Gesamtbild des Nordens - Nordstadtblogger möchten einen tieferen Blick in die Nordstadt werfen

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Die Nordstadtblogger möchten ein tieferen Blick in den Norden werfen, mit den Menschen sprechen und auch positive Momente und Projekte festhalten sowie für eine ausgewogene, unabhängige Berichterstattung sorgen. (Foto: Schmitz)
 
Engagierte Journalisten treten ehrenamtlich unter dem Namen "Nordstadtblogger" für den Norden Dortmunds aus einem anderen Blickwinkel ein. (Foto: Schmitz)
Dortmund: Münsterstraße |

„Die Nordstadt ist mehr als nur Rot- und Blaulicht“, hebt Alexander Völkel hervor, der die erfolgreiche Nachrichtenseite Nordstadtblogger.de gegründet hat. Seit 2013 berichtet er zusammen mit anderen Journalistenprofis unabhängig und mit einem weiten Blickwinkel über den heiß diskutierten Dortmunder Stadtteil.

Der nördliche Innenstadtbezirk ist seit Siedlungsbeginn der osteuropäischen Eisenbahnbauer im 18. Jahrhundert Gesprächsthema gewesen. Dass die Viertel und ihre Bewohner auf der „falschen Seite“ der Gleise entweder Mitleid, Wut, Begehrlichkeit oder Abwertung erfahren, hat nicht erst seit Polizeimeldungen, Tatort-Folgen, Sozialprogrammen oder der Stigmatisierung als eines von Deutschland neuen Slums Tradition. Einen neuen Ansatz der Berichterstattung möchten die Nordstadtblogger leben.

Nichts beschönigen - nichts wegschieben

„Wir wollen die Nordstadt nicht schön lügen, aber den Stadtteil in seiner Gesamtheit zeigen“, erklärt Alexander Völkel. Der ehemalige Redakteur und Redaktionsleiter der Westfälischen Rundschau betreibt zusammen mit dem Fotografen Klaus Hartmann und einem Dutzend erfahrener Journalisten ehrenamtlich den Blog www.nordstadtblogger.de.
Die Nachrichtenseite konzentriert sich thematisch auf die Nordstadt. Viele der Redakteure leben hier oder haben eine besondere Beziehung zum Stadtteil. So war Initiator Völkel einer der ersten Journalisten, die regelmäßig über Rechtsextremismus, den Schwarzarbeiterstrich und weitere Nordstadtprobleme geschrieben haben. „Aber der Norden ist eben nicht nur das. Die Nordstadt ist vielfältig. Sei letztem Jahr hat sich die Berichterstattung gebessert. Wir wollen aber mehr erzählen. Nicht nur über, sondern auch mit den Menschen sprechen“, ergänzt Völkel.

Nordstadt mit positiven Seiten, aber auch mit ihren Problemen

Zusammen mit einem Dolmetscher besuchen die Redakteure Sinti- und Roma-Nordstädtler, berichten über Kultur in den Nordstadt-Freiräumen und setzen sich kritisch mit Sozialpolitik und Rechtextremismus auseinander. „Dass das Ganze mal so groß werden wird, dass hätten wir am Anfang nicht gedacht. Zur Zeit veröffentlichen wir zwischen zwei und fünf Artikel pro Tag. Wir wollen keine Krawallgeschichten, sondern die Lebendigkeit des Stadtteils zeigen - auch mit seinen positiven Seiten“, reflektiert der Nordstadtblogger-Macher die Entwicklung.

Ehrenamtliches Team von Profis

Ein Blog-Eintrag wird meist im deutlich vierstelligen Bereich aufgerufen; ein Bericht vom Nazisturm des Rathauses am Wahlabend erreichte 45.000 Clicks. „Unsere Seite soll erst mal nichtkommeziell bleiben. Wir sind alle erfahrene Journalisten im Berufsleben oder im Ruhestand mit Neugier für Geschichten aus und für die Nordstadt ausgestattet“, weiß Alexander Völkel. Zu den ehrenamtlichen Autoren und Fotografen gehören neben Alexander Völkel die Blogger Klaus Hartmann, Joachim vom Brocke, Lia Lenz, Rolf Pfeiffer, Horst Müller, Susanne Schulte und Wolf-Dieter Blank sowie die Gastautoren Rainer Wanzelius, Nadine Albach und Gregor Beushausen. Näheres unter www.nordstadtblogger.de.
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