Ausbau der Kinderbetreuung

Anzeige
In Dortmund müssen noch mehr Kindergartenplätze geschaffen werden. (Foto: Archiv/Schmitz)
 
Das Modell der Kinderstube soll auch auf andere Städte übertragen werden. (Foto: Archiv Schmitz)
Angesichts gestiegener Kinderzahlen in Dortmund durch Geburten, zugewanderter und geflüchteter Familien von 15000 Kindern auf jetzt 16113 Kinder unter drei Jahren sowie Kindern ab drei Jahren bis zum Schuleintritt von 15200 auf derzeit 15531 Kinder müssen die Anstrengungen bei der Versorgung mit Kita-Plätzen verstärkt werden.

Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger informierte jetzt über den aktuellen Ausbaustand an Angeboten zur Erziehung, Bildung und Betreuung für Kinder unter und über drei Jahren in Kitas und Kindertagespflege. Mit Blick auf den steigenden Bedarf gab sie zudem einen Ausblick auf die weiteren Planungen für das Kindergartenjahr 2016/2017 und die Maßnahmen der folgenden Jahre.

„Wir haben im Rahmen aller uns zur Verfügung stehender Maßnahmen die Bedarfsplanung für die kommenden Jahre dem Anstieg entsprechend angepasst“, so Schneckenburger. Und: „Um die zukünftigen Herausforderungen meistern zu können, brauchen wir die Unterstützung des Landes und des Bundes.“ Stadtweit wird es auf Grundlage der aktuellen Meldedaten voraussichtlich bis zum Ende des laufenden Kindergartenjahres 2015/2016 und im kommenden Kindergartenjahr 2016/2017 folgende Versorgungssituation in Dortmund geben:

• Kinder unter drei Jahren:

- 2015/2016: 5227 Plätze, Versorgungsquote 32,4 Prozent (davon 1985 Plätze in der Tagespflege und 3242 Plätze in Kitas)
- 2016/2017: 5630 Plätze, Versorgungsquote 34,9 Prozent (davon 1985 Plätze in der Tagespflege und 3645 Plätze in Kitas)

In Kitas sind hierbei insgesamt 93 U3-Plätze enthalten, die nicht dauerhaft eingerichtet sind: dabei handelt es sich um geplante Überbelegungen im Bestand (45 Plätze) und Startstrukturen neuer Kitas (48 Plätze)

• Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt:

- 2015/2016: 14 520 Plätze - Versorgungsquote 93,5 Prozent
2016/2017:15 654 Plätze - Versorgungsquote 99,8 Prozent

Hierin sind 129 nicht dauerhafte Plätze, davon 106 in der Nordstadt, als Sofortprogramm enthalten.

Es ergeben sich noch Unterschiede in der Versorgung der einzelnen Stadtbezirke, die erst in den kommenden Jahren bedarfsgerecht angeglichen werden können.
In den Stadtbezirken Innenstadt-Nord, Innenstadt-Ost, Scharnhorst, Lütgendortmund und Mengede werden beispielsweise nur zirka 95 Prozent Versorgungsquote für die Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt erreicht.

Darüber hinaus werden aufgrund der gestiegenen Zahlen der Kinder unter drei Jahren die zukünftigen Ü3-Kinderzahlen bis zum Kita-Jahr 2018/2019 weiter kontinuierlich steigen.

Neue Kitas werden im Wesentlichen im Investorenmodell geschaffen. Investoren errichten auf ausgeschriebenen städtischen oder auf eigenen Grundstücken im Rahmen der örtlichen Bedarfsplanung des Jugendamtes neue Kitas, die an die durch die Jugendhilfeplanung festgelegten Träger langfristig für 25 Jahre vermietet werden.

Die Stadt gewährt den Trägern für die Mietdauer die volle Förderung nach dem Kinderbildungsgesetz inklusive der Förderung der Kaltmiete.Bund und Land fördern über Investitionsprogramme den Bau oder Umbau, die Herrichtung von Außengeländen und die Einrichtungsgegenstände für neue U3-Plätze in Kitas und der Kindertagespflege.Im aktuellen Bundesprogramm zum Ausbau U3 können bis zum 15. Januar bewilligungsreife Förderanträge gestellt werden.

Aufgrund des Förderzeitraums bis Mitte 2018 und der Planungen die darüber hinausgehen, sind weitere Investitionsprogramme von Bund und Land zur Unterstützung der Kommunen in den kommenden Jahren notwendig.Mit dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz des Bundes können kommunale Investitionen in die Infrastruktur zu 90 Prozent gefördert werden. Hier sollen diverse Um- und Anbauten in Einrichtungen des städtischen Trägers Fabido bis Ende 2018 realisiert werden.

