Sturm legt Bahnverkehr lahm: Dortmunder Feuerwehr im Dauereinsatz

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Umgestürzte Bäume beseitigt die feuerwehr, die pausenlos im Einsatz ist, auch an der Keuzung Märkische-/ Saarlandstraße. (Foto: Schmitz)
 
Vorraussichtlich bis zum morgigen Freitag wird es laut deutscher Bahn keinen Zugverkehr in NRW geben. Kurz nach Mittag mussten heute in Dortmund die Nord- und Südausgänge des Hauptbahnhofes durch Bundespolizisten vorläufig gesperrt werden. Es drohten Teile des Daches herunterzufallen.
 
Absperrungen sichern gefährliche Bereiche, wo die Feuerwehr wegen der vielen von Frederike verursachten Schäden noch nicht zum Aufräumen kam. (Foto: Schmitz)

Der Orkan, der heute über Dortmund hinwegfegte, ließ das Telefon bei der Polizei nicht mehr stillstehen. Über 150 Einsätze bewältigten die Beamten in Dortmund und Lünen aufgrund des Orkans allein bis 13 Uhr. Mehrere Einsätze werden zudem aktuell noch abgearbeitet.

Die gute Nachricht: Die Anrufsituation bei den Notrufen hat sich wieder normalisiert. Insgesamt ist im Stadtgebiet Dortmund und Lünen sowie auf den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Dortmund nach dem Sturmtief Frederike jetzt eine leichte Entspannung beim polizeilichen Einsatzaufkommen erkennbar. Doch Aufräumarbeiten werden den Verkehr in vielen Bereichen noch weiter beeinträchtigen.

Züge fahren nicht

Das Sturmtief „Friederike“ zieht mit hohen Windgeschwindigkeiten und starkem Regen aktuell über den Westen Deutschlands. Die Deutsche Bahn hat deswegen zum Schutz von Fahrgästen sowie zur Vermeidung von Schäden an Fahrzeugen und der Infrastruktur den gesamten Schienenverkehr in Nordrhein-Westfalen eingestellt. Da davon zahlreiche Fernverkehrsverbindungen betroffen sind, gibt es Auswirkungen auf den gesamten Bahnverkehr (auch international). Der Bahnverkehr kann heute in NRW nicht mehr aufgenommen werden. Auch für morgen rechnet die Deutsche Bahn mit deutlichen Einschränkungen.

Erhebliche Sturmschäden

Nach ersten Einschätzungen zeigen sich erhebliche sturmbedingte Schäden an der Infrastruktur. Die Deutsche Bahn hat Helikopter in Bereitschaft, die nach Abflauen der Windgeschwindigkeiten und bei Tageslicht die Erkundungen der Strecken umfänglich durchführen werden. Bereits jetzt sind Reparaturtrupps der DB Netz im Einsatz, um die Strecken zu erkunden und möglichst schnell Sturmschäden an Oberleitungen zu beseitigen und umgestürzte Bäume aus Gleisen zu entfernen.

Umgestürzte Bäume werden entfernt

Reisende werden gebeten, ihre Reise wenn möglich zu verschieben und sich vor Antritt der geplanten Reise in den Auskunftsmedien zu informieren. Seit 12 Uhr ist eine kostenlose Servicenummer unter 08000 996633 eingerichtet.

Die Deutsche Bahn hat das Personal an den betroffenen Bahnhöfen verstärkt. Reisende erhalten an den Bahnhöfen Taxi- und Hotelgutscheine. In betroffenen Bahnhöfen stellt die Deutsche Bahn Aufenthaltszüge bereit. Die Deutsche Bahn bittet ihre Kunden um Verständnis für die Unannehmlichkeiten.

Fahrkarten können eine Woche genutzt werden

Für die vom Sturm betroffenen Strecken behalten alle für Donnerstag, den
18.01.2018 geltenden Fahrkarten für den Fernverkehr ihre Gültigkeit und können entweder kostenfrei storniert oder bis eine Woche nach Störungsende flexibel genutzt werden (gilt auch für zuggebundene Fahrkarten). Sitzplatzreservierungen können umgetauscht werden (für auf bahn.de gekaufte Reservierungen auch online möglich).
Betroffene Reisende, die ihre bereits gebuchte Reise nicht antreten möchten, können ihre Fahrkarten kostenlos zurückgeben. Hier finden Sie das entsprechende Erstattungsformular für online gebuchte Fahrkarten: https://www.bahn.de/p/view/service/buchung/erstatt...">DB Service Erstattung

Informationen dazu finden sie hier: https://www.bahn.de/p/view/service/aktuell/nordrhe...">Deutsche Bahn

Mit einer nächsten Information zur Wiederaufnahme des Zugverkehrs in NRW kann voraussichtlich morgen Vormittag/Mittag (19.01.) gerechnet werden.
Aufgrund von höherer Gewalt sind die regulären Erstattungsrichtlinien nicht gültig.

430 Ampeln ausgefallen

Wegen des Sturms sind im Stadtgebiet mehr als 430 Ampeln ausgefallen (Stand: 12.30 Uhr). Mit weiteren Ausfällen ist zu rechnen. Dafür gibt es zwei Gründe. Durch auftretende Unterspannung können manche Ampeln nicht mit ausreichend Strom versorgt werden, und der starke Wind kann zur Beschädigung der Anlagen führen. Reparaturen sind wegen der Wetterlage derzeit nicht möglich. Alle Verkehrsteilnehmer werden gebeten, größte Umsicht walten zu lassen und insbesondere in Kreuzungsbereichen besonders vorsichtig zu fahren. 

