Herzkissen für Brustkrebs-Patientinnen

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Beim Nähtreff werden die genähten Kissen gefüllt.
 
Nadia Leihs ist von Anfang an dabei.

Es klappt wie am Schnürchen: Seit fünf Jahren versorgt der Dortmunder Verein Herzkissen Frauen nach Brustkrebs mit speziellen Kissen.

Ihre Herzform hat eine spezielle Rundung zwischen den Ohren, die etwas länger ausfallen, als bei gewöhnlichen Herzen.

Sie werden vom Verein ausschließlich verschenkt, und dienen Frauen (und wenigen Männern), die an Brustkrebs erkrankt sind, zu mehreren Zwecken: Sie helfen, nach einer OP den Druckschmerz zu mildern, denn sie können durch ihre Form bequem in die Achselhöhle geklemmt werden. Sie sind in bunten und fröhlichen Farben aus weichem Stoff genäht, und sollen so auch in dieser schwierigen Phase ein bisschen Trist spenden.

Die Idee zu den Herzkissen stammt ursprünglich aus den USA und wurde von der dänischen Krankenschwester Nancy Friis-Jensen nach Europa gebracht. In Dortmund hat das alles im Jahr 2011 angefangen. Damals hatte sich eine Gruppe aus einem Nähkreis gebildet: " Wir waren ursprünglich eine Patchwork-Gruppe, aber wir wollten einfach etwas Sinnvolles machen", erzählt Nadia Leihs, die von Anfang an dabei ist.

"Wir haben dann einen Nähaufruf gemacht, und wurden von dem Andrang förmlich überrannt", erzählt sie. Rund hundert Frauen, die mitmachen wollten, kamen zum ersten Treffen, damals noch in den Räumen des CVJM am Westfalendamm.

Schon bald wurde aus der Näh-Initiative ein "ordentlicher Verein". Knapp 40 Mitglieder hat der Verein heute, die Aktiven treffen sich zweimal im Monat in den Räumen des Vereins auf dem DSW-Gelände an der Von-der-Berken-Straße. Dort werden die genähten Kissen gefüllt und verschlossen, ein netter Anhänger komplettiert das Stück. In eigens dafür genähten Stoffsäcken werden die Herzkissen dort gelagert und bei Bedarf an vier Krankenhäuser in Dortmund verteilt. "Im Moment beliefert wir das städtische Klinikum, das Johannes-Hospital. das Josefs-Hospital und das Knappschaftskrankenhaus in Brackel", zählt Nadia Leihs auf.

Rund 800 bis 1000 Kissen werden pro Jahr genäht und verschenkt, dahinter stehen genauso viele an Brustkrebs erkrankte Patientinnen. "Es war und ist uns wichtig, dass wir diese Zahl konstant 'liefern' können", erklärt Nadia Leihs. Und das läuft richtig rund: "Wir bekommen Stoff- und Geldspenden, die DSW sponsort uns hier mit den Räumen."

Es gibt ein Netzwerk an Näherinnen, die nicht nur bei den Treffs dabei sind, sondern auch viel von zuhause aus zuarbeite: "Es gibt Frauen, die nähen lieber mit der Maschine, andere mit der Hand. So kann sich jede aussuchen, was sie am liebsten macht." Das Zusammennähen der beiden Kissenhälften ist kinderleicht, das Schnittmuster, das mittlerweile noch etwas verbessert wurde, gibt es im Internet auf der Seite des Vereins www.herzkissendortmund.de.

Seit 2011 hat sich die Herzkissen-Bewegung über ganz Deutschland ausgebreitet, Vereine und Näh-Initiatven gibt es überall. "Am Anfang waren wir sehr überrascht von dem großen Zuspruck und dem großen Bedarf." Mittlerweile hat sich das eingependelt, und neben den Herzkissen für die Patientinnen werden auch andere Sachen genäht, die hin und wieder gebraucht werden: "Wir machen zum Beispiel kleine Kissen, die wir für Spenden weggeben, es gibt aber auch Taschen für Drainagebeutel." Sie werden gebraucht, wenn Patientinnen nach einer OP ein bisschen mobil sein möchten. Dann können sie die Flaschen im Umhängebeutel mit sich herumtragen. Für die Kinder von Patientinnen gibt es kleine Kissen in Enten- oder Sternform als Geschenk.

Der Verein macht auch viel Öffentlichkeitsarbeit, ist zum Beispiel auf Einladung zu Gast in Schulklassen oder Kleingärtner-Vereine. Auc bei der letzten Creativa hatte der Herzkissen-Verein einen Stand und informierte dort über seine Arbeit.

Info:

Der Verein Dortmunder Herzkissen e.V. ist unter herzkissen-dortmund@web.de zu erreichen, telefonisch unter 53070975 oder 01782301934

Der Mitgliedsbeitrag beträgt 15 Euro/Jahr

Kissen nähen kann jeder, auch ohne Vereinszugehörigkeit. Der Verein freut sich über Sach-, Geld- und Zeitspenden

Abgabestellen sind:

Geschickt eingefädelt, Mengederstr. 710
Nähmaschinen Blättermann, Freistuhl 17
Quilt Cabin, Wiggerstr.9
Stoffatelier Ingeborg Wyrth, Schüruferstr. 214

Nähtreffs sind jeweils am 2. Monat des Monats von 10.30 bis 13 Uhr und jeden letzten Freitag des Monats von 15 bis 18 Uhr, Ort: Betriebsgelände DEW21, Von-den-Berken-Str. 10, Gebäude A
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