Fair Trade Messe 2015: "Fairer Handel ist angewandte Friedenspolitik"

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Am Wochende fand von Freitag bis Sonntag die sechste Fair Trade and Friends Messe in den Westfalenhallen statt. (Foto: Carsten Klink, Dortmund)
 
Tanz auf Ruinen ist Upcycling-Werkstatt und Ideenschmiede sowie Independentlabel gleichzeitig. Tanz auf Ruinen macht aus alt und wertlos, neu und besser. Tanz auf Ruinen versucht nutzlos erscheinenden oder ausgedienten Stoffen (z.B. Alte Fahrradmäntel, Kronkorken, Tetrapaks) ein neues, hochwertigeres Leben einzuhauchen. Beim "Upcycling"(engl.: Aufwerten) werden diese "Abfälle" unter nachhaltigen Gesichtspunkten als Material für die Schaffung neuer, hochwertigerer Produkte verwendet. (Foto: Carsten Klink, Dortmund)
Dortmund: Westfalenhallen |

Die FAIR TRADE & FRIENDS lieferte auch in diesem Jahr von Freitag bis Sonntag wichtige Impulse für den Fairen Handel und zog rund 3.500 Besucher an. Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen ein zufriedenstellendes Ergebnis. Außerdem konnte die Messe durch eine hohe fachliche Qualität der Besucher überzeugen.

"Gemeinsam mit unseren Förderern und Partnern ist es uns gelungen, die FAIR TRADE & FRIENDS zur Leitmesse des Fairen Handels auszubauen. In den kommenden Jahren werden wir konsequent daran arbeiten, weitere Zielgruppen für die Messe zu generieren", bilanziert Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Dortmund GmbH. Zum sechsten Mal in Folge präsentierte die FAIR TRADE & FRIENDS der Zukunftsmarkt für Fairen Handel sowie ökologisch und sozial verträgliche Konsumgüter. 162 Aussteller aus 17 Nationen waren auf Deutschlands größter Messe zum Fairen Handel vertreten.

Die FAIR TRADE & FRIENDS präsentierte eine Vielfalt von Topthemen im Bereich ethischen Wirtschaftens. Dazu gehörten Themen wie Re- und Upcycling, öko-faire Mode, Ethische Geldanlagen und Gemeinschaftlicher Konsum. Geboten wird ein umfangreiches Programm mit Ausstellungen, Kochshows, Modenschauen, Re- und Upcycling-Workshops, Verkostungs-aktionen, Schokoseminaren, Tauschbörsen und vielem mehr.

19 Produzenten aus Zentralasien und Nordafrika waren innerhalb der Sonderschau "Orient meets Occident" vertreten, auch solche, die gerade auf dem Weg hin zu einer Fairtrade-Zertifizierung sind. "Dass die Messe ganz unmittelbar dazu beitragen kann, den Fairen Handel auch in Staaten zu unterstützen, in denen er sich erst noch etablieren muss, ist ein weiterer neuer und wichtiger Akzent", sagte Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW, in seinem Grußwort anlässlich der Eröffnung der FAIR TRADE & FRIENDS 2015.

"Die Messe FAIR TRADE & FRIENDS war für die 32 Teilnehmer der Sonderschau "Orients meets Occident" eine großartige Chance, um den deutschen Markt des Fairen Handels kennen zu lernen und erste Kontakte zu knüpfen. Insbesondere die erfahreneren Produzenten aus der MENA Region haben bei der Messe vielversprechende neue Geschäftskontakte zu Fair Trade Importeuren in Deutschland aufbauen und Bestellungen platzieren können, die hoffentlich vielfach in langfristige Geschäftsbeziehungen münden. Den Produzenten aus Zentralasien bot die Messe eine gute Gelegenheit, um erste Erfahrungen für einen Markteintritt in Deutschland zu erwerben. Bei Gesprächen auf der Messe lernten sie, was beim Kunden in Deutschland gefragt ist und wie sie ihre Produkte für den deutschen Markt anpassen müssen. Ein wichtiger erster Schritt für den Zugang zum Fairen Handel in Deutschland", sagte Belinda Knörr, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH.

"Fairer Handel ist angewandte Friedenspolitik"

Dortmund wurde neben den Städten Castrop Rauxel und Dinslaken auf der FAIR TRADE & FRIENDS als Fairtrade Town rezertifiziert. Hier stellte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau heraus: "Fairer Handel ist angewandte Friedenspolitik. Er bekämpft die Ursachen von Flucht, Bürgerkrieg und Verfolgung."

Das ergänzende Rahmenprogramm wurde von den Besuchern insgesamt mit "gut" bewertet. Vor allem Atmosphäre und Qualität überzeugten hier. Am beliebtesten zeigten sich die Schoko-Seminare, die Re- und Upcycling-Workshops und die Kochshows. Auch die Fachforen sind ein bedeutender Bestandteil der FAIR TRADE & FRIENDS. Acht von zehn Besuchern erachten diese für wichtig, davon knapp die Hälfte als sehr wichtig. Dies ergab eine Befragung durch ein unabhängiges Messe-Marktforschungsinstitut.

Die diesjährigen Fachforen richteten den Blick auf die Europäische Politik und deren globale Auswirkungen. "Großes Interesse fand das Thema öko-faire Mode", resümiert Jürgen Sokoll, Fachkoordinator beim Eine Welt Netz NRW, Ideeller Träger der Messe. "Gut besucht war auch der Vortrag von Jan Spille zum Thema öko-faires Gold. Eines der Highlights im Programm war natürlich der Besuch von Bruce Crowther, dem Gründer der weltweiten Fairtrade Town Bewegung."

Die gefragtesten Angebotsbereiche der FAIR TRADE & FRIENDS 2015 waren: Bekleidung und Textilien, Lebensmittel, Re- und Upcycling-Produkte sowie der Service für Weltläden und den "fairen" Einzelhandel.
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