IHK-Chefgehälter: Mut zur Offenheit und Transparenz

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Carsten Klink
Dortmund: Rathaus | Die Ratsfraktion DIE LINKE & PIRATEN fordert die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund auf, die individuellen Jahresgehälter der neun Geschäftsführer endlich offenzulegen. „Die Offenlegung wäre vernünftig, da die IHK keine Privatorganisation ist, sondern Teil der mittelbaren Staatsverwaltung und somit faktisch eine durch Abgaben finanzierte Behörde“, so der finanzpolitische Sprecher Carsten Klink (DIE LINKE).

Die IHK besitzt, vergleichbar den Sparkassen, den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Im Gegensatz zu den Sparkassen gilt für die IHK allerdings nicht das NRW-Transparenzgesetz. „Transparenz sollte bei der IHK selbstverständlich sein, zumal sich die IHK aus den Pflichtmitgliedsbeiträgen der örtlichen Betriebe finanziert, die Kraft Gesetz Mitglied sein müssen“, so Ratsvertreter Klink, der als Kaufmann auch Mitglied der IHK Dortmund sein muss.

Linke und Piraten wünschen sich mehr Mut zur Offenheit und Transparenz. „Gerade bei kleinen Betrieben würde dieser Mut möglicherweise auch die grundsätzliche IHK-Akzeptanz erhöhen, da diese kaum von der IHK profitieren, ihnen der Pflichtbeitrag aber durchaus wehtun kann“, so Klink. Des Weiteren würden vielleicht auch die Rufe nach einem Ende des Kammerzwanges leiser.

Exzessive Einkommensgestaltungen wie bei der Handelskammer in Hamburg befürchtet die Fraktion allerdings nicht. Dort haben die Kammerkritiker vom Bundesverband für freie Kammern (bffk) am Donnerstag Strafanzeige wegen des Tatbestandes der Untreue erstattet. Anstoß war die Offenlegung des Gehaltes des Hauptgeschäftsführers, welches laut bffk einschließlich der Altersvorsorge bei über 600.000 Euro im Jahr liegen soll.
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