„Welt am Draht" fesselt nicht

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Wird Forscher Fred Stiller (Frank Genser) mit Eva (Bettina Lieder) glücklich? Sein Blick lässt Böses erahnen. (Foto: Birgit Hupfeld)
Auf der dunklen Bühne tauchen Figuren aus dem Nebel auf. Wie Schaufensterpuppen starren sie minutenlang in ein helles Licht. Sind das Menschen oder sind die gar nicht echt? Wie in Matrix, Total Recall und der Truman Story fragt sich in der Uraufführung „Welt am Draht" der Protagonist, ein junger Forscher, ob seine Welt wirklich ist oder nur aus Bits und Bytes besteht.
Doch der von Rainer Werner Fassbinder 1973 gedrehte visionäre Thriller vom Auftauchen aus einem Traum, verliert in der grotesken Inszenierung von Claudia Bauer das, was fesselt.
Schnell erfährt der Zuschauer, warum im Versuchslabor Menschen verschwinden, und weiß, dass hier nur Identitätseinheiten agieren.
Statt Schnee fallen bei der Autofahrt im Pappmobil Schneezettel vom Himmel und dem Zuschauer bleibt nicht verborgen, dass dies nicht Wirklichkeit sondern alles nur ein Simulationsmodell ist.
Ein höflicher Applaus bei der Premiere belohnt die gute schauspielerische Leistung und die Musik.
Das Dortmunder Publikum ist es gewohnt, spannendes, überraschendes und berührendes im Schauspielhaus zu erleben. Leider ist „Welt am Draht" kein großer Wurf.
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