Baustelle Naturkundemuseum

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Vor Ort an der Münsterstraße 271 nahmen die SPD-Mitglieder im Kulturausschuss um Bürgermeisterin Birgit Jörder (3.v.l.) die Baustelle des Museums für Naturkunden in Augenschein. (Foto: Günther Schmitz)
Dortmund: Museum für Naturkunde |

Das Naturkundemuseum ist derzeit kaum wiederzuerkennen: Von innen gleicht es einem Rohbau, Kabel hängen und liegen überall herum, der Boden ist mit dicker Pappe abgedeckt. Es ist kalt und staubig. An den Wänden ist der nackte Beton zu sehen.

Die Kulturausschuss-Mitglieder der SPD sind zu Besuch und informieren sich über den Stand der Dinge. Ein Modell zeigt, wie es später einmal im Museum aussehen soll.

Der verbliebene Dinosaurier in der Halle ist dick mit Folie umwickelt, auch einige schwere Fossilien wurden gut eingepackt an Ort und Stelle gelassen. Alles andere ist gut eingepackt im Archiv.

"Das hängt ja Grünspan an der Wand" bemerkt Bürgermeisterin Birgit Jörder und zeigt auf die entsprechende Stelle im Modell. Dr. Elke Möllmann, Leiterin des Dortmunder Museum für Naturkunde, erklärt: "Die neue Ausstellung wird eine ganz andere Konzeption haben als vorher. Es geht einmal um die Bereiche Stadt, Land und Fluss, und zum zweiten und die drei erdgeschichtlichen Schichten, die man unterhalb von Dortmund vorfinden kann, nämlich Quartär, Kreidezeit und Karbon."

Mit diesen Inhalten bekommt die Ausstellung des Naturkundemuseums einen sehr starken Bezug zu Dortmund, und sie richtet sich an Stadtkinder, die wenig bis gar keinen Zugang zu Tieren und zur Natur haben. Eine Ausstellung zum Anfassen soll es werden, zum Begreifen. Auch für sehbehinderte Menschen beispielweise soll es spezielle Themenpfade geben.

Doch auch an anderen Stellen wird sich einiges verändern. Die tiefgreifendste Änderung ist die Verlagerung des Eingangsbereiches in das Untergeschoss. "Der alte Eingang war durch die vielen Treppenstufen nicht barrierefrei." Besonders Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen stellte das vor Probleme.

Der Eingang im Untergeschoss ist nun für sie leichter zu erreichen. Die Empfangstheke und ein kleiner Museums-Shop werden ebenfalls ins Untergeschoss verlegt, auch ein Museumscafé soll dort eingerichtet werden. Der neue Eingang, der von außen mit Korten-Stahl gestaltet wird, bekommt nicht nur eine Sichtachse zur Münsterstraße, es soll auch besser ausgeschildert werden.

"Schweren Herzens haben wir auf die Edelsteinschleiferei verzichtet", erklärt Dr. Elke Möllmann. "Doch sie wurde nur einmal in der Woche genutzt, und viele der ehrenamtlichen Schleifer dort näherten sich schon ihren 80ern."

Der gewonnene Platz im Erdgeschoss wird der Fläche für Sonderausstellungen zugeschlagen. Rund 300 Quadratmeter Raum konnten so gewonnen werden. Überall auf dem Boden sind schon mit Klebstreifen die Stellen markiert, an denen Vitrinen und andere Bauten stehen sollen. Damit soll getestet werden, ob man auch überall mit Kinderwagen oder Rollstuhl hinkommt.

Wer wissen will, wie es erdgeschichtlich in Dortmunds Untergrund aussah, der muss eine Etage höher gehen. 600 Millionen Jahre Erdgeschichte sind dann in den Räumen zu sehen.

Das Edelsteinkabinett wird einen neuen Platz bekommen, und die Grabungen zum Messeler Urpferdchen werden wie bei Indiana Jones in einem spannenden Grabungscamp zu sehen sein. Daneben gibt es zum Beispiel einen Dinozahn zum Anfassen, oder große Ammoniten, die an der Decke baumeln und den Übergang in ein urzeitliches Meer veranschaulichen.

Unverändert bleibt das große Aquarium an seinem Standort. Es wurde von einigen Jahren bereits renoviert und wird in Zukunft heimische Fische zeigen. Vieles kann man auch in diesem Rohbau schon erahnen. Doch wann das Haus wieder eröffnet werden kann, steht noch nicht fest. Elke Möllmann hofft auf 2018 als Termin. Doch vorher will sie auch die Baustelle Museum mit einem "Bergfest" der Öffentlichkeit zugänglich machen.
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