Hunde aus dem Tierheim bald steuerermäßigt?

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Nadja Reigl, stellv. Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN in Dortmund
Dortmund: Rathaus |

Nicht nur Dortmund überrascht.Dich. Auch die CDU tut das. Übrigens zum großen Vergnügen der Linken & Piraten in Dortmund. Nach der Ehe für alle, bislang ein eher eher linkes Bundesthema, haben die Christdemokraten nun eine weitere linke Zielgruppe für sich entdeckt. Dieses Mal in Dortmund. Es geht um Hunde aus dem Tierheim.

Rückblick. Wir schreiben das Jahr 2012. Die Fraktion DIE LINKE stellt den Antrag, die Hundesteuer für Hunde, die aus dem Tierheim „adoptiert“ werden, im ersten Jahr um 144 Euro zu ermäßigen. Bei der Summe handelt es sich um die aktuelle Höhe der Hundesteuer für den ersten Hund. Sie ist als eine Art Belohnung oder Anreiz für Dortmunder Familien gedacht, die sich für ein neues Familienmitglied aus dem Tierheim entscheiden. „Eine aktive Förderung des Tierschutzes und ein Beitrag zur Haushaltskonsolidierung“, begründet damals DIE LINKE ihre Idee. Schließlich verursacht ein Hund, der im Tierheim leben muss, der Stadt Dortmund Kosten von rund 3600 Euro jährlich.

Doch der Antrag hat keinen Erfolg. Die großen Fraktionen, darunter auch die CDU, schmettern den Vorschlag der Linken ab. „Doch so schlecht kann der Antrag wohl nicht gewesen sein. Fünf Jahre später hat die CDU unseren Antrag aus ihrer Wiedervorlage geholt“, sagt Nadja Reigl, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN.

So hat die CDU gerade eben den Antrag gestellt, Hunde aus dem Tierheim für eine befristete Zeit komplett von der Hundesteuer in Höhe von 156 Euro jährlich (für den ersten Hund) zu befreien, oder die Hundesteuer für diese Tiere zumindest zu ermäßigen.

„Wir sind angenehm überrascht. Wir wussten bislang gar nicht, wie viele Gemeinsamkeiten wir mit der CDU haben“, schmunzelt Nadja Reigl. „Wir werden diesem Antrag natürlich zustimmen. Und wir freuen uns, dass die CDU aufgepasst hat und – im Vergleich zu unserem alten Antrag – die inzwischen auf 156 Euro angehobene Steuer beachtet hat.“

Nachtrag:

Der Ausschuss für Bürgerdienste, öffentliche Ordnung, Anregungen und Beschwerden hat sich am 4. Juli 2017 wohlwollend mit dem Thema auseinander gesetzt. Die Stadtverwaltung will nun rechnen und nach der Sommerpause Zahlen, Daten und Fakten liefern.
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