Wer den Cent nicht ehrt: Handel will Kleingeld nicht abschaffen

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Zu jeder Menge Kupfergeld verhelfen Preise wie 1,99 Euro und kaum einer sammelt noch Cent-Stücke für Hochzeitsschuhe.Foto: Geiß
 
Thomas Schäfer, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Westfalen-Münsterland zur Abschaffung der 1- und 2-Cent Stücke (Foto: Archiv)

Aufgewachsen sind viele Dortmunder mit Sprüchen wie "Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert". Auch der Begriff "Pfennigfuchser" war beliebt, selbst wenn die Person selbst es nicht war. Heute ist der Pfennig zwar keinen Cent wert, er zählt aber als Pendant dazu.

Thomas Schäfer zahlt auch privat gerne mit einem oder zwei Cent. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Westfalen-Münsterland aus Dortmund möchte das "Klever Modell" nicht unbedingt auf Dortmund übertragen sehen, dass Händler nur noch in Fünferabständen abrechnen. "Das mag ja bei großen Möbelhäusern oder anderen Händlern okay sein, aber im normalen Handel ist das eher nicht vorteilhaft."

Präungskosten würden eingespart

Schäfer versteht zwar, dass die Befürworter der Abschaffung auch Einsparpotenzial wegen der Prägungskosten sehen. Und natürlich sei es umständlich, immer an der Kasse mit den Münzen herum zuhantieren. Er sagt aber auch: "Schon alleine aus meiner persönlichen Erfahrung weiß ich, dass ich damit nie Probleme hatte." Wenn Geschäfte ihre Kunden freiwillig zum Aufrunden auffordern, findet er das gut "Das geht dann ja zumeist an einen guten Zweck. Daher ist das doch okay."

das Ruhrgebiet ist nicht Kleve

Aber prinzipiell sagt er, sei das jedem alleine überlassen, wie er es handhabt. Das Ruhrgebiet sei eben nicht Kleve oder die benachbarten Niederlande. Hier wird im Handel nur noch in Fünf-Cent-Schritten bezahlt und auf- oder abgerundet. Da die Produktion eines Cent-Stückes rund 1,6 Cent kostet und viele das Kleingeld aus dem der Geldbörse nehmen und beiseite legen und so immer mehr Münzen geprägt werden müssen, haben auch europäische Länder wie Belgien, Finnland und auch Irland die kleinen Kupfermünzen mit der 5-Cent-Regel im Handel abgeschafft.

5-Cent Regel in Nachbarländern

Schäfer sagt auch, der Preiskampf könnte sich für verschiedene Seiten verändern. Wenn einer fünf Cent nachlässt, tut das dem Anderen mehr weh. Andererseits könnten sich auch Preise verbraucherungünstig hochschaukeln. Wenn die Geschäfte lieber aufrunden, schmerzt es dem Kunden.

Kosten für Logistik steigen

Skepsis also in Dortmund. Der Cent oder Pfennig gehört eben ins Revier. Die Sparkasse Dortmund respektiert die bisherige Zahlweise, wie Katja Schütte aus der Unternehmenskommunikation erklärt, aber sie beschäftigt sich auch mit Alternativen: "Im Moment ist der Vorstoß der Klever Händler schwer zu bewerten. Bei der Sparkasse sind die 1- und 2-Cent-Stücke über den Rollengeber sehr gefragt bei den Händlern. Da die Kosten für die Bargeldlogistik steigen, müssen wir uns als Sparkasse damit beschäftigen. Aus diesem Grund unterstützen wir generell den Einsatz von Karten und insbesondere das Bezahlsystem girogo. Gerade mit girogo können Kunden unkompliziert Kleinstbeträge bezahlen", erklärt sie.
Die Bewohner des Ruhrgebietes scheinen aber ganz gut mit der aktuellen Regelung gut zu leben. So sagte eine Rentnerin an der Kasse: "Klein Vieh macht auch Mist. Ich habe am Monatsende immer einen netten Betrag, wenn ich die kleinen Münzen verwahre." In den benachbarten Niederlanden will man sie loswerden: Die 1- und 2-Cent-Stücke. In Geschäften wird auf- oder abgerundet. Im normalen Handel ist das eher nicht vorteilhaft
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