Der Dortmunder Autor Bernd Gieseking im Gespräch

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Natürlich lässt sich der Autor der Abenteuer der Yurumi-Gang, Bernd Gieseking, den Hörspielsonntag an der Seebühne im Westfalenpark nicht entgehen. (Foto: Claudia Reiss/DSW21)

Am Sonntag, 5. Juli, können Ferienkinder mit ihren Eltern den ersten Hörspiel-Sonntag im Westfalenpark erleben. In der Sonne sitzen, Hörspiele vor der beeindruckenden Kulisse der Seebühne hören und viele Prominente aus der Yurumi-Hörspiel-Reihe live erleben. Ein Familiensonntag im Rahmen der Kino im Park-Veranstaltung, die noch bis August im Westfalenpark am Eingang Buschmühle läuft und auch mit einem Konzert von Tommy Emmanuel und dem Klassiker „Bang Boom Bang“ zu überzeugen weiß.

Der Stadt-Anzeiger sprach mit dem Dortmunder Autoren und Kabarettisten Bernd Gieseking, der die Dortmunder Hörspielreihe im Auftrag von DSW21 erfand.

Wie kommt man zum Beruf Hörspiel-Autor?

Bernd Gieseking: Das ist keine einfache Frage. Ich habe als Kind auf sogenannten Langspielplatten Märchen gehört. Da wurden die Rollen von Sprechern interpretiert, die Mutter, das Rotkäppchen, der Wolf, die Großmutter. Und es gab Geräusche für die Atmosphäre. Wir hatten damals noch keinen Fernseher. Das hat mich fasziniert.
Später habe ich Kabarett-Texte fürs Radio geschrieben und gesprochen. Ich habe dann als „Hausautor“ ein Theaterstück fürs Staatstheater Kassel geschrieben. Der Weg zum Hörspiel war danach nicht mehr so weit, Geschichten mir auszudenken, die man extra fürs Hören produziert.
Und die wollte - und das war ein Glück und Zufall - der WDR gerne haben für die Kindersendungen Lilipuz, die Bärenbude und KiRaka. Meine „Spezialität“ wurden dann witzige Abenteuergeschichten.

Was machst du sonst?

Ich bin einerseits Solo-Kabarettist, mache seit über 20 Jahren u.a. einen satirischen Jahresrückblick. Darum gruppiert sich anderes. Ich bin „Kolumnist“ für die „Wahrheit“-Seite der TAZ. Ab und an Moderationen, u.a. jährlich „Deutscher Karikaturenpreis“ in Dresden, und das „Festival der Komik“ in Frankfurt. Und ich schreibe inzwischen Bücher, unter anderem entstand der Reisebericht „Finne dich selbst!“ über eine Finnland-Reise mit meinen Eltern. Und ich schreibe eben Hörspiele und inzwischen auch Bücher für Kinder. („Das große Buch der Wünsche“)

Wie bist du überhaupt Autor geworden?

Ich war etwa 30 Jahre alt und versuchte, als Kabarettist zu leben. Damals fragten mich zwei Freunde, einer war Figurentheaterspieler für Kinder, der andere Komponist, ob ich für sie Texte schreiben würde. So fing alles an. Und natürlich träume ich, seit ich das erste Mal Karl May gelesen habe davon, mir selber Geschichten auszudenken. Und das ist ja das Spannende: Als Kabarettist kommentiere ich witzig-satirisch die Welt wie sie ist, als Autor kann ich mir sogar was ausdenken, was unmöglich zu sein scheint, Geschichten über Trolle, sprechende Fledermäuse und Goldfische, alles! (lacht) Im Herbst erscheint übrigens ein satirisches Buch über fünfzigjährige Männer „Gefühlte Dreißig“.

Was ist das besondere an der Yurumi-Gang?

Es sind Kinder, die das bunte Leben in Dortmund repräsentieren. Und die drei können auch Vorbilder sein, sie handeln immer „moralisch“, sie übernehmen Verantwortung, sie haben z.B. eine Patenschaft für die Ameisenbärin Sandra, und gleichzeitig sind sie abenteuerlustig. Und mit den drei Abenteuern der Yurumi-Gang lernt man auch ein paar besondere Aspekte der Stadt Dortmund kennen.

In Minden aufgewachsen, lange in Köln gewohnt, jetzt Dortmunder - was macht die Stadt in deinen Augen interessant?

Ich mag diese Stadt sehr. Die Menschen sind völlig umeitel, sehr bodenständig, und oft absolut humorvoll. Ich habe enge Freundschaften schließen können. Die Kulturszene ist interessant. Auch mit anderen Künstlern hier verbinden mich Freundschaften Ich als Ostwestfale fühle mich in diesem Westfalen einfach wohl. Dortmund ist für mich Heimat geworden. Für mich als Tourneekünstler liegt die Stadt verkehrstechnisch in alle Richtungen sehr gut. Und als Autor habe ich hier einen Ort gefunden, an dem ich gut kreativ sein kann.

10 Jahre Yurumi-Gang - was erstaunt dich an diesem Geburtstag?

DSW21 suchte etwas Besonderes als Hörspiel für Kinder. Ich hatte eine Idee, die Yurumi-Gang, und andere - die Sprecher, die Regisseurin und etliche andere, haben das zu einem tollen, spannenden Hörspiel umgesetzt. Und plötzlich wollten die Kinder - und auch DSW21 - neue Abenteuer.
Und so wurden es drei Abenteuer, und die gibt es als Hörspiel und auch als Bücher. Und noch heute reden Kinder und ihre Eltern von diesen Abenteuern. Ein solcher Erfolg war nicht zu erwarten. Toll, wie beliebt die Figuren sind. Auch, wie sehr dadurch die Ameisenbären im Dortmunder Zoo, die in ihrer Heimat vom Aussterben bedroht sind, noch mal Beachtung fanden.

Bist du am 5. Juli im Westfalenpark?

Natürlich! Ich bin total aufgeregt. Der zehnjährige Geburtstag der Yurumi-Gang! Wer hätte das geahnt? Und ich freue mich auf die Kinder, die Eltern die Besucher und Hörer. Ein Hörspiel open air! Das finde ich so schon super und dann mit meinen Arbeiten! Normalerweise erlebe ich ja gar nicht, wie es ist, wenn andere sich das anhören, was ich mir ausgedacht habe!
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