Lesung zu Bücherverbrennungen

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Im Frühling 1933, kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, wurde die Kampagne zur Vernichtung der „entarteten Kunst“ mit einer beispiellosen Konsequenz durchgezogen.

Unterstützung bei der Bücherverbrennung fanden die Nationalsozialisten vor allem in der „Deutschen Studentenschaft“ und ihren „12 Thesen wider den undeutschen Geist“. Bibliotheken und Buchhandlungen wurden von Studenten nach „verbrennungswürdiger“ Literatur durchsucht. Die Stadt- und Volksbüchereien waren dazu angehalten, ihre Bestände selbst zu „säubern“ und die Bücher freiwillig zu übergeben. Unterstützung erhielten die Studenten von ihren Professoren, Lehrern und Rektoren, die später auch bei den Verbrennungsfeiern erschienen.
Grundlage für die Auswahl der Bücher bildeten die „Schwarzen Listen“ eines Bibliothekars.

Am 10. Mai 1933 kam es in dem Land der Dichter und Denker dann zu den ersten Bücherverbrennungen.

Der Flächenbrand erreichte am 30. Mai 1933 auch Dortmund. Deshalb erinnern namhafte Dortmunder Autoren  (alle im Verein für Literatur www.vfl-do.de) zusammen mit dem Leiter der Steinwache – Dr. Mühlhofer – an die Bücherverbrennung und übernehmen eine Patenschaft. Am 28. Mai lesen verschiedene Autoren aus einigen verfemten Werken.

So wird Gustav Radbruch vorgestellt von Achim Albrecht, Gertrud Kolmar wird vorgestellt von Marianne Brentzel, Veza Canetti von Ellen Widmaier und Lou Andreas-Salomé wird von Heike Wulf gelesen. Die Lesung beginnt um 19 Uhr in der Steinwache, Steinstraße 50. Der Eintritt ist frei.
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