Zoo bliebt auch morgen geschlossen 

Wegen des Unwetters bleiben die städtischen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen in Dortmund heute geschlossen. Das betrifft sowohl die Jugendfreizeitstätten als auch Abenteuerspielplätze oder die städtischen Kinder- und Jugendtreffs.
Der Zoo Dortmund wird auch morgen (Freitag) wegen der Aufräumarbeiten nach dem Sturm geschlossen bleiben. Neben dem Zoo hat auch der Westfalenpark heute geschlossen.

Schäden schnell der Versicherung melden

Sturmtief „Friederike“ hat in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 130 Stundenkilometern für abgedeckte Dächer und umgestürzte Bäume gesorgt. Etwaige Sturmschäden sind ein Fall für die Versicherung undmüssen dem Versicherer umgehend gemeldet werden. „Betroffene sind
zudem verpflichtet, alles zu unterlassen, was einen Schaden verursachen

und die Feststellung erschweren könnte – sonst wird in vielen Fällen der
Versicherungsschutz teilweise oder komplett riskiert“, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Gefahrenquellen dürfen und müssen jedochbeseitigt werden. Die Angaben bei der Schadensmeldung müssen
außerdem wahrheitsgetreu sein. Folgende Hinweise und die Nachfrage
beim Versicherer informieren darüber, wie sich Betroffene vorsorglich

verhalten sollten:

- Eine Police reicht nicht: Für Sturmschäden haften Gebäude-, Hausrat- und
Kaskoversicherungen.
Stürmisch ist's nach den Bedingungen der Versicherer ab Windstärkeacht. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von 62 Stundenkilometern. Dass der Wind bei Sturm Ziegel und Dachpappe mitgehen ließ, müssen Betroffene in der Regel nicht selbst nachweisen. Nach den Versicherungsbedingungen reicht es aus, wenn es vorher eine offizielle Sturmwarnung gegeben oder der Schaden an einem zuvor einwandfreien Gebäude nur durch den Sturm entstanden sein kann oder Häuser in der Nachbarschaft ebenfalls beschädigt wurden.

Gebäude- und Hausratversicherung: Einen dreifachen Schutz gegen Sturm/Hagel, Feuerund Leitungswasser bietet die Gebäudeversicherung: Eine solche Police sollten

Hausbesitzer vorweisen können, wenn das Dach abgedeckt, der Schornstein beschädigt oderein Baum aufs Haus gefallen ist. Wurden Hausratgegenstände zum Spielball des Sturms,
sind diese Schäden durch die Hausratversicherung abgedeckt.
Die Versicherung greift beibeschädigter Inneneinrichtung jedoch nur, wenn Fenster und Türen verschlossen waren. Fürbeschädigte Gartenmöbel wird in der Regel nur gezahlt, wenn sie während der Böen in einem
Gebäude untergebracht waren und dies ebenfalls vom Wind beschädigt wurde. Reguliert
werden auch Schäden an Antennen und Markisen, die einem Mieter gehören, außen am Gebäude angebracht sind und ausschließlich durch die Bewohner der versicherten Wohnung genutzt werden.

Auch nach dem Sturm bleibt Gefahr im Wald 

"Bitte meiden Sie weiterhin Wälder und Parks! Es besteht nach wie vor die Gefahr von herabfallenden Gegenständen wie zum Beispiel Ästen", warnt die Polizei. Und auch die Forstverwaltung der Stadt Dortmund weist darauf hin, auch nach dem Sturm heute, die Wälder nicht zu betreten. Das Betretungsverbot gilt wegen des Sturms nach den Unfallverhütungsvorschriften auch auf den Waldwegen. Es muss mit abbrechenden Ästen und mit dem Umstürzen von Bäumen gerechnet werden. Durch die starken Niederschläge der letzten Wochen ist der Waldboden mit Wasser gesättigt und der Mineralboden stark plastisch aufgeweicht. Die Verankerung der Bäume im Boden durch ihre Wurzeln ist daher geringer.
Auch von Friedhofsbesuchen sollte man absehen. Ebenfalls unterbleiben sollte ein Befahren der Friedhöfe mit dem PKW. Auch nach Abebben des Sturms ist Vorsicht geboten. Durch die extreme Belastung der Bäume können auch an noch stehenden Exemplaren nicht sichtbare Spannungs- oder Anbruchschäden entstanden sein, die sich erst später auswirken.

Aufgrund der Sturmlage können manche Notrufe bei der Polizei in Dortmund aktuell nicht direkt bearbeitet werden. Die Beamten bitten Anrufer, es weiter zu probieren.

Feuerwehr richtet alternative Telefonnummer ein 

Die Dortmunder Feuerwehr bittet darum, den Notruf 112 heute nur in dringenden oder lebensbedrohlichen Notfällen zu wählen. Dies gilt z.B. für medizinische Notfälle, Unfälle oder für Brände. Für die Meldung umgestürzter Bäume oder anderer Fälle, die keine weiteren Gefahren auslösen können, hat die Feuerwehr folgende Nummer eingerichtet: (0231) 50-13247.
Die Feuerwehr bittet außerdem darum, keine Notrufe über soziale Medien oder per Mail abzusetzen – diese Kanäle werden nicht ständig beobachtet.
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