Klasse auf dem Jakobsweg

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Tagsüber wanderte die Dortmunder Gruppe auf dem Pilgerweg, dann ging es auf die Suche nach einer Herberge. (Foto: privat)

Das Anna Zillken Berufskolleg geht neue Wege: Angehende Jugend- und Heimerzieher wanderten in einer Klassenfahrt auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Die Begeisterung für eine Klassenfahrt ganz anderer Art wurde längst nicht von allen Studierenden des Erzieheroberkurses geteilt. Für einige wurde sie ein Höhepunkt ihrer Ausbildung, eine Herausforderung aber war es für alle, in einer Woche täglich zwischen 30 und 35 Kilometer mit dem Rucksack zu Fuß auf dem berühmten „camino frances“ in Richtung Santiago de Compostela zu bewältigen.

An die eigenen Grenzen gehen

Die Auseinandersetzung mit sich und den eigenen Grenzen wurde immer wieder auf eine harte Probe gestellt, besonders wenn der Weg kein Ende nehmen wollte oder am Ende eines langen Tages noch die Suche nach einer freien Herberge oder Essensmöglichkeiten wartete.
Ins Gepäck gab es vom Schulleiter Martin Heiming für jeden ein Zitat, das auf einsamen Wegen in der wunderschönen Natur Galiziens überdacht werden konnte.

Pilger aus aller Welt getroffen

Die Vielfalt der Erfahrungen reichte von Blasen an den Füßen und weitere Blessuren bis hin zu neuen Erkenntnissen über sich selbst. Intensive Gespräche untereinander sowie interessante Begegnungen mit Pilgern aus anderen Ländern, aber auch die manchmal verzweifelte Suche nach einem Internetanschluss gehörten ebenso dazu wie Abende in gemütlicher Runde mit spanischen Spezialitäten und Rotwein.

Die Freude bei der Ankunft in Santiago stellte sich erst allmählich ein. Nach dem Erhalt der Urkunde, der „Compostela“ im Pilgerbüro und dem anschließenden obligatorischen Pilgergottesdienst in der Kathedrale, in dem die Gruppe aus Dortmund besonders erwähnt wurde, war dann Entspannung angesagt.

Pilgerkleidung wurde früher am Meer verbrannt

Zum Abschluss gab es noch einen Ausflug mit dem Bus bei herrlichem Sonnenschein an die Atlantikküste zum Kap Finisterre, wo die Pilger früher ihre Kleidung verbrannten.

Eine Auswertung des Erlebten besonders auch im Hinblick auf die Umsetzung der gemachten Erfahrungen auf die Entwicklung des eigenen Erzieherprofils steht im Mai während einer dreitägigen Reflexionsveranstaltung im Kardinal Hengsbach Haus in Essen auf dem Programm.

Dort ist die Klasse im letzten Jahr beim „Jakobsprobelauf“ von Dortmund nach Neviges schon einmal eingekehrt. Gesponsert wurde die Fahrt u.a. vom Freundes- und Fördererkreis der Schule und dem unermüdlichen Einsatz der Studierenden durch Verkaufs- und Flaschensammelaktionen sowie privaten Spendern durch die Vermittlung eines Studierenden. Ein erstes Fazit: Der Weg geht weiter, jeden Tag neu. Buen camino!
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