Evangelischer Kirchenkreis positioniert sich

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Im Reinoldisaal der Handwerkskammer tagte die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund. (Foto: Stephan Schuetze)
Deutlich gegen den Rechtspopulismus hat sich der Evangelische Kirchenkreis Dortmund positioniert. In seiner Synode im Reinoldisaal der Handwerkskammer haben die 184 Synodalen aus den 28 evangelischen Gemeinden in Dortmund, Lünen und Selm eine Erklärung verabschiedet, die davor warnt, „dass rechtspopulistische
Kräfte die Demokratie des Grundgesetzes aushöhlen“. Nationalismus und Fremdenhass seien mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar. Längst würden wir in einer vielfältigen Gesellschaft leben, die von Zuwanderung und Abwanderung geprägt sei. „Rechtspopulismus ist für Christen keine Option“.

Im Mittelpunkt der Synode standen jedoch das bedeutende Jubiläum zu 500 Jahren Reformation. Zu erinnern sei, so Superintendent Ulf Schlüter, „an eine symbolischen Ort in der Geschichte, stellvertretend für einen breiten und folgenreichen historischen Prozess.“ Schlüter wies darauf hin, dass der Dortmunder Kirchenkreis am 1. Juli, in der Mitte des Jubiläumsjahres, mit einen Kreiskirchentag in der City das Reformationsjubiläum feiern wird.

Was vor 500 Jahren „die Thesen von Luther hervorgebracht haben, ist für uns heute
selbstverständlich geworden.“ Mit diesen Worten skizzierte Prof. Dr. Ralf Stolina vom Institut für Aus‐, Fort‐ und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen, in seinem Vortrag vor der Synode die Bedeutung der Reformation. Sie hätte die gesamte institutionelle Heilsvermittlung der damaligen Kirche in Frage gestellt. Die Behauptung, jeder Mensch hätte eine Berufung vor Gott, sei damals „eine Revolution“ gewesen.

Auf die aktuelle Bedeutungsveränderung von Kirche ging Andrea Auras‐Reiffen, Ständig Stellvertretende Superintendentin, im Bericht des Leitungsgremiums ein. So gebe es laut amtlicher Schulstatistik für Dortmund bereits heute jeweils ein Viertel evangelische, katholische, muslimische und Schüler ohne Konfession. Auch werde die christliche Landschaft vielfältiger. Rund 25 christliche Gemeinden anderer Sprache und Herkunft existieren in Dortmund. Künftig werde man mehr ältere und weniger junge Menschen zu den Gemeindegliedern zählen.

In der Diskussion forderte Superintendent Schlüter vom Gesetzgeber eine Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen für die Tageseinrichtungen für Kinder. „Spätestens zum Kindergartenjahr 2018/19 muss sich hier etwas ändern.“

Als Abgeordnete zur Landessynode wählte die Kreissynode Pfarrerin Dr. Katrin Stückrath aus der Kirchengemeinde Horstmar, Pfarrerin Stefanie Elkmann aus der Elias‐Kirchengemeinde Dortmund wählten die Synodalen zu ihrer Stellvertreterin.
Die Synode begrüßte als Gäste zwei Pfarrer und eine Pfarrerin aus der La Plata Kirche Südamerikas.
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