Das Aus für grüne Oase

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Die Vereinsmitglieder haben aus einer verwilderten Brache Gärten gemacht, die sie nun aufgeben sollen (Foto: Planerladen e.V.)

Der Garten von Nail Tari auf dem Thyssen-Gelände ist ein kleines grünes Paradies – aber nicht mehr lange.

stadtmitte. Der Rat der Stadt Dortmund hatte in seiner Sitzung am 18. Juli beschlossen, dass die Pächter des Grabelandes an der Eisenstraße den Gewerbe-Plänen weichen sollen.

Die Pächter sind Mitglieder des Vereins „Yesil Bostan – Gemüsegartenverein“. Sie alle gehören fast zu der ersten Generation der sogenannten Gastarbeiter. Das Grabeland mit ihren vielen kleinen Gärten ist für die Menschen eine kleine Zuflucht.

Nail Tari gehört zu jenen, die vor über zwölf Jahren das ungenutzte Grabeland entdeckten und für sich eine kleine, grüne Heimat bauten. Der 73-jährige Rentner sagt: „Hier fühle ich mich wohl, säe und ernte ich zusammen mit meiner Frau Gemüse“.

Im Juli 2002 übernahm der Planerladen e.V. die Vermittlung des Konflikts um die Nutzung der Fläche von 23000 Quadartemetern, die der Stadt und ThyssenKrupp gehören. Der Planerladen unterstützte die türkische Gruppe, die die Initiative ergriff, und aus der verdreckten Brache, der auch als Drogenumschlagsplatz diente, ein kleines grünes Paradies erschuf.

Im Ergebnis konnte schließlich im Jahre 2004 ein Konsens über eine geregelte mittelfristige Nutzung der Fläche als Grabeland durch die Gruppe erzielt und ein eigener Trägerverein - der Kleingartenverein Yesil Bostan e.V.- zur Bewirtschaftung der Fläche durch die Nutzergruppe selbst aufgebaut werden.
Im Oktober 2009 kündigte die Stadt den Pachtvertrag der Flächen entlang der Burgholzstraße, die Pächter der Fläche der ThyssenKrupp werden weiterhin bewirtschaftet.

Die Entscheidung der Stadt bedeutet das endgültige Ende der Gärten – nun die bange Frage – für wann? Und sie hoffen, dass ihnen eine alternative Fläche angeboten wird.
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Hasan Eker aus Dortmund-West | 16.08.2013 | 10:20  
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