Studie: Feuerwehr der Zukunft

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Eine typische Rettungssituation: Zwei Feuerwehrleute bereiten sich auf einen Löschangriff vor. Wie man in Zukunft Einsatzstrategien und personelle Besetzung effektiver gestalten kann. Fotos: Feuerwehr

Wie sieht die Feuerwehr der Zukunft aus? Wie kann man Einsatzteams effizienter gestalten? Der Löschzug Holsterhausen beteiligte sich an einer Studie, die auf diese Frage Antworten finden soll.

Das Projekt Feuerwehrensache befasst sich mit der Zukunft der Feuerwehr. So sollen neue Methoden der Nachwuchsgewinnung, mögliche neue Fahrzeugkonzepte oder alternative Einsatzstrategien untersucht werden. Im Rahmen dieses Projekts wird eine wissenschaftliche Studie durchgeführt, die heraus finden soll, wieviele Feuerwehrleute eigentlich für die sichere Bewältigung von bestimmten Einsatzsituationen notwendig sind.

Der Hintergrund dieser Studie ist die Tagesverfügbarkeit der freiwilligen Feuerwehrleute. Viele Arbeiten zu weit von ihrem Wohnort (und damit dem Löschzug) entfernt, um bei Einsätzen tagsüber in angemessener Zeit an der Einsatzstelle zu sein. Die Feuerwehr der Stadt Dorsten hat auf diese Problematik mit einem besonderen Fahrzeugkonzept und einer angepassten Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) reagiert. Brennt es beispielsweise wochentags mittags in Holsterhausen, so kommt neben dem Löschzug Holsterhausen auch der Löschzug Hervest 1 sowie die Hauptwache.

Trotzdem stellt sich die Frage: Wieviele Leute werden eigentlich benötigt, ab wievielen Leuten dauert die Rettung von Personen signifikant länger und wann steigt das Risiko für die Einsatzkräfte an?

Übung im Institut


Hierzu war der Löschzug zum Institut der Feuerwehr NRW in Münster eingeladen, um in der dortigen Übungshalle eine standardisierte Übung (Zimmerbrand 1. OG mit vermisster Person) in verschiedenen Personalkonstellationen durchzuführen. Es wurde mit einer kompletten Gruppe (9 Personen) gestartet. Bei jeder nachfolgenden Übung wurde ein Feuerwehrmann „wegrationalisiert“.

Dabei wurde von vier Beobachtern betrachtet, wie lange die Rettung dauerte, wann das Feuer gelöscht war, welche Aufgaben nicht mehr (oder nur noch verspätet) durchgeführt werden konnte und wie hoch das individuelle Risiko jeweils war. Zusätzlich wurde die Übung von verschiedenen Kameras aufgezeichnet.

Daten sollen Feuerwehrarbeit verbessern


Im Rahmen des Projekts werden derartige Übungen noch mit weiteren Löschzügen durchgeführt, um eine möglichst breite Datenbasis zu erreichen. Abschließend wird aus den Ergebnissen ein Forschungsbericht verfasst und veröffentlicht, der in zukünftige Planungen mit einfließen kann.

„Für den Löschzug Holsterhausen war der Tag sehr interessant und lehrreich. Es zeigten sich bei der Personalreduzierung viele erwartete Effekte aber auch vollkommen unerwartete Dinge“, erklärte Carsten Schumann, Brandmeister beim Löschzug Holsterhausen. „Wir sind gespannt auf die Ergebnisse mit den anderen Löschzügen und die daraus resultierenden Empfehlungen.“
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