaCare-Trainerin – ein wichtiger Baustein in der Prävention. Sie bietet Kurse an, in der Frauen lernen, selbst ihre Brust abzutasten. Einmal monatlich lädt sie außerdem zum Mamma-Café ins St. Elisabeth-Krankenhaus ein. In dieser Runde tauschen sich an Brustkrebs erkrankte Frauen aus, geben sich Tipps und stärken sich so gegenseitig den Rücken. Und weil wir wissen, wie quälend es sein kann, wenn der Verdacht auf Brustkrebs im Raum steht, bieten wir sowohl im St. Elisabeth-Krankenhaus als auch im St. Sixtus-Hospital täglich eine Brustsprechstunde an. Die Behandlung findet dann allerdings an unserem Dorstener Standort statt.
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