Außergewöhnliche Premiere zugunsten der Mitternachtsmission

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Die „Bloody Marys“, traten zusammen mit dem Kirchenmusiker Klaus Eldert Müller am Donnerstagabend in der Dortmunder Stadtkirche St. Reinoldi auf
Das hat es bisher noch nie gegeben: Sechs Krimiautorinnen, die „Bloody Marys“, traten zusammen mit dem Kirchenmusiker Klaus Eldert Müller am Donnerstagabend in der Dortmunder Stadtkirche St. Reinoldi auf, um zugunsten der Mitternachtsmission mörderische Geschichten zu lesen und zu spielen. „Nicht, dass sie sich was aus Kirchen macht oder aus Gottesdiensten“, startete Sabine Ludwigs, eine der Schriftstellerinnen, den Leseabend. „Deswegen fehlt Anna eine Erklärung, warum sie ausgerechnet Orgelmusik mag“, setzte sie ihre Geschichte fort. So manchem der 150 Kirchenbesucher lag genau diese Frage auf der Zunge. Denn die Filme, die in den Köpfen der Gäste abliefen, lebten von der Musik an der Orgel und der knisternden Atmosphäre. Gleich zu Beginn erklang die Titelmelodie der Miss-Marple-Krimis, die sich durch das Programm zog. Geschichten über Liebe, Gewalt, einen schwarzgelben Toten und rätselhaft verschwundenen Pastor, das Verhältnis von Frauen und Männern sowie über Dortmunder Kultur wechselten sich ab mit dazu passenden Rhythmen, die Müller intonierte. Sabine Deitmer, Eva Encke, Christina Füssmann, Anne-Kathrin Koppetsch, Sabine Ludwigs und Heike Wulf servierten dem Publikum, das im umgebauten Kirchenraum vor der rot angestrahlten Kirchenorgel Platz nahm, spannende und heitere Kurzkrimis.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Reinoldiforums, Veranstalter der Krimilesung, zeigten sich zufrieden über die Spendensumme, die aufgrund des guten Besuchs weit über dem erwarteten Ziel lag. 1.676 Euro aus dem Ticket- und Getränkeverkauf kommen nun der Dortmunder Mitternachtsmission, einem Projekt des Dortmunder Spendenparlaments „spendobel“, zugute. Als spezialisierte Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel ist die Mitternachtsmission in der Lage, Frauen und Mädchen, die mit physischer und psychischer Gewalt zur Prostitution gezwungen werden, sicher unterbringen und ihnen umfassend zu helfen. Opfer von Menschenhandel seien oftmals in einer sehr schlechten gesundheitlichen Verfassung, erläuterte Andrea Hitzke, Leiterin der Mission. Sie seien zum Teil verletzt, traumatisiert sowie psychisch und physisch schwer erkrankt. Besonders schwierig und aufwändig sei die Betreuung von Schwangeren und Müttern. Immer mehr schwangere Opfer seien zu betreuen. Und viele Frauen kämen mit Kindern, die von der schwierigen Lebenssituation der Mütter betroffen seien und oft besonderer Sorge bedürften. Die Einleitung von Schutzmaßnahmen für die Kinder, die Durchsetzung ihrer Rechte und die Gewährleistung der medizinischen Versorgung zählen zu den Aufgaben. Bis 31. August 2011 wurde diese Arbeit im Rahmen eines dreijährigen Projektes durch die „Aktion Mensch“ gefördert und nicht fortgeführt. Da die Anzahl der zu betreuenden Kinder steigt, ist die Mitternachtsmission auf weitere Mitarbeiterinnen angewiesen, die sie auf Honorarbasis einsetzen kann.
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Jürgen Steinbrücker aus Langenfeld (Rheinland) | 13.04.2013 | 09:42  
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