Internet-Aktion für Dortmunder Einrichtungen

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Filmt live fürs Internet in zwei Dortmunder Einrichtungen, die Kindern helfen, um Spenden zu sammeln: der 17-jährige Amin Anbousi. (Foto: privat)
 

Wie es sich anfühlt, wenn man als Kind ernsthalft krank wird, sogar ins Krankenhaus muss – Amin Anbousi weiß das genau.

Bis vor kurzem war der 17-Jährige selbst in Behandlung. Als er sich jetzt zu einer Hilfsaktion auf dem Streamingportal YouNow entschloss, war klar, wohin Geld oder Sachspenden fließen sollten: An Einrichtungen in der Umgebung, die Kindern helfen.

Zwei davon sind in Dortmund: Die Krebsstation des Kinderklinikums und das Bunte Haus des Kinderschutzbundes. Wie genau seine Aktion funktioniert, erklärt Anbousi so: „Es ist wie bei einem Straßenmusiker. Der steht auf der Straße, und wenn den Leuten seine Musik gefällt, dann werfen sie ihm etwas Geld in den Hut.“

In die digitale Welt übertragen bedeutet das: Anbousi hat seine Auftrittsmöglichkeit auf der Streaming-Plattform YouNow. Fast jeden Abend sendet er dort live, macht interaktive Gespräche und Spiele mit den Leuten, die zugucken. Wem es gefällt, der kann virtuell Geld geben, einen „Tip“ – wie eben auch einem Straßenmusiker. Anders als bei Youtube zum Beispiel werden die Videos aber nur live gesendet. Ist die Sendezeit weg, ist auch das Video weg. Es wird nichts geschnitten, zu sehen sind hauptsächlich Musik, Comedy oder Spiele.

Immer freitags ab 19 Uhr streamt Anbousi über seine aktuelle Spendenaktion. Jede Woche stellt er eine Einrichtung vor, die Kindern hilft, zum Beispiel ein Kinderhospiz oder das Kinder-Herzzentrum in Duisburg. „Zwischen 4000 und 7000 Leute gucken den Stream“, erzählt der Fachabiturient. „Von dem Geld, das ich auf der Plattform verdiene, gebe ich 60 Prozent weiter an die Einrichtungen.“

Noch diesen Monat läuft die Aktion, in der zweiten Woche hat Anbousi die Kinderkrebsstation in Dortmund vorgestellt, in der vierten Woche ist der Dortmunder Kinderschutzbund an der Reihe. Mit dem gesammelten Geld will Anbousi Dinge kaufen, die die Kinder in den Einrichtungen gebrauchen könne, das ist noch nicht so ganz klar: „Ich möchte den Kindern was Reelles in die Hand geben, vielleicht Spielekonsolen oder Bücher.“

Auf jeden Fall will er es persönlich den Empfängern übergeben: „Ich sehe mich auch als so eine Art Botschafter für die verschiedenen Organisationen. Und die Leute, die gespendet haben, sollen sehen, wo das Geld hingeht.“

Mit seiner Aktion verfolgt Anbousi verschiedene Ziele: zum Einen will er junge Menschen darauf aufmerksam machen, dass sie selbst, auch mit geringen Mitteln und Beträgen, helfen können. „Ich ermuntere sie auch, selbst tätig zu werden. Man kann auch anders als mit Geld helfen. Meine Zuschauer sind oft ganz jung, zwischen zwölf und 17 Jahren. Sie sind oft noch sejr naiv, da will ich aufklären, wie sie helfen können. Und auch warnen, damit ihnen nicht das Geld aus der Tasche gezogen wird.“ Älteren Menschen will er zum Anderen Internet-Plattformen wie Youtube, Instagram und andere näher bringen.

Für die Welt der Medien interessiert sich der junge Mann schon länger: „Ich fühle mich vor der Kamera sehr wohl. Ich bin ein fröhlicher Mensch, bin kommunikativ, das macht mir einfach Spaß.“ Angefangen hat alles mit einem Klassenausflug zum WDR nach Köln, wo die Schüler sich als Moderatoren ausprobieren konnten.

Bei einem RTL-Bericht in Anbousis Schule knüpfte er weitere Kontakte und absolvierte schließlich mehrere Praktika bei RTL, das Erste mit 14 Jahren. „Ich habe im Studio an der Stelle gestanden, wo Peter Kloeppel die Nachrichten moderiert – das war schon toll.“ Bei RTL aktuell hat er alle Stationen, auch die technischen, durchlaufen, durfte einen eigenen Beitrag machen. Gut möglich, dass man Amin Anbousi in Zukunft vor der Kamera sieht – wenn er nicht beruflich im Social Media Bereich arbeitet.
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