Kinder sammeln Schuhe

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Jede Menge Schuhe haben die Kinder der Franziskus-Grundschule für ihre Altersgenossen gesammelt. (Foto: Schmitz)
 
Die Spannung auf die Spenden war groß, die Freude über die Schuhe auch: Nach der Übergabe wurden die passenden Schuhe an die Kinder der Flüchtlinge verteilt. (Foto: Schmitz)

Eigentlich wollten die Grundschüler nur einen Flohmarkt machen, für Hilfsprojekte, die sie mit ihrer Unesco-Gruppe an der Franziskaner-Grundschule unterstützen. Doch dann wurde schnell ein ganz anderes Projekt daraus.

„Die Kinder haben bei dem Flohmarkt in unserer Schule festgestellt, dass besonders Flüchtlingen aus der Einrichtung in der Nähe nach Schuhen suchten“, erklärt die Lehrerin an der Grundschule, Reinhild Beulshausen.

In klassenübergreifenden Gruppen arbeiten die Schüler der zweiten bis vierten Klassen an „Unesco“-Themen, machen Flohmärkte, deren Standgebühren an Partnerschulen in Brasilien und Indien gehen.

Doch nach den Erfahrungen des letzten Flohmarktes wollten die Schüler etwas anderes tun: „Sie sind auf uns zugekommen und haben gesagt, dass sie Schuhe für die Flüchtlinge sammeln wollten“, erzählt die Lehrerin. Gesagt - getan: Rund zwei Wochen waren die Kinder vor allem zu Hause auf Schuhsuche: „Ich habe die Schuhe, die mir nicht mehr passen, eingepackt, und auch noch welche von meinen Eltern“, erzählt eine Schülerin.

So kamen nicht nur viele Kinderschuhe zusammen, sondern auch Schuhe für Erwachsene und Sportschuhe. Gemeinsam haben die Schulkinder die Schuhe, fein säuberlich in Taschen und Kartons verpackt und nach Größen sortiert, jetzt im Flüchtlingsheim gemeinsam mit den beiden Lehrerinnen Reinhild Beulshausen und Birte Mölleram Ostpark übergeben.

Spannung und strahlende Gesichter gab es dafür bei den Kindern in der Einrichtung, und auch Leiter Tiran Danielyan freute sich: „Wir bedanken uns für diese tolle Unterstützung. Ihr und die vielen Ehrenamtlichen stärken uns buchstäblich den Rücken.“ Die Verständigung mit den Flüchtlingskindern ist schwierig, auf jede Frage antworten sie mit ihrem Vornamen, und einer Nummer, wahrscheinlich ihre Zimmernummer. Ein Mädchen antwortet auf meine Frage, wo sie denn herkomme: „Syrien, kurdisch.“ Tiran Danielyan sagt dazu: Wir haben hier Flüchtlinge aus allen ‚klassischen‘ Krisengebieten, aus dem Irak, Iran und Syrien. 120 Menschen können wir aufnehmen, aktuell sind 97 hier.“

Die Schuhsammlung ist nicht die einzige praktische Hilfe, die das Flüchtlingsheim, das in der leerstehenden Hauptschule am Ostpark bekommen hat: „Diesen Tisch mit den Stühlen hat uns ein Möbelhaus gespendet“, erklärt Danielyan und zeigt auf einen massiven Esstisch. „Auch das Stadtgymnasium hat uns schon mit einer Spende geholfen.“

Das Verhältnis zur Nachbarschaft ist gut, die Grundschulkinder der Franziskusschule haben schon zum Einzug der Flüchtlinge bunte Plakate gemalt, die wichtigsten deutschen Begriffe stehen darauf. Man lädt sich gegenseitig ein, so zum Schulfest der Franziskanerschule, und das Flüchtlingsheim plant im August ein großes Straßenfest.

Hintergrund:


Um Sachspenden kümmert sich die Sachspendengruppe

Angebote können per E-Mail gemacht werden

Das Flüchtlingsheim ist im Internet erreichbar unter der Adresse www.am-ostpark.de

Dort finden sich Infos dazu, was benötigt wird

Kleidung wird aktuell nicht gebraucht, die Einrichtung arbeitet mit der Kleiderkammer der Franziskus-Gemeinde zusammen

Die Lagerbox an der Kaiserstraße hat unentgeltlich Lagerfläche z.B. für Möbel zur Verfügung gestellt
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