Erzieherinnen streiken in der City in Dortmund

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Hunderte Streikende forderten rund 10 Prozent mehr Lohn für Erzieher bei der Kundgebung in der City.

Hunderte Erzieher streikten heute, viele Fabido-Kindertagesstätten in Dortmund blieben zu. Die Gewerkschaft fordert eine deutliche Lohnsteigerung.

„Es fehlen Erzieherinnen. Der Markt ist leergefegt“, sagt die Vertreterin des Dortmunder Personalrats der Stadt auf dem Podium der Kundgebung am Katharinentor. Und fügt hinzu: „Niemand entscheidet sich für diesen Beruf, wenn er weiß, dass er sein Leben davon nicht bestreiten kann.“ Hunderte Mitarbeiterinnen von kommunalen Kitas und Jugendeinrichtungen applaudieren.

Streikende fordern mehr Lohn

Sie alle fordern mehr Lohn. Während andere „reiche“ Städte heute sogar Fangprämien für Erzieherinnen zahlten, seien die hier nach fünfjähriger Ausbildung heute bei einem Gehalt auf dem Niveau von 1991. Und dann berichtet eine von ihnen beim Streik aus der Praxis.
„Die Erzieherinnen unserer Kinder haben mehr verdient!“, steht auf dem Plakat hinter ihr, als Heike Harka ans Mikrophon tritt. „Wieso brauchen wir eine Frauenquote und was soll das mit dieser unsäglichen Herdprämie?“, fragt sie in die Menge. Die Erzieherin in der Kita an der Flurstraße weiß, dass die Elternzeit immer noch meist von Frauen genutzt wird, die dafür dann mit der Karriere zurückstecken. „Und gehen sie frühzeitig wieder arbeiten, würden sie als Rabenmütter bezeichnet.

"Ohne uns bricht alles zusammen"

„Gleiches Geld für gleiche Arbeit“, wiederholt sie eine Forderung des Equal pay Day, „auch dafür stehen wir hier“, sagt Heike Harka. Sich um Kinder und Jugendliche zu kümmern, damit sei ein Start zu machen, jedoch kein Geld, meint sie.
„Man braucht uns dringend, sonst bricht alles zusammen“, ruft sie, „und doch sind unsere Berufe weit davon entfernt, was sie verdienen.“
Und dann berichtet sie aus dem Kita-Alltag: Von den gestiegenden Anforderungen, von Kindergärten damals, die von 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr geöffnet waren. Heute seien Kitas 50 bis 60 Stunden die Woche geöffnet. „Und die Anforderungen haben sich massiv geändert“, betont die Erzieherin: „Zu unserer Arbeit heute zählt Chemie, Sport, Bio, Sprachförderung, Inklusion und Integration. “

"Viele Eltern sind heute verunsichert"

Und sie bekommt von Kolleginnen viel Applaus. „Viele Eltern sind heute verunsichert, einige überfordert“, berichtet Heike Harka, „ihnen bieten wir Fortbildungen und Beratung.“ In den Kindergärten seien heute immer mehr Kinder, die eigentlich eine Einzelbetreuung bräuchten, und sie fügt hinzu“wir freuen uns mittlerweile über jeden Dreijährigen, der windelfrei ist.“
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