Evergreens und der Fluch der Karibik

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Chor und Schulorchester des Stadygymnasiums bei einem Konzert in der Marienkirche (Foto: Marina Chigheliman)

Eine kreative Unruhe macht sich breit, wenn das Orchester des Stadtgymnasiums für sein traditionelles Sommerkonzert probt. Während das Foyer der Aula am Ostwall mit grünen Luftballons geschmückt wird, üben im Saal die Musiker.

"Evergreens" lautet das Motto des Konzerts, und deshalb ist die vorherrschende Farbe eben Grün. Der Swingklassiker „I Got Rhythm“ ist gerade dran, und Musiklehrer Christoph Sielczak lässt seinen Schülern keine Ungenauigkeiten bei diesem schwierigen Stück durchgehen. Das musikalische Niveau ist hoch, das ist zu hören. Später erklärt der Lehrer: „ Die Stücke sind so arrangiert, dass alle gut mitmachen können, die Kleinen nicht überfordert sind, die Großen sich aber auch nicht langweilen“.

Zu den „Großen“ gehören Melissa Son (14), Hanna Elischewski (16) und Daniel Ostrovski (15). Melissa spielt die Erste Geige, Hanna die Erste Trompete und Daniel ebenfalls die Erste Geige. „Klar ist das viel Zeitaufwand“, erklären die drei. „Einmal in der Woche ist Probe, dass ist schon viel Stress, macht aber auch viel Spaß.“ Drei bis fünf Konzerte geben die Schüler im Jahr, oft zusammen mit dem Chor der Schule. Am 28. September sind sie zum Beispiel bei der Museumsnacht um 16 Uhr in der Marienkirche zu hören.

Daniel hat schon mit vier Jahren angefangen, Geige zu spielen. Seine Eltern sind beide Berufsmusiker. Hanna ist über ihren älteren Bruder zum Orchester gestoßen. Auch er hatte schon im Orchester die Erste Trompete gespielt. „Die Musik ist ganz cool, wir spielen für alle was, zum Beispiel „Boulevard of Broken Dreams“ oder die Musik aus „Fluch der Karibik“, erzählt Hanna.

Mit der Schule war das Orchester schon im Konzerthaus zu Besuch, durfte hinter die Kulissen schauen und sogar mit dem damaligen Generalmusikdirigenten Jac van Steen proben, ein Highlight für die Jugendlichen: „Der war sehr nett, aber auch streng, und hat uns gute Tipps gegeben, das war eine große Erfahrung.“

Dabei ist das Schulorchester nicht nur für die Schüler da – es können auch Eltern mitmusizieren, oder Ehemalige, oder auch Personen, die sich einfach nur für die Musik am Stadtgymnasium interessieren. „Verstärkung können wir immer gebrauchen“, erklärt Musiklehrerin Anne Langenhorst. Aktuell werden gerade Bassstreicher wie Cellisten und Kontrabassisten gesucht.

„Das Schulorchester hatte immer schon eine große Tradition am Stadtgymnasium, die jetzt wieder aufblüht“, freuen sich die beiden Musiklehrer, die nicht nur eng zusammen arbeiten, sondern auch viele Arbeitsstunden zum Beispiel in die Arrangements der Stücke investieren. „Der Zusammenhalt bei Orchester und Chor ist sehr groß und steigert auch die Identifikation mit der Schule.“ Das bekommen nicht nur die Eltern mit – auch die Dortmunder Rotarier unterstützen das Orchester der Schule durch Instrumentenspenden.

Ein ganz junges Mitglied des Orchesters ist die elfjährige Marisa. Sie ist im letzten Schuljahr zum Stadtgymnasium gekommen: „Die Schule hat mir einfach am besten gefallen.“ Extra für das Schulorchester hat sie jetzt ein neues Instrument erlernt und verstärkt nun an der Querflöte das Ensemble: „Vorher habe ich Klavier gespielt, aber jetzt bekomme ich Musikstunden bei Frau Dalbert an der Querflöte, das gefällt mir sehr gut. Ich möchte gerne im Orchester bleiben, denn bei den Konzerten bin ich bei fast jedem Lied dabei.“
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