VOM FETT BEFREIT - SYRER VERWANDELT POMMESBUDE IN ATELIER

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Dortmund - Am Anfang war das Fett. Dicke Fettschichten auf Boden, Wänden und in Ritzen. Überall Fett, Fett, Fett und nochmals Fett. Fettreste vom Öl für die Pommes und Bratwurst. Ölwechsel alle drei Monate...

Konsequenzen fettreicher Nahrung mal ganz anders.

Was fettreiche Nahrung bedeutet, hat Haysam Sarhan mal auf ganz andere Art erfahren. Der Syrer hat eine ehemalige Frittenbude renoviert und in ein Atelier verwandelt. Was es bedeutet, eine Pommesbude zu renovieren, weiß der 56-Jährige jetzt sehr genau.

Die Brutzler gingen, das Fett blieb.

Lange Zeit stand der ehemalige Imbiss leer an der Hohensyburgstraße 188. Die Betreiber gingen, das Fett blieb....

Das Fett kriecht in alle Poren und Ritzen. In die Kleidung und Poren des Frittenschmiedes, in jede noch so kleinste Ritze der Bude.

Vom Landhotel zum Flüchtlingsheim

Nicht weit, nur rund 200 meter vom Atelier entfernt, wohnen viele Landsleute von Sarhan - Flüchtlinge aus Syrien im ehemaligen Landhotel Syburg, das vor kurzem zum Flüchtlingsheim umgewandelt wurde.

Von Frittenschmiede zur Kunstschmiede.

Mit extrem viel Arbeitsaufwand hat Sarhan die ehemalige kleine fettige Frittenschmiede Innerhalb von nur drei Monaten in eine Kunstschmiede verwandelt. „Das Schwierigste bei den Umbauten war das Entfernen des Bratfettes aus den Rillen der Fliesen und Wänden“, schaut der Syrer auf die Verwandlung zurück. „Der Gestank war einfach unerträglich groß in dem kleinen Haus, überall roch es nach altem Frittenfett."

Zwei Monate für Fett-Entfernung.

Allein die Entfernung des Fettes hat zwei Monate gedauert. Mehrmals hat er die Fliesen und Wände mit Reinigungsmittel bearbeitet. Und schließlich, als der Geruch nur noch schwach war, hat Sarhan Wände und Boden mit Holz beschichtet. „Das hat nicht nur die letzten Gerüche beseitigt, sondern isoliert und schützt gut vor Kälte, denn das kleint Haus besitzt keine Heizung“, sagt der Künstler. Das Resultat ist in der Tat fettfrei. Und riechen und sehen tut man nichts mehr, was an die Frittenschmiede erinnern würde.

Kunst als Erinnerung an Syrien

Das Fett kann man nur noch erahnen zwischen Sarhans Werken. Erinnerungkunst. Nicht an das Fett, sondern an seine Heimat. Der gelernte Schreiner malt hauptsächlich Altstädte aus seiner Heimat, aus Hama in Syrien oder auch Beirut, wo Sarhan als Jugendlicher auch einige Zeit lebte. Oder er malt Motive aus Dortmund, den Nordmarkt, der zur mediterranen Kulisse wird,

Back to the Roots...

Bei der neuen Nutzung als Atelier ist das kleine Haus zu seinen ganz alten Wurzeln zurückgekehrt. Um 1900 betrieb ein Fotograf dort, unterhalb der Syburg, sein Atelier. Er hat, um Geld zu verdienen, Touristen auf Eseln als Urlaubserinnerung fotografiert.


Weitere Infos und Fotos unter What's The Story Morning Glory? Kortmanns Online-Zeitung
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