Nils Oskamp liest am Stadtgymnasium

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Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe am Stadtgymnasium haben sich in einer Projektwoche mit dem Themenfeld Rassimus beschäftigt und dazu den Autor und Zeichner Nils Oskamp eingeladen. (Foto: Maria Zarada)

Im Rahmen der Projektwoche “Courage zeigen – Gemeinschaft stärken” am Stadtgymnasium gab es jetzt eine Autorenlesung und eine multimediale Präsentation mit dem in Dortmund geborenen Autor und Illustrator Nils Oskamp.

Nils Oskamp wurde 2016 für seinen Roman “Drei Steine” auf der German Comic Con. in Dortmund mit dem “Rudolph-Dirks-Award” ausgezeichnet. Der Comic-Autor Nils Oskamp stellte seine autobiographische Graphic-Novel in einer Lesung vor, die sich vorrangig an die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe richtete.

Die Handlung spielt in den 80er-Jahren in Dortmund Dorstfeld. Osfeld selbst ist der Protagonist der Geschichte. Als Schüler besuchte er die Wilhelm-Busch-Realschule in Dorstfeld. Zu dieser Zeit etablierte sich im Stadtteil ein Neo-Nationalsozialismus, der auch vor seiner Schule nicht Halt machte.

Oskamp rebellierte gegen Mitschüler und Lehrer. Die Konsequenz dieser Haltung bestand darin, dass die Neonazis ihn zusammenschlugen. Die Schülerinnen und Schüler hörten Oskamp aufmerksam und voller Mitgefühl zu.

Der Titel bezieht sich auf die jüdische Tradition, Steine zum Gedenken auf Gräbern niederzulegen. In der Geschichte von Nils Oskamp kommt den drei Steinen, die er von einem jüdischen Friedhof aufnahm, eine symbolische Bedeutung zu: Mit dem ersten Stein verteidigt er sich bei einem Angriff durch Neonazis. Den zweiten Stein nimmt er als Waffe auf, setzt ihn jedoch nicht ein und verweigert sich so der anziehenden Spirale der Gewalt. Für Oskamp ist dabei das Gebot „Du sollst nicht töten“ zentral. Den dritten Stein legt er im Epilog der Geschichte in der Gedenkstätte Yad Vashem ab und gibt ihm so seine Bedeutung der Erinnerung zurück - so beschreibt Oskamp selbst sein Projekt, und er sagt: "Auch Dorstfeld ist nach wie vor ein Hotspot des Neonazismus in Westdeutschland. Ich selbst habe die Anfänge in den achtziger Jahren dort miterlebt, habe gesehen, wie Klassenkameraden von ehemaligen SS-Leuten zu einer neuen Generation von Neonazis erzogen wurden. Von ihren Führern lernten sie Terror und Gewalt, ganz im Sinne der SA, und bekamen den ideologischen Hintergrund, um keine Schuldgefühle zu empfinden."

Im Anschluss an die Lesung hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Fragen zum Buch und zum Thema Rassismus zu stellen. Hierfür standen neben Nils Oskamp und Helena Breidt vom Integrationszentrum Dortmund noch Petra Franetzki und ihre Kollegin Tina Leber von NinA NRW und Vivianne Doerne vom Respekt-Büro zur Verfügung.
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