Ausbildungsprojekt für junge Flüchtlinge

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HWK-Vorstandmitlied Christian Sprenger (Foto: Andreas Buck / HWK Dortmund)

Mindestens zehn junge Flüchtlinge aus Krisengebieten sollen in Dortmund die Chance bekommen, eine handwerkliche Ausbildung zu machen.

Ob Tischler, Dachdecker, Fachverkäufer für Nahrungsmittel, Elektroniker oder auch Anlagenmechaniker – je nach Interesse und Talent können die jungen Frauen und Männer eine für sie passende Lehre durchlaufen und sich gut qualifizieren. „Wir wollen die Flüchtlinge nicht einfach wartend ihrem Schicksal überlassen, sondern konkret helfen. Mit beruflicher Bildung, weil sie definitiv integrative Wirkung hat. Im Betrieb genauso wie in der Berufsschule“, sagt Präsident Berthold Schröder.

Nach intensiven Gesprächen mit verschiedensten Einrichtungen der Stadt und Flüchtlingsorganisationen sei man nun in die Recruiting-Phase übergegangen. „Das Projekt, für dessen Finanzierung wir nicht erst auf Fördermittel warten wollen, sondern auf Eigenmittel aus unserem Walter-Derwald-Sozialfonds zurückgreifen werden, soll sich idealerweise auf den gesamten Kammerbezirk erstrecken“, betont Schröder.

Nach der Findung geeigneter Kandidaten, die ein deutsches Sprachniveau von mindestens B1 vorweisen können sollten (Hinweis: ein schriftlicher Nachweis dafür ist nicht zwingend erforderlich), werde es ab März Tests in Deutsch und Mathematik geben, um eine Vorauswahl treffen zu können. Wer gut abschneide, werde dann von HWK-Seite individuell beraten und Bewerbungsunterlagen würden erstellt. Der Präsident: „Unsere Berater stehen den jungen Leuten von Beginn an zur Seite. Kurse in Deutsch, Mathe sowie interkulturelles Coaching, die bis zum Beginn des Ausbildungsjahres im August in unserem Bildungszentrum stattfinden werden, gehören auch zum Vorbereitungsprogramm. Die jungen Leute müssen die Realität gut kennenlernen, um erfolgreich durchzustarten.“

Junge Flüchtlinge aus nicht sicheren Herkunftsländern, die sich für eine Projektteilnahme interessieren, oder auch Handwerksunternehmer, die gern einen Ausbildungsplatz zur Verfügung stellen möchten, können direkten Kontakt aufnehmen mit HWK-Mitarbeiterin Ilka Berg unter  5493 423 oder per E-Mail: ilka.berg@hwk-do.de.

HWK-Vorstandsmitglied Christian Sprenger hat in Dortmund gute Erfahrungen gemacht: „„Ich finde es sehr wichtig, dass sich das Handwerk engagiert und niemanden zurücklässt. In meinem Betrieb habe ich derzeit einen jungen Flüchtling aus Afghanistan in der Ausbildung, der sehr motiviert ist. Der Junge hat nicht nur innerhalb von zwei Jahren Deutsch gelernt, sondern auch seine Oberschulreife nachgeholt. Für jemanden, der seine Heimat verloren hat, ist eine solide Ausbildung eine große Chance auf eine gesicherte Zukunft. Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sollten wir dies auch anderen Flüchtlingen ermöglichen.“
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