Abschied von Acki: Papagei gehörte zu Dortmund wie Bier und Borussia

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Acki genoss Kultstatus - jetzt ist der sprechende Papagei mit 52 Jahren gestorben. Foto: Nolte
Dortmund: Café Kleimann |

„Hast du schon bezahlt?“ Wer dem Café Kleimann mal einen Besuch abgestattet hat, dürfte diesen Spruch kennen. Frech herausgebrabbelt von Acki, Dortmunds berühmtestem Papagei. Jetzt ist es ruhig geworden im Caféraum am Petrikirchhof: Acki ist im Alter von 52 Jahren an einer Viruserkrankung gestorben.

Der große Käfig, der mitten im Café über Jahrzehnte das Zuhause von Acki war, ist bereits fort geräumt worden. Zu traurig war der Anblick ohne den plappernden Vogel. Hier hat er all die Jahre gesessen, mal darin und mal darauf, und seinen Schabernack mit Mitarbeitern und Kunden getrieben. Viele Dortmunder sind mit Acki groß geworden, haben ihn als Kind lieben gelernt und später ihren eigenen Kindern den kleinen Papagei mit der großen Klappe vorgestellt.

"Komm mal her"


„Komm mal her“, pflegte Acki, der eigentlich ein „Mamagei“ war, den Besuchern zuzurufen, „sag doch mal was“. Gerne sang er die Melodie von „Hänschen klein“. Seiner Aufforderung „Komm mal kraulen“ konnte man kaum widerstehen – und Acki genoss die vielen Streicheleinheiten.

Zu Beginn der 1970er Jahre war die Gelbstirnamazone in das Café in der Dortmunder Innenstadt eingezogen. Der Vogel gehörte einer Serviererin, die sich dank Ackis ausgeprägtem Redebedarf aber Ärger mit den Nachbarn eingehandelt hatte. Die Oma von Sebastian Schröder, dem heutigen Besitzer des alteingesessenen Familienbetriebes, nahm ihn in Pflege, gab ihm ein Plätzchen im Café. Dort erlangte Acki schnell Kultstatus. Kleimann wurde schlicht „das Café mit dem Papagei“.

Putzmunter am 50. Geburtstag


Vor zwei Jahren hatte Acki hier noch putzmunter wie eh und je seinen 50. Geburtstag gefeiert. Seit einigen Wochen aber fehlte das altbekannte „Hallo“, wenn man das Café betrat. Der große Käfig stand traurig leer. Der liebenswerte „Plappergei“ war an einem Virus erkrankt, sollte bei einem Spezialisten wieder aufgepäppelt werden. Doch alle lieben Genesungswünsche der Gäste halfen am Ende nicht – Dortmunds berühmtester Papagei ist für immer verstummt.
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1 Kommentar
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Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 03.11.2016 | 18:29  
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