Altstadtfest 2013 gewinnt durch Veränderungen

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(Foto: André Elschenbroich)
 
(Foto: André Elschenbroich)
Dorsten: Marktplatz |

Thomas Hein hat in der Vergangenheit viel auf die Mütze bekommen, wenn es um das Altstadtfest ging. Jetzt muss man dem Mann einen kleinen Lorbeerkranz auf den Hut setzen, denn das Altstadtfest hat gewonnen.

Von Jo Gernoth

Weniger durch irgendwelche spektakulären Kinkerlitzen, als durch Bürgernähe. Das fing beim Altstadtschwof an: neben dem Hauptgeschehen auf dem Marktplatz war der Platz der Deutschen Einheit eine Alternative für die Abendschwärmer. Das Chorfestival: eine großartige Idee, die den Samstag deutlich aufgewertet hat. Die Sportpräsentationen, der Triathlon, der in der Stadt sein Ende fand und moderate Preise an Ständen: ein Fest für die Bürger.
„Es haben sich Leute beschwert, dass die Toiletten nicht ausgeschildert wären. Ich sagte ihnen, dass die Standorte doch bekannt wären. Das waren sie auch, aber nur für Einheimische. Die Leute kamen aus anderen Städten“, sagte Thomas Hein, der mit seinem Team sofort Abhilfe schaffen konnte. Auch die kleinen Dinge am Rande des Festes wussten zu begeistern. Wann hat man schon einmal Gelegenheit, sich in ein Segelflugzeug zu setzen und so einen schnittigen Gleiter am Boden zu sehen? Beim Altstadtfest war das möglich, denn die Segelflieger des LSV Dorsten hatten mit anderen Sportsfreunden einen kleinen Sportpark aufgebaut, der bei den Besuchern bestens ankam. Musik, gutes Wetter und Normalität: eine Mischung, die Dorsten gut tut, die gefällt. Es braucht nicht immer Sensationen, um ein schönes Fest zu feiern. Es geht auch anders: der Triathlon ist der beste Beweis dafür. Ein Sporterlebnis, das Leistungssport und Spaß prächtig verbinden konnte. Zu Wasser zu Lande und in der Luft: das Altstadtfest setzte Maßstäbe und gerät vom verstaubten Hut zu einer weiteren Wertmarke unserer Stadt. Tausende von Besuchern, die am Sonntag beim billigen Jakob eine Blume erstanden hatten oder ein Eis lutschten sind der beste Beweis dafür, dass Dorsten einen guten Job gemacht hat und Thomas Hein mit seiner Crew gute Regisseure waren. Man darf sich schon jetzt auf das nächste Altstadtfest freuen.

Kommentar

Von Jo Gernoth

Gerne wird ja über das, was andere Leute machen, gemeckert. In erster Linie von denen, die selber nichts machen. Jeder Ehrenamtler oder Vereinsvorstand kennt dieses Problem. So wird denn auch mit Vorliebe über die Veranstaltungen in der Dorstener Innenstadt gemeckert. Fragt sich, worüber wird eigentlich gemeckert? Die einen sehen zu wenig Kultur im Spiel. Ein Tritt für die anspruchsvoll auftretenden Chöre. Andere haben zu wenig Show. Es ist jedem freigestellt mit einem Haufen Geld in Vorkasse zu gehen und einen großen Star nach Dorsten zu holen. Dann aber bitte nicht meckern, wenn Teile der Stadt wegen Eintrittsgeld gesperrt werden müssen. Sie sehen, worauf die Sache hinausläuft: auf die Quadratur des Kreises. Man kann und könnte alles besser machen. Aber auch viel schlechter. Thomas Hein und seine Mannschaft hat auf kleiner Flamme maximalen Wirkungsgrad erzielt. Das ist mir sehr sympathisch, denn eine kleine Stadt braucht keine großen Stars. Mir reicht es, wenn wir ein großes Herz haben wie beispielsweise die Jungs von Mister Trucker Kinderhilfe. Lasst uns kleine Brötchen backen. Sie schmecken auch und mit dem Rest vom Geld können wir sinnvolles anstellen. Das Altstadtfest ist der beste Beweis, dass weniger viel mehr sein kann.
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