Ausbeutung bei Fast Food Ketten: Bundestagsabgeordnete Jelpke und Birkwald (LINKE) bei Fachgruppe Systemgastronomie der Gewerkschaft NGG

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„Wer mit Rechtsbruch sein Geschäft betreibt, darf daraus keinen Profit schlagen!“, so der Gewerkschaftssekretär Manfred Sträter aus Dortmund. (Foto: www.ngg.net)
 
Die frisch wiedergewählte, langjährige Dortmunder Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (DIE LINKE) zu Besuch bei der Fachtagung der Gewerkschaft NGG. (Foto: http://www.ulla-jelpke.de/)
Dortmund: Ostwall 17 |

„Wir wollen endlich menschlich behandelt werden“, fasste eine langjährige Beschäftigte einer Fast-Food-Kette ihre Erwartungen zusammen. Zuvor hatte sie berichtet, dass der Druck auf die Beschäftigten zum Teil unerträglich sei. „Wir sind der NGG sehr dankbar, dass sie uns geholfen hat für unsere Rechte einzutreten.“ So die Äußerung einer weiteren Angestellten einer großen Fast-Food-Kette.

Selbstverständlichkeiten statt offensive Wünsche

Während der Veranstaltung, zu der die Gewerkschaft NGG eingeladen hatte, wurde die Möglichkeit eingeräumt an die beiden Bundestagsabgeordneten der LINKEN, Ulla Jelpke und Matthias W. Birkwald, Wünsche zu äußern. Die Forderungen, die die Anwesenden, aus der Fachgruppe Systemgastronomie der NGG, dann äußerten, waren jedoch mehr Selbstverständlichkeiten als offensive Wünsche. Die respektvolle Behandlung der Beschäftigten durch Arbeitgeber und Vorgesetzte ging hier Allem voraus. Besonders ab einem gewissen Alter werde zusätzlicher Druck ausgeübt um Beschäftigte aus ihrer Anstellung zu drängen. Gewerkschaftssekretär Manfred Sträter merkte dazu an, dass so Höhergruppierungen, besonders durch ungerechtfertigte sachgrundlose Befristungen umgangen würden. Auch die Ausbildung, mit einer Durchfallquote von 40%, sei mehr ein Mittel zur Ausbeutung, als ein Einstieg in den Arbeitsmarkt. Viele der rund 60 Azubis in Dortmund würden als noch billigere Arbeitskräfte eingesetzt. Ein Azubi im 1. Jahr bekommt gerade 670€, während ein normaler Vollzeit-Beschäftigter in der untersten Lohngruppe 1.268€ Brutto erhält.

"Der Lohn müsse zum Leben reichen, klar!"

Doch häufig scheitere die Durchsetzung von Arbeitnehmerrechten schon an der ungenügenden Durchsetzung dieser Rechte durch Staatsanwaltschaft und Ordnungsamt. Stärkere Kontrollen und härtere Strafen seien hier das Mittel der Wahl. „Wer mit Rechtsbruch sein Geschäft betreibt, darf daraus keinen Profit schlagen!“, so Manfred Sträter. Gewerkschaftssekretärin Zayde Torun merkte dazu an, dass viele Angestellte sich, aus Furcht vor Repressionen, nicht trauen würden gegenüber ihrem Arbeitgeber ihr Recht einzufordern. Kollektive Klagen, durch ein Verbandsklagerecht zu ermöglichen, sei also dringend geboten.

Lob für Mut und Engagement der Beschäftigten

Die Abgeordneten lobten den Mut und das Engagement der Beschäftigten und regten für die Zukunft einen Informationsaustausch über die Gewerkschaft an.
Sie regten ferner ein Hearing in Berlin über die Behinderung von Betriebsrätearbeit in der Systemgastronomie und anderen Branchen an. Ulla Jelpke kündigte außerdem an, dass DIE LINKE die systematische Verletzung des Betriebsverfassungsgesetzes durch Arbeitgeber etwa durch Anfragen an die Regierung thematisieren will. Immerhin stammen 46 Prozent aller Kleinen und 27 Prozent der Großen Anfragen im Bundestag von der Linkspartei. Matthias W. Birkwald erläuterte die gerade von der LINKSFRAKTION ergriffenen Initiativen für einen gesetzlichen Mindestlohn und die Abschaffung sachgrundloser Befristungen von Arbeitsverträgen.

Bezüglich des Verbandsklagerecht hatte es in der Vergangenheit auch von SPD und Grünen positive Äußerungen gegeben. Aber die SPD verhandelt ja lieber mit der Union.

Am Ende luden die Abgeordneten die Beschäftigten zu einem Besuch des Bundestages und der Hauptstadt ein und gaben die Zusage zu einem weiteren Treffen im nächsten Jahr.


"ZDFzoom" vom 31.07.2013 blickt hinter die Kulissen des Burger-Imperiums und entlarvt ein System, in dem nur eines zu zählen scheint: der Gewinn:

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