Vier Dorstener auf den abenteuerlichen Spuren der "Tour de France"

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Uwe Kähler, Gregor Pällmann, Uli Wittwer und Heribert König bewältigten die Königsetappe der "Tour de France". (Foto: privat)
Beaumont-du-Ventoux (Frankreich): Mont Ventoux |

Vier Freunde des RSC Dorsten haben sich in diesem Jahr ein ganz besonderes Abenteuer vorgenommen: Eine der Königsetappen der Tour de France mit den Rennrädern bewältigen. Das Abenteuer Mont Ventoux. Hier ist der Bericht der vier Dorstener, die erschöpft und glücklich wieder in Dorsten angekommen sind:

Nachdem wir im vergangenem Jahr Alpe d‘Huez gefahren sind, brauchten wir eine neue Herausforderung. Nach einigen Internetrecherchen und Besprechungen stand der Plan fest. Wir, Uli Witwer, Uwe Kähler, Gregor Pällmann und Heribert Köning bezwingen den Erbarmungslosen, 1911 Meter, Schauplatz vieler Rennraddramen und großartiger Bergankünfte.

Es ging los am Samstag, 6. Juni 2015 früh morgens um 4 Uhr. Nach ca. 12-stündiger Fahrt fanden wir auf Anhieb unser vorgebuchtes Quartier. Nach kurzer Übergabe durch die nette Vermieterin bezogen wir unsere Zimmer, planschten ein wenig im Pool und gingen nach einigen Gläsern Cote de Mont Ventoux zeitig ins Bett. Nach ausgiebigem Frühstück mit frischem Baquette ging es zum lockerem Einfahren rund um das Tal der Nesque. Start um 10 Uhr. Bei angenehmen 27o C spulten wir locker die ca. 70 Kilometer und 700 Höhenmeter ab. Wir merkten schnell, dass zwei Flaschen Wasser bei den Temperaturen nicht viel sind. Wegen des Bike-Days wurden wir von netten Mädchen mit gekühlten Getränken gut versorgt. Die Straßen waren freundlicherweise für den Autoverkehr gesperrt.

Der 2. Tag begann mit einer kleinen Katastrophe. Die Boulangerie war geschlossen. So konnten wir das letzte mitgebrachte Imping-Brot frühstücken. Nun wurde es ernst! Die Anfahrt in den Einstieg zum Berg war 25 Kilometer lang, mit ca.4 bis 9 Prozent Steigung. Kurzer Halt in Sault, dann ging es bei 4,5 bis 6 Prozent bis zum Chalet Reinhard relativ einfach durch den Wald. Anstrengend, aber fahrbar. Kurze Pause mit Kaltgetränk - dann wurde es ernst. Die 6 Kilometer durch die Steinwüste zum Gipfel schmerzen nach kurzer Zeit in den Muskeln. Kurzer Halt am Monument von Tom Simpson, der hier 1967 verstarb. Jetzt noch 1000 Meter bis zum Ziel, wobei ich jede Muskelfaser gespürt habe. Ich komme als Letzter an und meine Freunde zählen die letzten Meter runter - geschafft! Ein paar Fotos, ein Schluck aus der Flasche und schnell wieder weg hier. Es ist kalt und beginnt zu regnen. In einem Wahnsinnstempo rasen wir auf gut geteerten Straßen den Berg hinab. Nach sechs Kilometern, am Chalet Reinhard, hört der Regen auf. Wir sind durchnässt, aber nach fünf Minuten wieder trocken. Für die 25 Kilometer bergab brauchen wir 20 Minuten! Glücklich aber erschöpft erreichen wir unser Quatier gegen 16 Uhr. Fahrräder reinigen, Kette ölen und ab unter die Dusche. Das Leffe-Bier und die Spaghetti haben wir uns verdient. Der Dienstag beginnt wieder mit frischem Baquette. Nach der Anstrengung gestern, wollen wir nur eine kleine Runde fahren, aber es werden dann doch 70 Kilometer mit 850 Höhenmetern. Abends wird gegrillt und Mittwoch ist Ruhetag.

Am Ruhetag beschließen wir beim Rotwein, dass wir am Donnerstag unsere Königsetappe fahren werden: von Villes-sur-Auzon über Flassan zum Einstieg in den Unbarmherzigen nach Bedoin rauf auf den Berg. Der Reiseführer verspricht Steigungen bis 11 Prozent, was die Straße auch hält. Wir sind alle gut drauf und stolz, als wir den Gipfel ein 2. Mal erreichen. Belohnt werden wir durch eine Wahnsinnfahrt über 26 Kilometer mit bis zu 10 Prozent Gefälle. Es macht Riesenspaß die Autos zu überholen. Nach einer kalten Cola geht es durch das Tal der Nesque, dass wir ja schon kennen. Am Ende eines schönen Renntages haben wir 110 Kilometer zurückgelegt und 2165 Höhenmeter bewältigt. Nun wird die Kette gereinigt und geduscht. Die Hauptfrage des Abends ist Pizza oder Pasta. Der Rotwein ist auch alle.
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