Ein Sonderprogramm des Landes NRW hilft bei der Einrichtung niederschwelliger Angebote für Kinder aus Flüchtlingsfamilien und in vergleichbaren Lebenslagen. Ziel ist es, über diese Angebote die Familien an das Bildungssystem heranzuführen und einen Übergang in die Regelangebote der Kitas und der Kindertagespflege zu ermöglichen. Daraus entstanden im laufenden Jahr zusätzliche 195 Plätze in 14 Projekten. So konnten Betreuungsangebote in sechs Flüchtlingsunterkünften sowie acht Angebote an Grundschulen und bei freien Trägern in der Nordstadt eingerichtet werden.

Für 2016 wurden 219 Plätze in 16 Projekten beantragt.
Gerade die frühe Bildung im Elementarbereich in Regelangeboten der Kitas und der Kindertagespflege spielen eine herausragende Rolle bei der Integration von Flüchtlingsfamilien und Zuwanderern. Nicht nur die Kinder, auch die Eltern, insbesondere die Mütter, finden in vielen Einrichtungen, die auch Familienzentren und/oder plusKita und/oder Sprachfördereinrichtungen sind, unterstützende Angebote.

Von den 294 Kitas sind:

• 78 Kitas Familienzentren
• 74 Kitas plusKitas
• 116 Kitas Sprachfördereinrichtungen
• 23 Einrichtungen sind sowohl Familienzentrum als auch plusKita und Sprachfördereinrichtung.
• 21 Einrichtungen sind sowohl Familienzentrum als auch Sprachfördereinrichtung.
• Zwei Einrichtungen sind sowohl Familienzentrum als auch plusKita.
• Elf Einrichtungen sind sowohl plusKita als auch Sprachfördereinrichtungen.
• Ein Schwerpunkt der Familienzentren und der plusKitas ist die Öffnung und Vernetzung im Sozialraum, so dass auch Unterstützungsangebote Dritter aus dem Umfeld angeboten werden.


In der Kindertagespflege haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend Großpflegestellen entwickelt, in denen in eigenen Räumlichkeiten neun Kinder von zwei bis drei Tagespflegepersonen betreut werden.

Von den 41 Großpflegestellen werden neun als sogenannte Kinderstuben von den Trägern Fabido und der AWO betrieben; weitere sind in der Planung.In Kinderstuben betreuen drei Tagesmütter neun Kinder unter drei Jahren. Im Sinne einer intensiven Elternarbeit unterstützt eine Sozialpädagogin jede Kinderstube. Zielgruppen für die Kinderstuben sind Kinder aus Zuwandererfamilien aus Südosteuropa und aus sozial schwachen Familien. Sie wollen einen frühen Zugang zu Bildung ermöglichen, einen Übergang in eine Kita gewährleisten und die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz fördern.

In einer wissenschaftlichen Untersuchung der „Arbeitsstelle für Regionale Sozialarbeitsforschung/Areso“ der FH Dortmund wurde die Qualität der Kinderstuben evaluiert. Dort wurde eine sehr gute Qualität der Erziehungs- und Bildungsarbeit festgestellt. Das Konzept der Kinderstuben findet landesweites Interesse und wird im Rahmen der Bildungsinitiative RuhrFutur auch in anderen Kommunen erprobt.

Ein neuer Orientierungsrahmen für durchgängige Sprachbildung in Kitas und Grundschulen, der im Arbeitskreis Kooperation-Kindergarten-Grundschule erarbeitet wurde, wird 2016 modellhaft erprobt werden.Bislang haben rund ein Drittel aller Kinder eines Jahrgangs der Drei- bis Fünfjährigen einen besonderen Sprachförderbedarf.

Die landesweite Umstellung der Sprachförderung in Kitas auf eine alltagsintegrierte Sprachförderung wird fachlich begrüßt. Die vom Land geförderten Qualifizierungsmaßnahmen hierzu starteten in 2015 und werden in den kommenden fünf Jahren flächendeckend umgesetzt.

Die Betreuung von Flüchtlingskindern, die in Zukunft zunehmend die Regelangebote in Anspruch nehmen werden, bedeutet weitere Qualifizierungsbedarfe gerade in Bezug auf traumatisierte Kinder mit Kriegserfahrungen und die Zusammenarbeit mit den Eltern.

Dies wird in vielen Einrichtungen sicher auch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den bisherigen Konzeptionen mit sich bringen. Insgesamt stellt die aktuelle Entwicklung eine besondere Herausforderung an die Verwaltung, die Träger von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege und natürlich an die Fachkräfte in den Einrichtungen und die Tagespflegepersonen
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.