Kampf gegen Riesenbärenklau: Pfahlwurzel ausgraben

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Die Herkulesstaude wird vom Team des Werkhofs bekämpft. (Foto: Schaper)
 
Der Riesenbärenklau verdrängt heimische Pflanzen. (Foto: Thomas Meißner)
Die Bekämpfung der Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt, ist zu einer wichtigen Aufgabe im Rahmen des Natur- und Artenschutzes geworden. Auch in den heimischen Naturschutzgebieten und Grüngebieten kämpft die Stadt gegen die Ausbreitung der Pflanze, die bis zu vier Meter hoch wird und in dichten Beständen wächst. Dadurch werden heimische Arten verdrängt, und die Artenvielfalt nimmt insgesamt ab.

Im Osten. Zudem gehen von der Herkulesstaude Gesundheitsbeeinträchtigungen aus. Bei Berührung kann es unter Sonneneinstrahlung zu verbrennungsartigen Hautveränderungen kommen. Deshalb lässt das Umweltamt Riesenbärenklau in Natur- und Landschaftsschutzgebieten bekämpfen.

An Flüssen und Verkehrswegen

Riesenbärenklau stammt ursprünglich aus dem Westkaukasus, wo die Pflanze gemeinsam mit anderen Stauden ausgedehnte Hochstaudenfluren bildet. Erste Nachweise der Pflanze in Europa gibt es bereits vor 1900. Riesenbärenklau wurde zunächst als Zierpflanze in Gärten ausgebracht und sogar als Bienenweide in der freien Landschaft ausgesät.

Heute breitet sie sich entlang von Flüssen und Verkehrswegen immer schneller aus. Besonders kräftig gedeiht sie an sonnigen, feuchten und nährstoffreichen Standorten aber auch an Bahndämmen, Straßenrändern, Waldrändern und in lichten Wäldern. Mit ihrem kräftigen Höhen- und Blattflächen-Wachstum und ihrer starken Vermehrung (eine Pflanze bildet durchschnittlich 20 000 Samen aus) verdrängt sie schnell die typische Flora der heimischen Biotope.

Kooperation mit Werkhof

Besonders gravierende Auswirkungen hat dies für die Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Daher hat das Umweltamt der Stadt Dortmund in diesem Jahr einen Kooperationsvertrag mit der Werkhof Projekt gGmbH zur nachhaltigen Bekämpfung geschlossen. 20 Mitarbeiter des Werkhof gehen seit April 2017 gegen die invasive, phototoxische Pflanze vor, ausgerüstet mit Schutzkleidung, Brillen und Handschuhen, um Verbrennungen vorzubeugen.

Um eine Blüten- und Samenbildung zu verhindern, muss frühzeitig die bis 60 Zentimeter lange Pfahlwurzel ausgegraben werden. Dies konnte aus zeitlichen Gründen leider nur auf einem Teil der betroffenen Flächen durchgeführt werden. Insgesamt wurden auf über 5000 Quadratmetern Pflanzen ausgegraben, wo es in der Folge in diesem Jahr zu keiner Blüte gekommen ist. Dort sind die Orte auch mehrfach angefahren worden, um auch eine Nachblüte bei kleineren bzw. übersehenen Stauden zu unterbinden.
Bereiche, in denen die Pflanzen ausgegraben wurden: Naturschutzgebiet (NSG) An der Panne, NSG Buschei, NSG Kurler Busch, NSG Sanderoth, NSG Hohensyburg-Klusenberg (Ruhrwiesen), NSG Hallerey, NSG Grävingholz, Stadtwald Sölderholz, Nathebachtal (Aplerbeck) und Obstwiese Am Pass.

Allerdings standen die Stauden in weiteren Bereichen schon in voller Blüte.
Durch das Kappen der Blüte konnte nur noch eine weitere Verbreitung unterbunden werden. Diese Flächen werden im nächsten Jahr zuerst angefahren, um die Wurzeln auszugraben: NSG Wickeder Ostholz, Am Rosenplätzchen, Stadtwald Sölderholz und NSG Süggelwald. 
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