Einen großen Erfahrungsschatz sichern

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Erfolgreich im Team (v.l.): Uwe Meddeholt, Arbeitsvermittler Markus Bardtke und Rüdiger Teuber.

Schlosser Rüdiger Teuber hat sich mit 55 Jahren erfolgreich bei der Metallbau Meddeholt GmbH beworben. Sein neuer Chef setzt auf seine Erfahrung und seine Zuverlässigkeit. Die Agentur für Arbeit Dortmund unterstützt die Einarbeitung.

Ein guter Fachmann, der noch dazu ins Team passt und flexibel einsetzbar ist – so stellte sich Uwe Meddeholt den künftigen Mitarbeiter für sein Unternehmen vor. Ein echter Allrounder also, denn das kleine Unternehmen mit acht Mitarbeitern ist sehr vielseitig als Reparaturbetrieb für Wohnungsbaugesellschaften und Hausverwaltungen, ein Schlüsseldienst gehört auch dazu. „Man muss ein einfallsreicher Handwerker sein“, so die Anforderung des Chefs. Mit Rüdiger Teuber hat Meddeholt den richtigen Mitarbeiter gefunden. Dass dieser bereits Mitte 50 ist, stört ihn nicht im Geringsten, wie er sagt: „Das interessiert mich nicht. Ältere verfügen über eine großen Erfahrungsschatz, der dem Unternehmen zu Gute kommt, und sind zudem meist ruhig und ausgeglichen. Das tut dem gesamten Team gut.“

Rüdiger Teuber ist froh, dass er in dem kleinen Betrieb untergekommen ist. Das Stellenangebot fand er in der Jobbörse der Arbeitsagentur, als an einem Bewerbungscoaching teilnahm. Vieles ist nun neu für ihn: „Vorher hatte ich nur mit Leichtmetall zu tun, hier muss ich vieles noch lernen.“ Einen Schweißlehrgang hat er bereits absolviert, von einem Kollegen lernt er nun alles über den Schlüsseldienst. Für seinen Chef ist eine längere Einarbeitungsphase, in der ein neuer Mitarbeiter noch nicht hundertprozentig einsatzfähig ist, völlig normal. „Dass ein Bewerber genau zu einem Profil passt, das muss schon ein ziemlicher Zufall sein.“ Nach einer „Probewoche“, die die Arbeitsagentur in solchen Fällen genehmigt und in der beide Seiten prüfen können, ob es passt, hatte er jedoch einen guten Eindruck. Zudem wird die Einarbeitung von der Arbeitsagentur durch einen Zuschuss unterstützt. Für Arbeitsvermittler Markus Bardtke vom Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund eine gute Möglichkeit für Unternehmen, die Beschäftigung von älteren Mitarbeitern zu erproben. „Mittlerweile öffnen sich die Arbeitgeber diesem Thema schon etwas mehr. In vielen Berufsjahren erwirbt man ein enormes Wissen und vielfältige Fertigkeiten. Solche Mitarbeiter bereichern ein Unternehmen.“

Dennoch ist die Situation von Menschen über 50 Jahren auf dem Arbeitsmarkt weiterhin nicht rosig. Zwar bleiben viele von ihnen länger in Beschäftigung, aber wer einmal arbeitslos wird, sucht in der Regel länger als Jüngere nach einer neuen Stelle. Im Jahresdurchschnitt 2014 waren 10.868 Personen über 50 arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr hat sich diese Zahl nicht verändert, während die Arbeitslosigkeit insgesamt um 1,4 Prozent zurückging. Bei den über 55-Jährigen stieg die durchschnittliche Arbeitslosigkeit um 0,8 Prozent. Dagegen entwickelte sich die Beschäftigungsquote von 50- bis 64-Jährigen in Dortmund auch aufgrund der demografischen Entwicklung positiv. Laut dem Arbeitsmarktmonitor der Bundesagentur für Arbeit liegt der Anteil aktuell – Stand 2013 – bei 45 Prozent. Vor fünf Jahren lag er noch deutlich geringer bei 36,4 Prozent. Trotz der Verbesserung sind in Dortmund dennoch weniger Ältere beschäftigt als in Nordrhein-Westfalen insgesamt. Dort beträgt die Beschäftigungsquote 48,9 Prozent (Deutschland: 51,1 Prozent).

Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zeigt sich ebenfalls ein Anstieg. So waren zum Stichtag 30.06.2014 in Dortmund 62.041 ältere Beschäftigte zwischen 50 und 64 Jahren zu verzeichnen, ein Plus von 4,0 Prozent zum Vorjahr. Besonders deutlich profitierten die Beschäftigten zwischen 55 und unter 65 Jahren von dem Zuwachs. Der Anteil älterer Beschäftigter stieg auf 29,2 Prozent.

Ältere Beschäftigte werden wichtiger

„Mehr als jeder vierte Beschäftigte in Dortmund ist zwischen 50 und 64 Jahren alt. Dieser Anteil wird in den nächsten Jahren weiter wachsen, ältere Beschäftigte werden damit immer wichtiger, auch unter dem Aspekt der Fachkräftesicherung. Dafür gilt es die Voraussetzungen zu schaffen, dazu zählen auch mehr Weiterbildungsangebote im Betrieb, um mit der Entwicklung Schritt zu halten. Noch ist es hingegen weiterhin schwierig für ältere Arbeitslose, die auch mit guter Berufserfahrung noch zu häufig Schwierigkeiten haben, auf den Arbeitsmarkt zurückzukehren. Das Beispiel bei der Meddeholt Metallbau GmbH zeigt, wie es gelingen kann. Diese unternehmerische Einstellung sollte weiter Schule machen. Soweit notwendig können wir auch die Einarbeitung finanziell unterstützen“, so Astrid Neese, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund.

Dass es bei Rüdiger Teuber so gut geklappt hat, mit Unterstützung einen neuen Job zu finden, stellt alle zufrieden: Den Chef, Arbeitsvermittler Bardtke und am meisten natürlich Rüdiger Teuber selbst, der als Schlosser in seinem Beruf am liebsten bis zur Rente arbeiten will.
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